NSA

Yahoo: Prism-Daten sollen offengelegt werden

Erst vor wenigen Wochen enthüllte die "New York Times", dass Yahoo 2008 Teil des Spähprogramms Prism wurde, welches den Internetkonzern mit Hilfe eines geheimgerichtliches Urteils zu Gunsten der Regierung zwang, Kundendaten herauszugeben. Ein weiterer Skandal scheint schon im Anmarsch zu sein: Die Bundeswehr soll bereits 2011 über das Spähprogramm Prism gewusst haben.

News
Yahoo Logo
Yahoo Logo
© Hersteller/Archiv

Die US-Regierung muss nun Teile des geheimen Gerichtsverfahrens offenlegen. Das entschied das Gericht zur Überwachung des Auslandsgeheimdienstes in Washington, der "Foreign Intelligence Surveillance Court" (Fisc). Zwei Wochen, bis zum 29. Juli, hat die US-Regierung nun Zeit, um bekannt zu geben, wie lange sie brauchen wird,  welche Teile des damals geheimen Verfahrens veröffentlicht werden können. Die jetzige Entscheidung des Fisc ist also nur ein Etappensieg.

Für Yahoo ist die erfolgreiche Klage jedoch schon ein wichtiger Schritt nach vorne: Seit den ersten Enthüllungen über die Spähprogramme der US-Geheimdienste wehrt sich der Internetkonzern gegen das rapide aufkommende Image, Nutzerdaten massenhaft und ohne schlechtes Gewissen weiterzugeben. Außerdem glaube das Unternehmen, dass die enthüllten Dokumente konstruktiv zu der anhaltenden Debatte über Spionageprogramme beitragen werden.

Bundeswehr soll von Prsim gewusst haben

Während sich der Fall um Yahoo langsam aufzuklären scheint,  mag ein weiterer Skandal schon wieder im Anlauf sein: vor kurzem  gab es erste Hinweise, dass das Bundeswehr-Kommando schon 2011 über das US-Spähprogramm Prism informiert worden sein soll. 

Angeblich handelt es sich um einen Befehl, der am 1. September 2011 vom Nato-Hauptquartier in Kabul an alle Regionalkommandos ging. Darin wurden die Regionalkommandos instruiert, wie sie ab Mitte September 2011 die Überwachung von Telefonverbindungen und E-Mails beantragen sollten - sie sollten die Daten an Prism weiterleiten.

Schützen Sie sich vor Schnüfflern

Verständlicherweise stellt sich nun für viele Bürger die Frage, ob wir uns überhaupt noch gegen all die Spionageprogramme wehren können.  Die Antwort lautet Ja - zumindest teilweise. In unserem Artikel "So schützen Sie sich gegen Staatsschnüffler" zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Emails verschlüsselt versenden und sich so vor neugierigen Schnüfflern schützen.

Unsere Kollegen vom Video Magazin haben - passend zum Thema "Datenspionage" - den ersten Trailer des Wikileaks-Films mit Daniel Brühl, Benedict Cumberbatch und Moritz Bleibtreu.

Auch interessant

NSA-Schutz

E-Mail-Verschlüsselung und VPN profitieren von Prism und…

Kampfansage an PRISM und Co.

Pirate Bay: Abhörsichere Messenger-App

Edward Snowdens Enthüllungen

Microsoft arbeitet direkt mit der NSA zusammen

Prism-Whistleblower

Snowden nimmt Asylangebot von Russland an

17.7.2013 von Redaktion pcmagazin

Weiter zur Startseite  

Mehr zum Thema

Das Hasso-Plattner-Institut bietet einen Sicherheits-Test an.

Millionen gestohlene Datensätze

HPI-Test: Eigene E-Mail-Adresse auf Identitätsklau testen

Mit seiner E-Mail-Adresse kann man beim Hasso-Plattner-Institut testen lassen, ob eigene Daten Hackern zum Opfer gefallen sind und im Internet…

WhatsApp

Abmahnungen können drohen

Whatsapp-Kerze: Corona sorgt für Kettenbrief-Comeback nach 5…

Ein Whatsapp-Kettenbrief mit dem Foto einer Kerze taucht nach mehr als fünf Jahren wieder auf. Statt Solidarität für Corona-Patienten drohen…

Jeep Cherokee Hack

Sicherheitslücke in Uconnect

Hacker kapern Auto - Jeep über Internet ferngesteuert

Zwei Hackern ist es gelungen, über das Internet die Kontrolle über einen Jeep Cherokee zu übernehmen - während der Fahrt auf einem Highway.

Symbolbild: Sicherheit

Kundenpasswörter im Klartext

Bitdefender gehackt und erpresst - Nutzerdaten gestohlen

Bitdefender-Hack: Der Hacker fordert 15.000 US-Dollar, ansonsten würden Nutzerdaten veröffentlicht. Diese speicherte Bitdefender übrigens im Klartext.

Flash-Lücke entdeckt

Schädlinge über Flash-Werbung

Yahoo-Webseiten lieferten fast eine Woche lang Malware aus

Yahoo-Webseiten lieferten vom 28. Juli bis 3. August Malware über Flash-Werbung aus. Das entdeckte das Sicherheitsunternehmen Malwarebytes.