Anonymität in Gefahr

Monatelange Spionage im Tor-Netzwerk

Unbekannte konnten sechs Monate lang die geheimen Aktivitäten von Usern des Netzwerks Tor mitverfolgen. Wie das Tor-Projekt bekannt gab, ist dem Netzwerk Anfang des Jahres eine Gruppe von Relay-Rechnern beigetreten, das seither versucht, gezielt Betreiber von Tor-Knoten und -Diensten auszuhorchen.

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Tor, Netzwerk, Spionage
Tor-User wurden monatelang von bislang Unbekannten ausspioniert.
© Tor Project

Das Tor-Netzwerk klagt erneut über Sicherheitsprobleme. Wie das Projekt jetzt bekannt gegeben hat, wurden sechs Monate lang Benutzer und deren eigentlich anonymen Aktivitäten ausspioniert. Von Seiten des Netzwerks Tor wurde berichtet, dass sich eine Gruppe von Rechnern am 30. Januar 2014 im Netzwerk registriert hatte und seither versuchte, die Daten der Betreiber und User des Projekts gezielt abzufangen und auszulesen. Am 4. Juli wurden die Rechner dann von Tor vom Netz genommen.

Jeder, der in dieser Zeit das Netzwerk genutzt hat, muss laut einem Tor-Statement damit rechnen, von der Spionage betroffen zu sein. Doch wie weitreichend die Hackerangriffe sind, welche Informationen genau abgegriffen wurden und von wem die Spionage ausging, scheint bisher noch völlig rätselhaft.

Diese Sicherheits-Panne ist nicht die erste Meldung, die das Netzwerk zu diesem Thema bekanntgeben musste hat. Vor einigen Tagen wurde eine Lücke im Sicherheitssystem entdeckt, die die Anonymität der Nutzer gefährden könnte.

Das Netzwerk Tor anonymisiert Verbindungsdaten. Man kann es für TCP-Verbindungen einsetzen und es zum Beispiel für Web-Browsing, Email, Instant-Messaging und vieles anderen verwenden. Es basiert auf der ursprünglichen Idee des Onion-Routings (Anonymisierungstechnik im Internet) und soll seine Nutzer vor der Analyse des Datenverkehrs schützen.

31.7.2014 von Leif Bärler

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