Nach Rapidshare

Netload.in offline - Anwälte zwingen One-Click-Hoster zur Schließung

Der One-Click-Hoster Netload.in ist offline: per einstweiliger Verfügung, nachdem die Betreiber nicht ausreichend auf gemeldete Raubkopien reagierten.

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netload.in: Screenshot des Nachfolgers
Nach netload.in kommt netload.me. Doch die Seite bietet (noch?) nicht den Funktionsumfang des Vorgängers.
© Screenshot: WMP; netload.me

Netload.in ist offline: Nach Rapidshare ist ein weiterer deutscher Filehoster am Ende. Eine einstweilige Verfügung, die die Hamburger Kanzlei Rasch Rechtsanwälte Anfang Mai vor dem zuständigen Landgericht erwirkte, führte am 8. Mai 2015 zu einer Abschaltung der Internetadresse. Zuvor blieben Abmahnungen und eingeforderte Unterlassungserklärungen ohne Wirkung. Zwischenzeitlich führte ein Aufruf der Website auf Pornoinhalte. Unter der indischen Domain von Netload ist nun keine IP-Adresse mehr hinterlegt: Die URL netload.in führt ins Leere.

Bereits 2012 wurden verschiedene Ordnungsgelder verhängt, weil die Betreiber dem damals zuständigen Frankfurter Landgericht bestimmte Nutzerdaten nicht mitteilen wollten. Erst die Androhung einer Ordnungshaft führte zur gewünschten Auskunft durch die Verantwortlichen. Konkret ging es um die persönlichen Daten von sogenannten "Uploadern" - also Personen, die urheberrechtlich geschützte Inhalte auf One-Click-Hostern wie Rapidshare oder eben Netload anderen Nutzern zur Verfügung stellen.

Als Folge daraus hatte Netload sein Prämienmodell für "Uploader" geändert. Der Filehosting-Dienst verlor laut den Anwälten seitdem an Bedeutung in der Filesharing-Szene. 2015 wechselte der Betreiber der Website von Netload. Der Start eines neuen Prämienmodells sowie "zahlreiche" Funde und Meldungen urheberrechtlich geschützter Inhalte, auf die gar nicht oder verspätet reagiert wurde, führten zur aktuellen Entwicklung. Das Geschäftsmodell leiste "Urheberrechtsverstößen in erheblichem Umfang Vorschub".

Filehoster wie Rapidshare, Netload oder internationale Pendants wie Share-Online oder Upload.to lockten beziehungsweise locken "Uploader" mit Geldprämien, wenn sie Nutzer (Downloader) zum Abschließen eines Premium-Accounts bewegen. Mit solchen Accounts lassen sich die meist illegalen hochgeladen Inhalte ohne Einschränkungen in Sachen Geschwindigkeit oder Dateigröße herunterladen. Links zu den Downloads werden auf Foren oder anderen Webseiten veröffentlicht - wie in der Vergangenheit etwa Boerse, MyGully & Co.

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