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Google Maps zeigt Globus: Darum gibt es das Karten-Update

Wer weit genug herauszoomt, sieht die Erde in Google Maps ab sofort als 3D-Globus. Doch in der Nahansicht bleibt alles beim Alten - aus gutem Grund.

© Google

Die Erde ist keine Scheibe: Wer bei Google Maps herauszoomt, sieht nun einen Globus.

In der Web-Anwendung von Maps illustriert Google die Erde ab sofort als Globus. Wer ganz herauszoomt, kann den Erdball mit gedrückter linker Maustaste drehen. Diese Art der der Darstellung kennen Nutzer bereits von Google Earth.

Tipp:​ Google Maps zeigt nicht nur die Erde. Wer in den Satelliten-Modus schaltet und ganz herauszoomt, kann einige Planeten und Monde unseres Sonnensystems näher betrachten. Ein Einblick in die internationale Raumstation samt Erklärungen für einige Bauteile darf auch nicht fehlen. Wer mit seinem Gmail-Benutzerkonto angemeldet ist, dem zeigt Google außerdem Benennungen von Kratern auf Planeten an. Auf der größten Verkleinerungsstufe stellt Google Maps auch den realen Einfall der Sonnenstrahlen nach. 

Einer der Vorteile an der Darstellung als Kugel sind realistischere Größenverhältnisse der Landmassen. Denn die zuvor durchgängig von Google Maps verwendete Mercator-Projektion (siehe Video am Artikelende) lässt polnahe Landmassen wie Grönland und Europa größer wirken, als sie in Wirklichkeit sind. Mit der Visualisierung als Globus stehen die Maße der Kontinente wieder im richtigen Verhältnis.

Doch eignet sich die Darstellungsform als Globus nicht immer für Google Maps. Damit Straßen in polnahen Gebieten weiterhin winkeltreu aufeinandertreffen, benutzt Google Maps ab einer bestimmten Vergrößerung weiterhin die Mercator-Projektion. Diese verzerrt zwar Größen von Landmassen, doch stellt sie Straßen in polnahen Regionen winkeltreu dar.

Ein Mitarbeiter im Google Maps & Earth Forum erklärte dies am Beispiel der nördlich gelegenen Stadt Stockholm. In einer früheren Version von Google Maps ohne die Mercator-Projektion hätten sich Straßen hier und an anderen Orten in hohen Breitengraden nicht im gleichen Winkel getroffen wie in der Realität. Für die Navigation am Smartphone sei dies jedoch unerlässlich. Die nun gewählte Kombination aus zwei Darstellungsvarianten erfüllt in herangezoomter Perspektive die Anforderungen für die Smartphone-Navigation, während sie in herausgezoomter Perspektive die Welt originalgetreu als 3D-Kugel zeigt.

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Tatsächlich ist keines der beiden Karten-Modelle absolut realistisch auf die Erde anwendbar. Nicht einmal die Form des Globus ist zutreffend, da die Erde nicht perfekt Rund wie ein Ball ist. So ergaben Untersuchungen der Technischen Universität München, dass die Oberfläche unseres Planeten mit einigen Ausbuchtungen eher einer Kartoffel gleicht.

Warum alle Weltkarten falsch sind

Quelle: Vox
06:00 min (Englisch)

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