Geografie der Web-Attacken

Jeder dritte Rechner in Westeuropa angegriffen

Internet-Nutzer in Westeuropa und Nordamerika sind einem recht hohen Risiko ausgesetzt, Opfer eines Online-Angriffs zu werden, so die Aussage des Sicherheitsunternehmens Kaspersky Lab.

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Jeder dritte Rechner in Westeuropa angegriffen
Jeder dritte Rechner in Westeuropa angegriffen
© Kaspersky Lab

Kaspersky Lab hat untersucht, wie hoch das Risiko einer Malware-Infektion für Internet-Nutzer in Nordamerika und Westeuropa ist. Demnach sind in der westlichen Welt vor allem Internet-Nutzer in Italien und Spanien stark unter Beschuss. In diesen Ländern liegt das Risiko einer Malware-Infektion über das Internet bei mehr als 40 Prozent. In den USA ist es mit 39 Prozent nicht viel besser. In der Schweiz (30 Prozent) sowie in Deutschland und Österreich (jeweils 29 Prozent) ist das Risiko geringer. Dänemark ist unter den untersuchten Ländern mit 20 Prozent noch das sicherste Land.Dabei sind Angriffe über das Internet für etwa 80 Prozent aller Infektionen verantwortlich. Die Malware-Verbreitung über verseuchte Datenträger spielt in westlichen Ländern kaum noch eine Rolle. Die wichtigsten Infektionswege sind kompromittierte legitime Websites, Suchmaschinen-Manipulationen sowie schädlicher Spam in sozialen Netzwerken.Deutschland ist allerdings als Ausgangspunkt für Angriffe sehr beliebt. Hier stehen viele der Web-Server, auf denen Malware auf Opfer wartet. Nach den USA 28,5 Prozent und den Niederlanden (14,8 Prozent) liegt Deutschland mit 11, 1 Prozent auf dem dritten Rang dieser unrühmlichen Wertung. Die Ursachen sind einleuchtend: die Täter bevorzugen Länder mit einer gut ausgebauten Internet-Infrastruktur. In den USA, den Niederlanden und Deutschland stehen viele der Rechenzentren großer Provider.Die Hauptmotivation der Täter ist Geld. Sie nutzen die eingeschleusten Schädlinge, um an Kontodaten zu gelangen, damit sie diese Konten plündern können. Außerdem verdienen sie an gefälschten Antivirusprogrammen ("Scareware"), Werbeumleitungen und Klickbetrug. Gesammelte Zugangsdaten für allerlei Online-Dienste (Web-Mail, soziale Netzwerke, Online-Spiele) lassen sich ebenfalls zu Geld machen.Die gute Nachricht ist, dass Internet-Nutzer in westlichen Ländern vergleichsweise gut geschützt sind. Sie verwenden häufiger als der Rest der Welt die aktuellste Version des jeweiligen Betriebssystems, installieren Sicherheitsprogramme sowie Updates und verfügen über bessere Kenntnisse, um sich schützen zu können.

18.9.2012 von Frank Ziemann

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