Filehoster-Pionier

Rapidshare steht vor dem Aus

Der Sharehoster Rapidshare gilt als Pionier des Filehostings. Jahrelang konnte sich das Schweizer Unternehmen erfolgreich gegen Vorwürfe der Content-Industrie wehren. Inzwischen scheint das Unternehmen nur noch auf Sparflamme zu laufen.

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Berichte besagen, dass Rapidshare Stellen abbaut und auf Sparflamme läuft.
Berichte besagen, dass Rapidshare Stellen abbaut und auf Sparflamme läuft.
© Screenshot: WEKA, https://rapidshare.com/home

Das Schweizer Unternehmen Rapidshare wurde 2004 gestartet und galt als erste Adresse und als das erfolgreichste Unternehmen im Filesharing. Gerichtliche Auseinandersetzungen um Urheberrechtsfragen gewann das Unternehmen anfangs regelmäßig, unter Hinweis auf die Verantwortlichkeit seiner Kunden für ihre Inhalte. Allerdings wurde Rapidshare 2011 vor dem Hamburger Landgericht dennoch für die gehosteten Inhalte verantwortlich gemacht.

Etwa seit 2012 versuchte Rapidshare ein neues Geschäftsmodell durchzusetzten. Der Speicherplatz, die Bandbreite und das maximale Transfer-Volumen für die Gratiskunden wurde eingeschränkt, gleichzeitig gab es verschiedene Tarife für kostenpflichtige Accounts. Man versuchte gewissermaßen, ein "normaler" Cloud-Dienst zu werden. Dieser Versuch scheint nun misslungen zu sein. Neue Projekte wie mobile Apps oder der Fokus auf Business-Cloud funktionierten nicht.

Verschiedene Berichte sprechen davon, dass die Rapidshare AG am Anfang dieses Jahrs 23 ihrer 24 Mitarbeiter gekündigt bzw. zur Eigenkündigung veranlasst hat. Anscheinend hält nur noch ein verbliebener Supportmitarbeiter den Betrieb aufrecht. Dieser erklärte aber auf telefonische Anfragen, dass noch weitere Mitarbeiter anwesend seien.

Wie dem auch sei - sowohl das Entwicklerteam wie auch die Geschäftsführung sind aus dem Unternehmen ausgestiegen. Nur der ehemalige CEO, Kurt Sidler, sowie ein Verwaltungsratsmitglied stehen noch im Handelsregisterauszug, wie die Schweizer Info-Seite PCtipp ermittelte. Derzeit kann Rapidshare noch problemlos aufgerufen werden.

27.2.2014 von Joachim Drescher

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