Edward Snowdens Enthüllungen

Microsoft arbeitet direkt mit der NSA zusammen

Whistleblower Edward Snowden wirft in der Zeitung "The Guardian" Microsoft vor, mit der NSA zusammen zu arbeiten. Sogar Skype-Telefonate hätte das Spionage-Programm Prism mitschneiden dürfen. Microsoft versucht, diese Vorwürfe abzuschwächen.

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Prism: Snowden wirft Microsoft vor, mit der NSA zu arbeiten.

Wie Whistleblower Edward Snowden der Zeitung "The Guardian" am 11. Juli 2013 mitteilte, soll auch Microsoft der NSA beim Ausspähen der Daten zur Verfügung stehen und sogar Skype-Gespräche und Telefonate mitgeschnitten haben. Mit dem neuen Web-Mail-Portal auf Outlook.com soll Microsoft sichergestellt haben, dass die NSA einen Zugriff auf die Mails bekommen könnte, bevor diese verschlüsselt werden.

Betroffen sollen unter anderem Hotmail, Outlook.com, SkyDrive und Skype sein. Zudem kooperiere die NSA mit der US-Bundespolizei FBI. Dies geht aus den Unterlagen von Snowden hervor. Daher soll auch das FBI auf die Daten Zugriff gehabt haben. Der Chat- und Telefondienst Skype wäre seit Anfang 2011 bereits von Prism ausgespäht worden. Dies hieße, dass Prism schon vor der Übernahme durch Microsoft Zugriff auf das Portal hatte. Seit Juli 2012 könnten nicht mehr nur die Audio-Dateien abgehört werden, sondern sogar das Bild mitgeschnitten werden.

Die Information Snowdens, die NSA könne nach Belieben auf die Informationen von Microsoft zugreifen, dementierte der Konzern. In einer Stellungnahme betonte Microsoft, dass sie immer im Rahmen des Gesetzes handeln würden und nur einzelne Daten betroffen wären. Nur in Einzelfällen und mit einem entsprechenden Antrag könne die NSA auf die Daten zugreifen.

Außerdem sei Microsoft dazu verpflichtet, den Behörden den Zugang zu gewähren, rechtfertigte sich der Konzern. Das Unternehmen unterstrich, dass es gerne offener darüber reden wolle und sich für mehr Transparenz einsetze. Viele Internet-Unternehmen hatten noch vor wenigen Tagen bestritten, den US-Behörden einen direkten Zugang auf ihre Server zu gewähren.

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