Redtube Abmahnung - die 2.

Erneut Streaming-Abmahnungen im Umlauf

Nach den Redtube-Abmahnungen, die sich bereits im Sande verlaufen hatten, folgen neue Briefe von Anwälten. Dabei handelt es sich jedoch nur um substanzlosen Betrug.

News
VG Wort Pixel
XXX auf dem Bildschirm
Betrüger verschicken haltlose Abmahnungen wegen Streamings.
© jwblinn - Fotolia.com

Wer Abmahnungen wegen Streamings pornografischer Videos auf Redtube erhält, kann diese getrost ignorieren. Aktuell sind Abmahnbriefe im Umlauf, die denen von vor einem Jahr ähnlich sind. In den aktuellen Abmahnungen verlangt eine britische Anwaltskanzlei namens Robert Barber 280 Euro für das vermeintlich illegale Streamen von "Sucking housewives reloaded - Julias Pleasure" - einen Film der angeblichen Produktionsfirma "xfun film". Berichten zufolge sind sowohl Filmtitel als auch der Name der Firma erfunden.

Auch wenn die neuen Redtube-Abmahnungen echt wirken: Es handelt sich um Betrug - alleine schon, weil es den Film und die Produktionsfirma gar nicht gibt. Etwaige Urheberrechtsfragen entbehren also jeder Substanz. Verantwortlich für die Schreiben, die bei diversen Internetnutzern eingegangen sein sollen, sind Kriminelle, die lediglich auf die Ahnungslosigkeit der Nutzer abzielen. Denn der Europäische Gerichtshof hat unlängst entschieden, dass der bloße Konsum von Online-Videos generell nicht gegen das Urheberrecht verstoßen kann.

Lesetipp: Abgemahnt - was tun?

Ende 2013 sorgte die Anwaltskanzlei Urmann + Collegen für Aufsehen, als mehrere Zehntausende, Redtube-Abmahnungen getaufte, Schreiben an Nutzer verschickt wurden. Darin forderte eine durch die Kanzlei vertretene Produktionsfirma Schadensersatz für das illegale Streamen eines Pornovideos. Nachdem der Fall auftauchte, kam es zu immer mehr Ungereimtheiten und Widersprüchen seitens der Kläger, die letztlich dazu führten, dass die Redtube-Abmahnungen haltlos waren.

So ist die Seite der Kläger beispielsweise durch die Nutzung fragwürdiger Programme und Gutachten an IP-Adressen angeblich betroffener Streamer gelangt, die daraufhin abgemahnt wurden. Die Funktionsweise dieser Programme war weder technisch noch datenschutzrechtlich unbedenklich. Zwischenzeitlich traten auch Zweifel an der tatsächlichen Rechteinhaberschaft der klagenden Produktionsfirma auf. Am Ende erschien der verantwortliche Abmahnanwalt nicht einmal zu den entscheidenden Verfahren und musste schließlich Insolvenz für seine eigene Wurstfabrik anmelden und sich in diesem Zusammenhang auch wegen Betrug verantworten. Darüber hinaus verlor er auch seine Anwaltszulassung.

24.10.2014 von The-Khoa Nguyen

Weiter zur Startseite  

Mehr zum Thema

Symbolbild: Recht

Redtube-Abmahnung

Ex-Anwalt Thomas Urmann soll Schadensersatz leisten

Die Redtube-Abmahnungen werden für Ex-Anwalt Urmann zu einem immer größeren Bumerang. Ein Gericht verurteilte den Abmahnanwalt zu Schadensersatz.

Netflix-Logo

Filme und Serien online sehen

Netflix über Anpassung an Piraterie, Einführung von…

Der Streaming-Anbieter Netflix äußerte sich zum Thema Film-Piraterie und HTTPS-Verbindungen und gab interessante Einblicke in die Preispolitik preis.

Symbolbild: Filesharing

Nach Kino.to-Schließung

Illegales Streaming boomt trotz Raubkopie-Razzien

Trotz der Schließung des Portals Kino.to boomt das illegale Streaming. Nachfolger wie Kinox.to oder Movie4k können immer noch viele Nutzer…

Symbolbild: Musikhören

music.163.com legal?

Website mit kostenlosen MP3-Downloads soll nicht illegal…

Das Online-Portal "music.163.com" bietet Musik-Streams und MP3-Dateien kostenlos zum Download an. Ob das Angebot legal ist, darf zumindest bezweifelt…

Kodi-Logo XBMC

Wegen Förderung von Piraterie

Amazon entfernt Kodi (XBMC) aus dem App Store

Die beliebte Media-Player-App Kodi (XBMC) gibt es nicht mehr im App-Store von Amazon. Der Grund: Förderung von Piraterie.