User-Identifizierung im Netz

Google plant "anonymes Identifizierungsprogramm" statt Cookies

Cookies haben für die Anbieter einen gravierenden Nachteil: Der User kann sie dankend ablehnen. Google will jetzt möglicherweise auf Cookies verzichten und seine Nutzer mit einem "anonymen Identifizierungsprogramm" durchleuchten.

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Statt Cookies: Google will
Googles Geschäftsjahr 2012: Suchmaschinengigant knackt beim Umsatz die 50-Milliarden-Dollar-Marke.
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Google denkt anscheinend zur Zeit darüber nach, die bisher eingesetzten Cookies durch sogenannte "anonyme Identifizierungsprogramme" zu ersetzten, um das Surfverhalten von Nutzern im Netz zu verfolgen. Diese neue Technologie lässt Datenschützer und auch konkurrierende Werbetreibende Schlimmes befürchten: Der "angedachte" Verzicht auf Cookies und ihr Ersatz könnten die sowieso kaum noch vorhandene Privatsphäre im Internet weiter aushöhlen und die Vormachtstellung des Internetkonzerns weiter festigen.

Google kommentiert lediglich, dass diese Entwicklung gut für die Nutzersicherheit und die Wirtschaftlichkeit des Internets sei, aber noch in den Kinderschuhen stecke.

Viele Datenschützer halten den Begriff "anonymes Identifizierungsprogramm" für einen Widerspruch in sich. Hintergrund der Entwicklung dürfte nicht nur sein, dass Cookies auch vom User kontrolliert werden können, sondern auch, dass es damit schwierig ist, den User über verschiedene Plattformen hinweg zu verfolgen. Ein "anonymes Identifizierungsprogramm identifiziert ständig und funktioniert wie ein Super-Cookie" meint Jeff Chester vom "Center for Digital Democracy". Da spiele es auch keine Rolle, wenn den Usern Nummern und keine Klarnamen zugeordnet werden.

Bisher ist wenig über Googles Pläne bekannt. Manche sehen sie auch nur als Reaktion auf den Safari-Browser von Apple, der die Cookies Dritter blockiert sowie auf das schlechte Funktionieren von Cookies auf den immer beliebteren Smartphones. Immerhin ist die Aufregung verständlich, wenn man bedenkt, dass Google alleine ein knappes Drittel des 117 Milliarden Dollar-Umsatzes im weltweiten digitalen Anzeigenmarkt realisiert.

30.9.2013 von Joachim Drescher

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