Kryptowährungen

Koalitionsvertrag verspricht "umfassende Blockchain-Strategie": Entspannung für Bitcoin, IOTA & Co.?

Bitcoin, Ethereum und IOTA erholen sich vom jüngsten Crash. Die geplante "umfassende Blockchain-Strategie" des Koalitionsvertrags stimmt ebenso positiv.

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© Marcito - Fotolia.com

Im aktuellen Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD räumen die Parteien auch der Blockchain und somit Kryptowährungen einen Platz ein. Dabei will die Bundesregierung Bitcoin, Ethereum, IOTA und Co. "erproben", um auf den gemachten "Erfahrungen einen Rechtsrahmen" aufzusetzen. Zudem ist die Rede davon, "unnötige bürokratische Hemmnisse [zu] beseitigen" und dafür zu sorgen, dass "Geschäfte mit gleichen Risiken auch gleich reguliert werden".

Damit könnte die Koalition auch das Thema Besteuerung im Blick haben. Zur Zeit sind Gewinne und Verluste durch Kryptowährungen nach mindestens einem Jahr Haltefrist steuerfrei, wie der Lohnsteuerhilfeverein sagt. Details dazu lesen Sie im Artikel zu "Bitcoin, Ethereum & Steuern". Das gilt für Anleger, die Ihre Assets entsprechend lange halten.

Doch so einfach ist das nicht in jedem Fall. Wer durch Mining an Kryptowährungen kommt, muss sich laut des verlinkten Artikels als Gewerbetreibender anmelden. Trader, die regelmäßig Bitcoin und andere Kryptowährungen kaufen und verkaufen, haben es noch einmal eine große Stufe umständlicher. Denn aktuell gilt, dass jeder Handel dokumentiert sein muss. Das ist aber alles andere als "mal schnell erledigt", wie wir in anderen Ländern sehen können.

Kryptowährungen müssen auch in den USA versteuert werden. Nach einem Artikel des Nachrichtenportals CNBC sei dies allerdings sehr aufwendig. Als Beispiel meldet sich ein hauptberuflicher Krypto-Trader zu Wort, der alle zwei Wochen rund vier Stunden aufwenden soll, um alle Transaktionen zu dokumentieren.

Dazu sollen laut der Firma Credit Karma Tax von rund 250.000 eingereichten Steuererklärungen bisher nicht mehr als 100 Steuerzahler dabei sein, die Angaben zu Kryptowährungen machten. Man könnte dann wie CNBC vermuten, dass sich Nutzer um die Arbeit drücken - und sich also strafbar machen. Allerdings gibt es keine wirklichen Erhebungen darüber, wie viele Menschen in Kryptowährungen investiert haben; dazu in einer Menge, die das Interesse des jeweiligen Finanzamtes weckt.

Es bleibt abzuwarten, wie sich das Thema Kryptosteuern hierzulande entwickelt und ob auf Basis der Erfahrungen aus den USA womöglich eine Anpassung nötig ist. Auf jeden Fall wollen CDU, CSU und SPD Möglichkeiten für bargeldloses Bezahlen im digitalen Zeitalter weiter ausbauen, doch "anonymes Zahlen" per Bargeld weiterhin als Option offen lassen.

Der Bitcoin-Kurs reagiert aktuell positiv und hat am Mittwochnachmittag die 9.000-US-Dollar-Marke überschritten. Erst vor knapp über eine Woche lag der Kurs noch unter 6.000 US-Dollar. Auch IOTA bewegt sich wieder in Richtung 2-US-Dollar, nachdem es am 6. Februar unter 1,50 US-Dollar rutschte. Ethereum fiel erst von über 1.100 auf unter 700 US-Dollar und kratzt an der 900-US-Dollar-Marke.

Lesetipp: Bitcoin, Ethereum & Co.: 7 Mythen und was dahintersteckt

Die Regierung denkt auch an andere Spitzentechnologien wie "Quantencomputing, Robotik, autonome Systeme, Augmented Reality (3D Virtualisierung), Visible LightCommunication und Smart Home". Künftig soll etwa ein gemeinsames "öffentlich verantwortetes Zentrum für künstliche Intelligenz" die deutsch-französische Zusammenarbeit stärken, wie es im Koalitionsvertrag (PDF) heißt.

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