Preise und möglicher Start

Netflix-Account-Sharing: Testlauf geht in die heiße Phase

Netflix gibt erstmals ein konkretes Statement zum Account-Sharing ab und startet den Testlauf in weiteren Ländern. Viele Fragen zum Hinzufügen von Haushalten bleiben offen.

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Eine Schüssel Popcorn vor einem Fernseher, auf dem die Netflix-Original-Serie Equinox zu sehen ist
Der Testlauf zum Account Sharing bei Netflix geht in die heiße Phase.
© Adobe Stock: JorgeEduardo

Viele Netflix-Nutzer*innen nutzen ihren Account nicht alleine, sondern gemeinsam mit Familie, dem Freundeskreis oder Bekannten. Nun geht Netflix einen weiteren Schritt dahin, dieses Account-Sharing zu unterbinden oder ihm zumindest einen weiteren Preisstempel aufzusetzen.

In einem offiziellen Update auf der englischsprachigen Webseite gab Netflix nun erstmals konkrete Pläne und Preise für das neue Feature bekannt. Demnach wird der Streaminganbieter die neue Funktion "Haushalt hinzufügen" auf der Plattform einbinden.

Diese funktioniert so, dass prinzipiell ein Netflix-Konto für einen Haushalt und entsprechend dem gewählten Tarif für mehrere Geräte gilt - auch unterwegs, also beispielsweise auf Reisen. Zusätzliche Haushalte können dann gegen Aufpreis hinzugefügt oder bei Bedarf wieder entfernt werden. Der Aufpreis kommt monatlich auf das gewählte Netflix-Abo obendrauf.

In den ersten Ländern soll der Aufpreis pro Haushalt 2,99 Dollar betragen. Wie dieser Wert in Europa bei Einführung umgerechnet werden würde, lässt Netflix noch offen. Bisher wurde das integrierte Account-Sharing nur in Chile, Costa Rica und Peru getestet.

Ab dem nächsten Monat sollen dann Argentinien, die Dominikanische Republik, El Salvador, Guatemala und Honduras folgen. Der Testlauf geht also in die nächste große Phase und es ist nur eine Frage der Zeit, bis weitere Märkte wie USA oder Europa von den Änderungen betroffen sein werden.

Netflix betont, dass weitere Länder erst dann folgen werden, wenn die neue Lösung so durchdacht und einfach wie möglich gestaltet ist. Zu den Gründen für den neuen Umgang mit Account Sharing schreibt Netflix zudem:

"In den letzten 15 Jahren haben wir hart daran gearbeitet, einen Streaming-Dienst aufzubauen, der einfach zu nutzen ist, auch für Menschen, die reisen oder zusammenleben. Es ist großartig, dass unsere Mitglieder Netflix-Filme und Fernsehsendungen so sehr lieben, dass sie sie mit anderen teilen wollen. Aber die heute weit verbreitete gemeinsame Nutzung von Konten zwischen Haushalten untergräbt unsere langfristige Fähigkeit, in unseren Service zu investieren und ihn zu verbessern."

Einige Fragen sind durch dieses Statement immer noch ungeklärt. Beispielsweise, ob Zuwiderhandlungen zur Account-Kündigung führen oder andersartig gemaßregelt werden. Auch unklar ist, wie Netflix erkennen will, wann man nur mit einem Gerät unterwegs ist und ab wann es sich um einen weiteren Haushalt handelt. Ebenso fraglich ist, ob und wie das Hinzubuchen und wieder Abbestellen von Haushalt mit der Kündigungsfrist des gesamten Accounts verbunden wird.

Daneben ist natürlich die wichtigste Frage, wann wir in Deutschland mit der Einführung der Account-Sharing Funktion rechnen müssen. Hier erscheint frühestens Ende 2022, aber eher 2023 als möglicher Zeitrahmen. Mehr Informationen zum Feature werden hoffentlich in naher Zukunft folgen.

Günstigeres Netflix-Abo mit Werbung erst 2023

2023 gilt laut einem Schreiben von Netflix (PDF) übrigens auch als frühestmöglicher Termin für das werbefinanzierte Abo, das in Kooperation mit Microsoft entsteht. Dieses Netflix-Abo soll günstiger ausfallen und könnte für bisherige Nutzende von Account-Sharing eine Alternative darstellen. In diesem Jahr wird es aber nicht mehr kommen.

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20.7.2022 von Laura Pippig

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