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Leica M10-R vorgestellt: Klassisches Design, moderner Sensor

Luxus für 8.000 Euro: Die neue Leica M10-R wartet mit neuem 40-Megapixel-Sensor, leisem Verschluss und mehr auf. Alle Details zu Release und Technik.

© Leica

Die Leica M10-R ist ab 20. Juli 2020 zum Preis von 8.000 Euro im Fachhandel erhältlich.

Leica erweitert die M10-Familie um ein neues Mitglied: die wichtigste Neuerung der M10-R ist der Sensor mit nun 40 Megapixeln Auflösung. Ansonsten basiert die Neue technisch auf bereits bekannten M10-Modellen und bleibt eine klassische Messsucherkamera. Sie kommt ab dem 20. Juli 2020 für rund 8.000 Euro in den Handel.

40 Megapixel

Mit dem neuen 40-MP-Sensor schließt Leica die Auflösungslücke zur Konkurrenz. Der Sensor ist eine Eigenentwicklung und hat mehrere technische Neuerungen. Das Design der Microlinsen wurde überarbeitet. Ebenso die „Verdrahtung“ optimiert: Leica verwendet einen Sensor im FSI-Design, bei dem die Schaltungen vor der lichtempfindlichen Fläche liegen.

Durch den neuen Aufbau decken diese weniger Fläche ab und die Lichtausbeute ist größer. Schließlich ist Leica besonders auf das neue UV/IR-Licht Sperrfilter stolz. Dieser wird nun als ein Bauteil montiert und ist dünner als bei vorherigen Modelle. Das bringt wiederum etwas mehr Licht.

In Summe ermöglichen die Neuerungen den gleichen Empfindlichkeitsbereich wie schon in den Vorgängermodellen mit dem 24MP-Sensor: von ISO100 bis maximal ISO 50.000. Trotz gestiegener Auflösung soll so das Rauschniveau vergleichsweise niedrig bleiben.

Die Bildbearbeitung übernimmt wie schon in früheren M10-Kameras der Maestro-II-Bildprozessor. Die Kamera nimmt JPEGs und RAW mit 14 bit Farbtiefe auf. Mit 5 Bildern pro Sekunde ist die M10-R nicht besonders schnell nach heutigen Maßstäben – andererseits reicht diese bei einer Messsucherkamera mit ihrem ausschließlich manuellen Fokus natürlich aus. 

Leiser Verschluß

Den mechanischen Verschluss übernimmt die Neue von der M10-P. Dort feierte er seine Premiere und zeichnet sich durch eine leisere Auslösung im Vergleich zu Vorversionen aus. Anders als beim elektronischen Verschluss, welcher völlig lautlos arbeitet, bleiben leichte Auslösegeräusche zwar erhalten. In der Praxis fallen sie jedoch nicht störend auf. Bei manueller Vorwahl kann der Fotograf zwischen 8 Sek und 1/4000 Sek Belichtungszeit wählen.

Auch der Touch-Monitor kommt von der M10-P. Der Monitor bietet 3-Zoll Diagonale und 345666 RGB-Pixel Auflösung. Er ist fest verbaut – das ist bei allen M10-Modellen so. Der Monitor dient zugleich als Alternative für den Sucher. Bei statischen Motiven lässt sich die Schärfe auf dem Monitor besser beurteilen und dank der Peaking-Funktion oder der Bildschirmlupe auch genauerer einstellen.

Bei mobilen Motiven fällt es schon schwerer diese per Live-View zu verfolgen, so dass der Sucher dann die erste Wahl ist. Wie alle M10-Modelle hat auch die neuen einen Messsucher mit Parallaxenausgleich und effektiver Vergrößerung von 0,73-fach. Man stellt scharf, in dem zwei Schnittbilder übereinander gelegt werden. Beim Aufsetzen eines Objektivs werden im Sucher immer zwei Leuchtrahmen eingeblendet. Sie zeigen die Bildausschnitte für 35 und 135 mm, 28 und 90 mm sowie 50 und 75 mm. 

Die Fokussierung erfolgt wie schon erwähnt rein manuell. Das muss ein AF-verwöhnter Fotograf erst mal lernen. Ohne Übung ist es gerade bei bewegenden Motiven sehr schwer, die Optik schnell und präzise zu fokussieren.

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Modern gibt sich die M10 bei der Konnektivität. Sie ist mit einem WLAN-Modul ausgestattet und kann mit Hilfe der Leica-M-App Bilder auch DNG-Dateien an andere Geräte weitergeben. Zudem lässt sich die M10-R über das Smartphone oder Tablet steuern. Wie für Leica typisch, hat auch die neue Kamera einen internen Speicher von 2 GB.

Übersichtliches Bedienkonzept

Das Bedienkonzept ist klar strukturiert und auch für Novizen schnell lernbar. Es gibt zwei Einstellräder für Blende und Entfernung am Objektiv, zwei weitere für ISO-Wert und Belichtungszeit an der Kamera sowie den Auslöser.

Den Zugriff auf das Menü gewähren die drei Funktionstasten links des Displays. Zum Navigieren durch das Menü dient rechts vom Display eine Vier-Wege-Wippe mit O.K.-Knopf in der Mitte. Hinzu kommt ein je nach Situation belegtes Einstellrad unter dem rechten Daumen.

Der robuste Body behält sein vertrautes Design, hohe Fertigungsqualität und ausgesprochen robuste Bauweise.  Manche Lösungen, wie etwa der untere Kameradeckel, wirken anachronistisch, aber Leica lebt auch von Traditionen. Die Haptik ist auf jeden Fall schön.

Plus bei der Bildqualität

In der ColorFoto Ausgabe 09/2020 finden Sie den Test des Schwestermodells Leica M10 Monochrom ebenfalls mit neuem 40 Megapixel-Sensor aber eben ohne Farbfilter. Geht es um die klassischen Leica-Qualitäten aber auch -Eigenheiten setzt die M10 Monochrom die M-Linie perfekt bei Bedienung, Haptik und Sucher fort. Geht es um die Bildqualität legt die M10 Monochrome gegenüber dem Vorgänger-Modell mit 24 Megapixeln sichtbar zu.

Wenn wir dieses Plus auf die M10-R übertragen, ist die M10-R nicht einfach eine weitere M10-Variante neben M10​, M10-P​ und M10-D​ sondern das Modell mit der sichtbar besseren Bildqualität.

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