Lavabit gibt auf

E-Mail-Anbieter des NSA-Whitsleblowers Edward Snowden geht vom Netz

Der E-Mail-Service Lavabit ist vom Netz. Der Verschlüsselungs-Dienst, der vermutlich auch von Edward Snowden genutzt wurde, hat seinen Betrieb unvermittelt und unter Protest eingestellt. Der Betreiber deutet an, dass er damit den Behördenzugriff auf Kundendaten verhindern will.

© Screenshot: WEKA, http://www.lavabit.com/

Lavabit geht vom Netz, Edward Snowden nutzte vermutlich den Dienst.

Der E-Mail-Anbieter Lavabit wurde vermutlich von NSA-Whistleblower Edward Snowden verwendet, nun macht Lavabit dicht. Der Betreiber wurde "gezwungen, eine schwierige Entscheidung" zu fällen, so beginnt das Statement des Lavabit-Besitzers Ladar Levison, der damit die Schließung seines E-Mail-Verschlüsselungsdienstes begründet. Es war die Entscheidung, entweder mitschuldig an "crimes against the American people" zu werden oder zehn Jahre harte Arbeit durch die Schließung von  Lavabit aufzugeben.

Levison führt auf der Lavabit-Webseite weiter aus, dass er über die Hintergründe seiner Entscheidung und die Vorgänge "der vergangenen sechs Wochen" nicht sprechen dürfe. Dies entspricht exakt der Zeit, in der der Ex-Geheimdienstler Snowden zahlreiche Dokumente zu den weltweiten Abhöraktionen der US-Geheimdienste veröffentlicht hat.

Nachdem nun schon länger klar geworden ist, dass die Großen der Branche wie Google, Microsoft und andere gedrängt wurden, die Geheimdienste bei der Ausspähung von Daten zu unterstützen, scheinen die Behörden nun verstärkt die Verschlüsselungsdienste ins Visier zu nehmen. Dazu passt auch, dass kurz nach Lavabit ein weiterer E-Mail-Verschlüsselungs-Dienst, Silent Circle, vom Netz genommen wurde. Dessen Chef Michael Janke teilte auf seiner Webseite mit, dass  man lieber schließe, als die Privatsphäre der Nutzer zu gefährden.

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