Drosselung der Auflösung

Netflix und YouTube: Schlechtere Bildqualität um Netz zu entlasten [Update]

Um stabiles Arbeiten im Home Office zu gewährleisten, reduzieren Netflix und YouTube auf Bitte der EU vorerst die Datenrate ihrer Videoinhalte.

© Netflix / YouTube / Collage: pc-magazin.de

Geringere Auflösung bedeutet weniger Daten.

Google gibt bekannt, dass Youtube seine bisherigen Maßnahmen zur Entlastung des Netzes in der EU auf die ganze Welt ausweitet. Die Standardauflösung beim Betrachten von Youtube-Videos ist SD (also alles unter 720p). Der Nutzer behält aber die Möglichkeit, manuell eine höhere Qualitätsstufe einzustellen. Das Update für Youtube soll langsam ausgerollt werden. Das Verhalten im Youtube-Player werden Sie also womöglich nicht sofort, aber in den nächsten Tagen beobachten können.

Vorherige Meldung vom 20. März 2020, 10:34 Uhr

Aktuelles Update: Nach Netflix hat sich nun auch YouTube dazu bereiterklärt, die Qualität seiner Videoinhalte zu reduzieren, um den Datenverbrauch gering zu halten. Wie die Google-Plattform gegenüber Reuters mitteilte, werde man sämtliche Inhalte in der EU nur noch in SD-Auflösung anbieten.

Die maximal mögliche Auflösung bei der Benutzung der Videoplattform innerhalb der EU beträgt damit vorerst 480p. Die Maßnahme zur Entlastung des Internets soll zunächst 30 Tage andauern.

Vorherige Meldung vom 20. März 2020, 10:01 Uhr

Home Office vs. Streamingdienst: Damit die Internetnutzung für berufliche Zwecke trotz der gestiegenen Nutzerzahl in Zeiten der Coronavirus-Krise weiterhin problemlos möglich ist, hat sich Netflix bereiterklärt, vorerst die Datenrate bei der Übertragung aller Videoinhalte zu reduzieren.

Der Streaminganbieter teilte mit, dass man die Daten erst einmal für 30 Tage drosseln werde. Der Entscheidung waren mehrere Gespräche zwischen Netflix-CEO Reed Hastings und EU-Kommissar Thierry Breton vorausgegangen. Auf Twitter lobte Breton den Firmenchef für seinen "starken Sinn für Verantwortung".

Durch die Drosselung der Datenrate - und damit letztlich Verminderung der Bildqualität für alle Nutzer - sollen 25 Prozent der üblichen Datenmenge eingespart werden.

Nachtrag vom 23.03.2020: Nutzer, die eine höhere Streaming-Qualität bezahlen, sollen diese weiterhin bekommen. Laut einem Blogeintrag von Netflix werden dabei dennoch die Bandbreiten reduziert. Betroffen von ersten Drosselungen sind vorrangig Spanien und Frankreich. Die Franzosen müssen außerdem mit einem späteren Start der Disney+ App rechnen.

Original-Meldung vom 19. März 2020

Netflix-Stream: Schlechtere Bildqualität um Netz zu entlasten?

Videokonferenzen, Skype-Gespräche, gemeinsames Arbeiten in Google Docs - die Ausbreitung des Coronavirus sorgt für vermehrte Heimarbeit und das Home Office benötigt Bandbreite. Doch berufliche Zwangspausen sowie Menschen in Quarantäne und häuslicher Isolation führen derzeit auch zu einer gestiegenen Nutzung von Streamingdiensten wie Netflix.

Nun hat sich die EU-Kommission an den Anbieter gewandt, um zu besprechen, wie sich beide Anforderungen vereinbaren lassen.

Seinem Twitter-Account zufolge habe sich EU-Kommissar Thierry Breton telefonisch mit Netflix-Chef Reed Hastings in Verbindung gesetzt, um die Problematik zu besprechen. (Tweet siehe unten.)

Aber auch andere Streaminganbieter und die Videoplattform YouTube seien dazu aufgerufen worden, ihren Datendurchsatz möglichst anzupassen, um eine Überlastung des Internets zu vermeiden und Home Offices weiterhin arbeitsfähig zu halten.

Doch eine standardmäßige Reduktion der Bildqualität, die den Datenverbrauch senken würde, gestaltet sich für Netflix schwierig. Der Dienst bietet seinen Kunden verschiedene Abo-Modelle an, die sich auch in der verfügbaren Bildqualität (SD, HD, UHD) unterscheiden. Wer mehr zahlt, bekommt eine höhere Auflösung. Würde diese Leistung nicht mehr erbracht, müsste Netflix die Abonnenten teurer Verträge theoretisch entschädigen.

Unklar ist, inwieweit Netflix über andere technische Möglichkeiten verfügt, um den Datenverbrauch zu senken. Seitens deutscher DSL-Anbieter heißt es bisher, sie seien für den Anstieg der Internetnutzung gewappnet.

Tweet von Thierry Breton

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