Im Interview

Stephan Romeike - Geschäftsführer Busch + Endres GmbH

"Dass manche Lösungen sehr teuer werden, liegt nicht an an dem verwendeten System sondern an mangelnder Planung", so Stephan Romeike.

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CONNECTED HOME: Gibt es Häuser, die besser oder schlechter geeignet sind für intelligente Gebäudetechnik?

Stephan Romeike: Im Neubau fällt die Installation besonders leicht, weil man bei Null anfangen kann. Eine Altbau-Renovierung bietet ähnliche Möglichkeiten, nur sind nicht alle Maßnahmen wirtschaftlich sinnvoll. Die Abwägung von Kosten und Nutzen sollte im Einzelnen mit dem Bauherren erfolgen.CH: Sind Bauarbeiten unvermeidbar? Es gibt heutzutage doch Funklösungen... Stephan Romeike: Ob Heizungssteuerung, Lüftung, Licht oder Alarmanlage: Mit Funk kann man eine Menge realisieren bis hin zu kleinen Displays. Wenn es darum geht, einen Home-Server in allen Funktionen anzusprechen, werden Sie drahtlos, aber nicht glücklich. Und wenn ein System absolut ausfallsicher sein soll, würde ich auch die Verbindung per Kabel vorziehen.CH: Sind Kabel und die Steuerung per Funk kombinierbar? Stephan Romeike: Sehr gut sogar. Das machen wir häufig, wenn zunächst nur ein Teil der Wohnung oder des Hauses renoviert werden soll. Der bekommt dann gleich eine KNX-Lösung, in den anderen Räumen werden Funkschalter angebracht.

CH: KNX-Installationen stehen im Ruf, besonders kostspielig zu sein. Stimmt das?Stephan Romeike: Früher hieß es, KNX sei ein Drittel teurer als konventionelle Elektrik. Das kann ich so nicht mehr bestätigen. Oft kommt der Installationsbus sogar günstiger, da ich Systeme einsparen kann. Die Steuerung von Jalousien zum Beispiel lässt sich mit KNX viel einfacher realisieren als ohne. Dass einige Lösungen so teuer werden, liegt an der mangelhaften Planung. Manche Kollegen sehen aus Unwis- senheit Komponenten vor, die später nie benötigt werden. Die liegen dann als Leichen im Schaltschrank herum.CH: Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Planung? Stephan Romeike: Sobald der Grundriss vom Architekten kommt. Dann sollte man sich die Pläne ansehen und die Funktionen in den einzelnen Räumen festlegen. Das Geld für einen System-Integrator in dieser Phase spart der Bauherr während der Ausführung doppelt wieder ein, weil nachträglich keine Installationen korrigiert werden müssen und deshalb auch keine doppelten Arbeiten anfallen.CH: Trotzdem sind nachträgliche Erweiterungen jederzeit möglich...?Stephan Romeike: Gerade deshalb kommt es ja auf die sorgfältige Planung an. Einer unserer Kunden hat bereits vor 15 Jahren auf KNX gesetzt. Damals war von Internet und Heimnetzwerk noch keine Rede. Trotzdem konnten wir unlängst bei einer Renovierung alle seine Wünsche an die Gebäudetechnik erfüllen, ohne einen einzigen Schlitz in die Wände schlagen zu müssen.CH: Lassen sich Bauherren leicht von den Vorteilen solch einer Vernetzung überzeugen?Stephan Romeike: Dank Internet sind die meisten Kunden schon vorinformiert. Und wenn sie die Möglichkeiten sehen, ist schnell eine gewisse Begeisterung da. Es geht eher darum, die Architekten zu überzeugen. Sie haben nicht immer die Kompetenz, meinen aber trotzdem, alles selber machen zu müssen. Außerdem gibt es die Tendenz, das Geld lieber in sichtbare Einbauten zu stecken. Dabei sage ich immer: Ein Designer-Wasserhahn ist jederzeit in einer halben Stunde ausgetauscht, an die Elektro-Installation kommt nachträglich so einfach niemand mehr heran.

15.6.2011 von Frank Oliver Grün

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