Inoffizieller Fix

Ryzen & Kaby Lake mit Windows 7/8.1: Nutzer heben Windows-Update-Sperre auf

Seit April bekommen PCs mit AMD-Ryzen- oder Intel-Kaby-Lake-CPUs mit Windows 7 und 8.1 keine Windows Updates mehr. Ein Patch hebelt die Sperre auf.

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Neue CPUs wie Ryzen und Kaby Lake werden bei Windows 7 und 8.1 ausgesperrt. Ein Patch hebt es wieder auf - vorerst.

Mit dem Patch Day im April hat Microsoft unter Windows 7 und 8.1 eine Sperre für Systeme eingerichtet, die mit den neuen AMD-CPUs der Ryzen- und Intel-Prozessoren der Kaby-Lake-Serie ausgestattet sind. Der Hintergrund ist, dass es beim Einsatz der neuen Hardware-Komponenten mit veralteter Software zu Problemen kommen kann. Wer ein neues System hat und weiterhin innerhalb des Lebenszyklus‘ von Windows 7 oder Windows 8.1 aktuelle Updates bekommen möchte, hat nun eine inoffizielle Möglichkeit.

Ein Online-Nutzer mit dem Synonym „Zeffy“ hat sich den verantwortlichen Windows-Patch KB4012218 genauer angesehen, und die darin verbauten Sperren aufgehoben. Dafür musste er die DLL-Datei „wuaueng.dll“ um Skripte erweitern, die entsprechend ausfallende Abfragen umkehren und somit Updates wieder erlauben. Über Github​ können sich Nutzer den Patch herunterladen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Dienst Windows Update die DLL-Datei zum nächsten Patch Day wieder überschreibt. Dann würde der Prozess von vorne beginnen. „Zeffy“ will jedoch nachlegen, wann immer nötig.

So bequem diese Möglichkeit auch klingt, betroffene Nutzer sollten es sich genauer überlegen, ob Sie weiter an Windows 7 oder Windows 8.1 festhalten müssen. Schließlich wird diese Systeme eines Tages dasselbe Schicksal ereilen wie Windows XP oder Vista. Letztgenanntes Betriebssystem hat erst im April das Ende seines Lebenszyklus‘  erreicht, und bekommt gar keine Updates mehr. Eine Frage ist bis dahin auch, ob sich Nutzer jeden Monat zum Patch Day auf Github begeben wollen, um ihr neues System für aktuelle Patches „freigeben“ zu lassen.

Lesetipp: Ryzen und Kaby Lake - keine Updates mit Windows 7 und 8.1

Zudem ist nicht sichergestellt, dass Microsoft diese Manipulationen duldet. Möglich ist, dass in Zukunft ein neuer Patch kommt, der weitere Bastelarbeiten findiger Entwickler nötig macht. Wer das Risiko nicht eingehen will und auf Windows angewiesen ist, für den bleibt ein Wechsel von Windows 7 auf Windows 10​ der einzige logische Schritt. Microsoft wird vornehmlich nur noch Windows 10 betreuen, und mit dem Creators Update​ kamen Änderungen am Datenschutz, die auch letzte Zweifler milde stimmen können.

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