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Geforce RTX 2070: Release erfolgt, Preise ab 519 Euro und bisherige Tests

Mit der Geforce RTX 2070 startet der dritte von drei Raytracing-Chips von Nvidia. Wir fassen erste wichtige Infos zum Release samt Test-Übersicht zusammen.

© MSI

MSI-Grafikkarten mit Geforce-RTX-2070-Chip finden sich in den ersten Tests.

Geforce RTX 2080 Ti: „zu teuer“; Geforce RTX 2080: „zu langsam, zu wenig VRAM - und zu teuer“ – soweit der bisherige Kanon, wenn man sich die Nutzerreaktionen auf Nvidias neue Raytracing-Grafikchips auf sozialen Netzwerken oder in Online-Foren ansieht. Mit dem Release der Geforce RTX 2070 am 17. Oktober kommt der dritte und „kleinste“ Chip, für den Nvidia eine UVP (Founders Edition) von 639 Euro aufruft. Custom-Designs starten laut aktuellen Angeboten bei 519 Euro. Die bisherige, niedrigere Preisangabe für Herstellerkarten (ab 499 US-Dollar ohne Steuern) scheint zuzutreffen.

Ein Blick in die Übersichten ausgewählter Shops lässt direkt zum Start der Geforce RTX 2070 eine eher schlechte Verfügbarkeit wie schon bei der Geforce RTX 2080 Ti vermuten. Viele Grafikkarten werden seitens der Händler noch bestellt. Nur wenige Exemplare sind lagernd – so etwa die Asus-Turbo-Variante, die mit dem entsprechenden, niedrigen Preis von 519 Euro an den Start geht. Dafür gibt es ein einfaches Custom-Design der Geforce RTX 2070 mit einem Blower-Kühler, der in der Regel eine hohe Betriebslautstärke mitbringt und eigentlich nur für enge Gehäuse mit wenig oder schlechter Luftzirkulation gedacht ist.

Andere verfügbare Modelle mit besseren Kühlern erreichen und übersteigen schnell die 600-Euro-Marke, bieten neben einer besseren Kühlkomponente aber auch werksseitige Übertaktung. Die übrigens ebenso übertaktete Founders Edition mit dem vergleichsweise guten, neuen Kühler von Nvidia ist weiterhin nicht verfügbar.

Geforce RTX 2070 in Tests: Die ersten Meinungen 

In verschiedenen Tests wurden entsprechende Custom-Designs getestet. Die Gamestar etwa nahm sich das nicht übertaktete Armor-8G-Modell von MSI vor, und sieht die Leistung zwischen den Standardvarianten von Geforce GTX 1080 und GTX 1080 Ti. Bei einem Preis von rund 500 bis 550 Euro für eine Geforce GTX 1080 und etwa 700 Euro für eine Geforce 1080 Ti sieht die Gamestar die RTX 2070 in einem attraktiven Preis-Leistungsbereich – sofern der Startpreis stabil bleibt. Denn: Sie bekommen für den aktuell etwa gleichen Preis eine bessere Leistung im Vergleich zur GTX 1080, haben allerdings Zugriff auf kommende Raytracing-Effekte und das KI-gestützte Upscaling DLSS (Deep Learning Super-Sampling). Letztgenanntes Feature ist dabei das relevantere, denn mittlerweile steht fest, dass Echtzeit-Raytracing viel Leistung fordert und selbst die Geforce RTX 2080 Ti zu kämpfen hat.

Zu einem ähnlichen Schluss kommt die PC Games Hardware - mit der gleichen Karte. Die Tester sehen den optimalen Einsatzzweck der Geforce RTX 2070 beim Gaming in WQHD-Auflösung (1440p). Bei einigen Titeln ist auch eine Auflösung in 4K spielbar, doch kommt sie wie schon die Geforce 1080 Ti bei aktuellen Blockbustern ins Straucheln, wenn 60 FPS aufwärts das Ziel sein sollen. Im Vergleich zum Pascal-Flaggschiff fehlen der RTX 2070 zudem 3 GB VRAM, die sich in hohen Auflösungen schnell als Flaschenhals herausstellen.

Die US-Seite HardOCP hatte ein übertaktetes Modell und zeigt sich zwar sehr angetan und überrascht ob der Leistung. Die RTX 2070 lässt eine Geforce GTX 1080 (MSI Gaming X) dabei rund 10 bis 20 Prozent hinter sich und im Vergleich zu einer AMD Vega 64 (Asus Strix OC) kommt sie im Mittel mit einem Plus von über 25 Prozent vorne raus. Das Fazit jedoch: Wer jetzt eine Grafikkarte für 1440p braucht und auf Echtzeit-Raytracing verzichten kann, sollte laut den US-Amerikanern zur Geforce 1080 greifen.

Lesetipp: Geforce RTX 2060 - Nvidia verkauft Vorgänger statt neuer Mittelklasse

Es sei denn, Sie aktualisieren von einer noch älteren Generation oder wollen unbedingt RTX-Effekte nutzen, wenn Sie verfügbar sind (voraussichtlich mit Battlefield 5 im November). Um gerade ausreichend Leistung, auch für den einen oder anderen genügsamen Titel in 4K zu haben, empfiehlt HardOCP, eine stark übertaktete Variante zu nehmen. Auch mit einem Preisschild von rund 600 Euro für entsprechende Karten sei hier der „best bang for the buck“ zu bekommen – also ein Preis-Leistungs-Tipp.

Ein "zu teuer" dürfte somit zumindest laut den genannten Tests nicht zu vernehmen sein. Wir sind gespannt, wie die Community die Grafikkarten und die weitere Tests aufnimmt. Wir werden nach Möglichkeit mit unserem Test folgen.

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