Generalschlüssel gefordert

NSA und FBI fordern angeblich Master-Key für SSL-Verschlüsselungen

SSL-verschlüsselte Verbindungen sind Überwachern naturgemäß ein Dorn im Auge. Anscheinend versuchen deshalb jetzt die US-Behörden NSA und FBI, Provider zur Herausgabe von SSL-Keys zu veranlassen.

© Hersteller/Archiv

NSA und FBI fordern SSL-Master-Key: US-Behörden wollen Verschlüsselung zuvorkommen.

Zwar zeigte eine vor kurzem knapp gescheiterte Initiative im US-Repräsentantenhaus, dass beachtliche Kräfte in den USA die Schnüffelpraxis einschränken wollen, doch scheinen Regierung, NSA und FBI unbeirrt weiter auf eine Intensivierung der Überwachung zu setzen.

Laut US-Presseberichten, die sich auf anonyme Informationen berufen, fordere die Regierung "definitiv von den Providern die Herausgabe der SSL-Keys". Anscheinend wurde die Forderung nach Herausgabe des Master Keys an viele Firmen gestellt, um mit wenig Aufwand gesicherte Datentransfers mitlesen zu können.

Große Online-Konzerne bekräftigen bislang, keine SSL-Keys herauszugeben.  Ein Microsoft-Sprecher betonte, er sehe "keine Umstände, unter denen wir Schlüssel zur Verfügung stellen würden." Auch Facebook und Google haben nach eigener Aussage nie irgendwelche Schlüssel herausgegeben. Dass es überhaupt solche Anfragen gegeben hat, wird allerdings ebenfalls von Behörden und Firmen dementiert.

Unklar ist die US-Rechtslage für die Herausgabe solcher Informationen. Nach, laienhaft ausgedrückt, "normalem Recht" ist die Herausgabe selbst im Falle einer richterlichen Anordnung unzulässig, wie Juristen übereinstimmend betonen. Allerdings wurde "Fisa", der "Foreign Intelligence Surveillance Act", erst kürzlich verlängert, nach dem nicht einmal ein Gerichtsbeschluss erforderlich ist.

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