Datenschutz

Kritik an Ermittlungsbehörden: Teils rechtswidrige Anfragen für Überwachungsmaßnahmen

Für Ermittlungen greifen Behörden oft auf Daten der E-Mail-Provider zurück. Doch die Form der Anfragen nach personenbezogenen Daten ist oftmals rechtswidrig.

Browser Sicherheit

© © hywards / shutterstock.com

E-Mail-Provider müssen personenbezogene Anfragen von Ermittlungsbehörden oftmals wegen Formfehlern abweisen.

Die Heinlein GmbH veröffentlichte als Betreiber der E-Mail-Provider Mailbox.org und JPBerlin.de den Transparenzbericht zu behördlichen Auskünften für das Jahr 2017. Daraus lässt sich herauslesen, dass Strafverfolgungsbehörden im Umgang mit persönlichen Daten im Internet wenig vertraut sind. So scheitern die meisten Anfragen alleine an der Formkorrektheit. 

Wie aus dem Transparenzbericht hervorgeht, unternahmen Strafverfolgungsbehörden insgesamt 38 Anfragen zu personenbezogenen Daten, über die Mailbox.org und JPBerlin.de verfügen. Davon scheiterten zu Beginn 22 Ersuche aufgrund von Formfehlern. Die Behörden reichten 20 Anträge erneut ein. 

Von den Ersuchen bezogen sich 30 auf eine Bestandsdatenabfrage und acht auf eine Telekommunikationsüberwachung. Mailbox.org und JPBerlin.de lassen Anfragen nach Daten von Datenschützern und spezialisierten Anwälten prüfen, bevor Informationen an Behörden gelangen. Probleme sieht der E-Mail-Provider allerdings auch in der unverschlüsselten E-Mail-Kommunikation in fast allen Fällen.

Lesetipp: StartMail.com - Mehr Privatsphäre dank Verschlüsselung

Oftmals sendeten die Beamten bei Anfragen zu personenbezogenen Daten noch Details zu Straftatvorwürfen, Namen und Wohnort mit. Weder dürften die Beamten solche Informationen an Mailbox.org und JPBerlin.de weitergeben noch ist es nicht gesetzeskonform, diese unverschlüsselt über das Internet zu versenden. Nach der Einschätzung von Mailbox.org fehlt Ermittlungsbehörden in Bezug auf Datenschutz und Strafprozessordnung grundlegendes Fachwissen.

Mehr zum Thema

Hacker Cyberangriff Malware - Sicherheit (Symbolbild)
Makro-Viren per Word-Datei

Die Polizei Niedersachsen warnt vor falschen DHL- und UPS-E-Mails, die eine Schadsoftware enthalten. So schützen Sie sich vor den Cyberkriminellen.
Streaming
Cyberkiminelle versenden Fake-Mails

Cyberkriminelle verprechen in einer gefälschten E-Mail ein Netflix-Jahresabo. Stattdessen lockt die Spam-Mail ihre Opfer in eine Abofalle.
So richten Sie SSL-Verschlüsselung für Ihr Postfach ein.
Sichere Kommunikation

Warnung für Nutzer von Tools zur automatischen Entschlüsselung gesicherter E-Mails. In den Standards PGP und S/MIME stecken gravierende…
Virus entfernen
Schadsoftware im Anhang

Das Vorgehen ist nicht neu, tritt aktuell aber wieder gehäuft auf: Kriminelle verbreiten Malware per E-Mail-Attachment. Hier ist Vorsicht geboten!
Der Passwort-Diebstahl der CyberVor-Hacker macht sich bemerkbar.
Über Webcam angeblich mitgefilmt

Cyberkriminelle erpressen Opfer mit vorgeblich peinlichen Webcam-Aufnahmen. Als Beweis enthält die Mail ein vom Adressaten verwendetes Passwort.