Geldwäsche

Kriminelle Job-Angebote nehmen weiter zu

Eine derzeit wieder wachsende Zahl von Spam-Mails bietet Arbeitsstellen ohne nennenswerten Voraussetzungen an. In aller Regel suchen Online-Kriminelle damit Geldwäscher, die Zahlungen entgegen nehmen und per Bargeldtransfer an andere Helfershelfer weiterleiten.

© Frank Ziemann

Kriminelle Job-Angebote nehmen weiter zu

Botnetze dienen vor allem zum Versand von Spam-Mails. Neben Werbung für unseriöse Medikamentenversender oder Online-Casinos sind auch seltsam erscheinende Job-Angebote darunter. Deren Anteil ist nach Beobachtungen des Berliner Sicherheitsunternehmens eleven in den letzten Tagen deutlich angestiegen. Offenbar braucht die Online-Kriminalität Nachschub an unvorbelasteten Geldwäschern.Frank Rickert berichtet im eleven Security-Blog, die unterschiedlichen Versandmuster der Spam-Mails wiesen auf zwei verschiedene Botnetze hin, über die diese Job-Angebote verbreitet würden. Eines versende Spam in einzelnen Wellen, die zum Teil bis an die 50 Prozent der gesamten Spam-Mails ausmachten. Das andere Muster zeige eine deutlich geringe, jedoch kontinuierliche Versandrate.

Bei den meisten derartigen Job-Angeboten war bislang nur eine E-Mail-Adresse angegeben, an die sich Bewerber wenden sollten. Jetzt ist oft auch ein Web-Link enthalten. Er führt über eine Weiterleitungsseite zu einem vermutlich gehackten Web-Server, auf dem eine Subdomain wie etwa "shop.name.de" eingerichtet worden ist. Diese Web-Seiten sind jedoch oft schon nach kurzer Zeit nicht mehr erreichbar.Noch nicht gekappte Weiterleitungen führen zu einer Website, auf der das Job-Angebot detailliert vorgestellt wird. Die neuen Mitarbeiter sollen als "Zahlungsabwicklung Agent" in Teilzeit Überweisungen bearbeiten, die angeblich von Kunden stammen. Geboten werden monatlich 1000 Euro Grundgehalt zuzüglich 4 Prozent Provision für jede Überweisung. Nach einer Probezeit soll das Gehalt auf bis zu 1400 Euro steigen.Diese "Probezeit" werden wohl die wenigsten der so angeworbenen Geldwäscher, im Fachjargon "Money Mules" genannt, überstehen. Denn sie werden in aller Regel recht schnell von der Polizei aus dem Verkehr gezogen. Geldwäsche ist eine Straftat, die mit hohen Geldbußen oder Gefängnis bestraft werden kann. Zudem verlangen die Banken die Rückzahlung aller weitergeleiteten Beträge.

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