Mondpreise und Engpässe

Grafikkarten: AMD-Chefin dementiert Bevorzugung von Mining-Unternehmen

Neben der Pandemie inklusive des Chipmangels ist Mining laut gängiger Ansicht ein großer Preistreiber für aktuelle Grafikkarten. Ob dieser Treiber groß oder klein ausfällt, kommentiert AMD folgendermaßen.

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Das AMD-Portfolio mit der neuen Radeon RX 6600 XT (rechts).
AMD-Karten sind kaum zu bekommen. Woran kann es liegen und wie lange dauert dieser Zustand noch an?
© AMD

Spätestens seit Herbst 2020 stehen Nvidia und AMD (wieder) in der Kritik, in Hochzeiten von Preisrekorden für Kryptowährungen bestimmte Unternehmen zu bevorzugen, die ihnen palettenweise Grafikkarten abkaufen. Menschen oder Firmen, die Gaming-Grafikkarten in redensartlichen Minen nach Ethereum und Co. schürfen lassen, sind nicht besonders beliebt. Gelten sie für viele leer ausgehende Spielerinnen und Spieler doch als Faktor, der die GPU-Verfügbarkeit und -Preise seit Monaten verschlimmert.

Es ist unbekannt und lässt sich nur schwer herausfinden, wie groß dieser Faktor neben allgemein gestiegener Gaming-Nachfrage und der Coronapandemie mit ihrem Rattenschwanz aus u. a. steigenden Lieferkosten, Produktionsverzögerungen und Chipmangel ist. Nachdem Nvidia im Vorjahr in Verdacht stand, neue Grafikkarten zuerst an Mining-Unternehmen verkauft zu haben, folgten Maßnahmen wie dedizierte Karten und auch Sperren, die die GPU-Leistung bei Mining-Aufgaben einschränken sollen (LHR; lite-hash-rate). Erstere gibt es auch schon einige Jahre bei AMD, eine Mining-Sperre ist aber nicht geplant.

Nachdem schon der AMD-Finanzchef Devinder Kumar Fragen verneinte, ob Mining-Firmen von AMD bevorzugt würden, folgt nun seine Chefin Lisa Su. Auf der Konferenz Code 2021 wurde sie gefragt, wie wichtig der Kryptowährungsmarkt für den Chiphersteller sei. Die Antwort: eher klein. Der Markt sei sehr volatil und sollte auch nicht in AMDs Fokus gelangen. Endverbrauchende stehen im Fokus, also u. a. Gaming. The Verge ist über ihre Worte nicht überrascht. Nach aktuellen Begebenheiten wie etwa ein Krypto-Verbot in China sinken abermals die Preise – für Krypto-Token stärker und GPUs wohl weniger stark. Dazu würde sie sich PR-technisch mit einem öffentlichen Sympathisieren mit Krypto-Unternehmen keinen Gefallen tun.

Es ist unbekannt, wie viele Grafikkarten AMD produziert und ausgeliefert hat. Letztlich könnte die Produktionsmenge im Vergleich zur Konkurrenz laut Ansicht des Autors tatsächlich sehr gering sein und ohnehin den Bedarf des Mining-Bereichs nicht decken können. Festmachen ließe sich dies daran, dass im Vergleich zu Nvidias RTX-30-Reihe kaum oder deutlich weniger verfügbare AMD-Grafikkarten auf dem Markt auftauchen. Auch Valves Hardware-Umfrage auf Steam zeige auf, dass so gut wie keine neue AMD-Grafikkarte genutzt werden kann. Lediglich Mobilvarianten tauchen in kleinen Mengen auf. RTX-30-Karten sind rund fünf Mal häufiger vertreten.

AMD: Bis wann dauern die Engpässe noch?

Ob nun der Großteil von AMD-Karten in Minen verschwinden oder tatsächlich nur sehr wenige produziert werden können und in den Handel finden, bleibt ein Rätsel. Lisa Su gab zuletzt noch einen Ausblick auf die Zukunft, wonach bis Mitte 2022 mit weiter anhaltenden Engpässen zu rechnen sei. Dann stünde immerhin schon der Radeon-RX-6000-Nachfolger vor der Tür. Im kommenden Jahr soll sich die Lage – Stand jetzt und laut Su – zumindest verbessern. Vielleicht tritt dann die Marktentspannung auf, von der sich ihr Mitarbeiter zuvor überzeugt gab. Nvidia rechnet hingegen mit Engpässen bis Ende 2022.

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28.9.2021 von The-Khoa Nguyen

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