AVM, Netgear, Asus und Co.

Fraunhofer-Studie erkennt Sicherheitsprobleme in 127 Routern

Eine aktuelle Fraunhofer-Studie hat die Sicherheit von 127 Routern getestet. Dabei beanstanden die Experten zahlreiche Schwachstellen.

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Ein sicherer Router schützt auch PCs im Heimnetz. Was es zu beachten gilt, verrät unser Ratgeber.

Veraltete Linux-Versionen und fehlende Updates sind drängende Probleme für die Sicherheit von Routern. Dieses Fazit ziehen Sicherheitsexperten vom Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE ) in ihrem Home Router Security Report 2020. Für ihre Untersuchung hatte ein Team aus der Abteilung "Cyber Analysis &  Defense" insgesamt 127 Router untersucht, die bei Privatnutzern zum Einsatz kommen.

Bei der Evaluierung der Sicherheit prüften die Forscher unter anderem, wann die letzten Sicherheitsupdates für den Router bereitgestellt wurden, welche Betriebssystemversionen verwendet werden und inwieweit kritische Sicherheitslücken diese direkt betreffen. Mithilfe eigens enwickelter Tools wurden zudem verschiedene Exploits und möglicherweise vorhandene nicht-änderbare Passwörter geprüft.

Kein Router ohne Fehler

Untersucht wurden Router von Asus, AVM, D-Link, Linksys, Netgear, TP-Link und Zyxel. Bei allen 127 geprüften Geräten fanden die Sicherheitsforscher Schwachsteller. 46 Router hatten im vergangenen Jahr kein einziges Sicherheitsupdate erhalten, viele Router waren von hunderten bekannten Sicherheitslücken betroffen und in einigen Fällen lagen leicht zu knackende oder gar öffentlich bekannte Passwörter vor.

Lesetipp: Router sicher machen - diese 10 Tipps sollten Sie beachten 

Ein grundlegendes Problem dabei: Über 90 Prozent der geprüften Router nutzt Linux als Betriebssystem, die meisten Geräte allerdings mit dem veralteten Kernel 2.6. Dadurch bleiben eine große Zahl an Schwachstellen dauerhaft ungepatcht.

Forscher heben AVM positiv hervor

Unterschiede bei den Geräten gab es dennoch: So heben die Sicherheitsforscher AVM explizit als positives Beispiel hervor. Die Berliner würden mit ihren Fritbox-Routern in den meisten Aspekten einen besseren Job machen als die anderen Hersteller, auch wenn auch sie nicht ohne Fehler seien. Danach folgen Asus und Netgear mit einem besseren Abschneiden gegenüber den restlichen Herstellern.

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