Gaming-Grafikkarten mit Echtzeit-Raytracing

Geforce RTX 2080 Ti, 2080 & 2070: Preise, Release, Raytracing-Spiele und mehr

Nvidia hat die Gaming-Grafikkarten Geforce RTX 2080 Ti, 2080 und 2070 vorgestellt. Sie bieten Echtzeit-Raytracing ab 639 Euro. Dazu kommen von Nvidia alle Raytracing-Spiele in einer Liste.

Geforce RTX 2080 Ti

© Nvidia

Die Geforce-RTX-Reihe bietet in der Founders Edition einen neuen Kühler mit dem RTX- statt GTX-Schriftzug. Im Bild: die Geforce RTX 2080 Ti.

Wir fassen die wichtigsten Infos rund um Release und Preis der neuen Nvidia-Grafikkarten Geforce RTX 2080 Ti, 2080 und 2070 zusammen. Der Nvidia-Mitbegründer Jen-Hsun Huang hat die GPUs der Turing-Generation am Montagabend in Köln genau einen Tag vor der Gamescom 2018 vorgestellt. Die Gaming-Grafikkarten kommen am 20. September 2018 und sind seit der Enthüllung vorbestellbar.

Die ersten Modelle kommen wie bei Pascal direkt von Nvidia als „Founders Editions“ auf den Markt. Das herausstechende Erkennungsmerkmal im Vergleich zur Vorgängergeneration: eine neue Kühlung mit zwei Axial- statt einem Radiallüfter. Diese soll unter Last besonders leise sein. Auf Custom-Grafikkarten müssen Nutzer noch warten. Diese gibt es zwar schon bei den typischen IT-Häusern, zur Verfügbarkeit  gibt es aber noch keine Infos.

Die Preise von Nvidia für die Geforce-RTX-Reihe sind für eine neue Grafikkartengeneration sehr hoch – teurer als die der Vorgängergeneration von 2016, für die Nvidia zum Start der Geforce GTX 1070 und 1080 bereits 499 bzw. 799 Euro aufrief. Letztgenanntes Preisschild schnappte sich rund ein Jahr später die Geforce 1080 Ti, gleichzeitig sollten die Preise für die kleineren Varianten sinken. Diesmal kommen die drei Leistungsklassen für den High-End-Gaming-Bereich direkt zum Erscheinungsdatum am 20. September. Die Preise lauten für den deutschen Markt:

  • Geforce RTX 2070: 639 Euro
  • Geforce RTX 2080: 849 Euro
  • Geforce RTX 2080 Ti: 1.259 Euro

Die Geforce RTX 2070 ist auf nvidia.de bereits ausverkauft. Nvidia erlaubt pro Kunde nur die Bestellung von maximal zwei Grafikkarten und einer „NVLink“-Bridge. Diese Steck-Verbindung für mehrere Grafikkarten kostet 84,99 Euro. Bei Pascal benötigen Sie übrigens HB-Bridges (High-Bandwidth) für rund 45 Euro. Davor haben einfache SLI-Kabel gereicht – die lagen gerne dem Mainboard-Karton bei.

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Die Preise für die RTX-Karten sind für den langjährigen, aufrüstenden PC-Gamer gesalzen. Doch Nvidia verspricht mit Echtzeit-Raytracing nicht weniger als eine Grafikqualität, die laut Huang nach Moores Gesetz eigentlich erst in zehn Jahren möglich wäre. Zu dieser Aussage kommt Nvidia nach einem Blick auf die zu verarbeitende Datenmenge (im Petabyte-Bereich), die für Raytracing nötig ist.

Echtzeit-Raytracing: Grafiksprung von 10 Jahren

Nvidias CEO begann das "Geforce Gaming Celebration"-Event mit einem großen Theorie-Part. Dabei gab es anfangs teilweise beeindruckendes Ansichtsmaterial und später Szenen und Trailer aus kommenden Spielen. Am Ende folgten die Grafikkarten. Der Chip der Geforce-RTX-Serie besteht aus RT-Kernen und mit der Volta-Generation (Geforce Titan V) eingeführten Tensor Cores für Deep Learning. Diese Chip-Bausteine helfen bei der Grafikberechnung mit KI-Funktionen.

Bei der Technik werden im Gegensatz zur bisherigen „Rasterisation“-Technik vom Betrachter aus Lichtstrahlen in eine vom Designer physikalisch korrekt vorgegebene Umwelt gesendet. Stößt der Lichtstrahl auf ein Hindernis, prüft der Raytracing-fähige Chip, welche Lichtquellen vorliegen, ob es im Schatten anderer Objekte liegt, wie das auftreffende Licht sich auf der Oberfläche des Hindernisses (etwa Metall, Holz und mehr) physikalisch korrekt verhalten muss, was für Reflexionen entstehen und ihrerseits wieder Licht aussenden und mehr. Per Deep Learning korrigiert die Karte das Bild anschließend bei Bedarf und schickt es an das Ausgabegerät.

Um die Leistung dieser RTX-Kerne zu beziffern, nutzt Nvidia die Skalierung Gigarays pro Sekunde. Die drei Turing-Chips Geforce RTX 2080 Ti, 2080 und 2070 schaffen 10, 8 und 6 Gigarays pro Sekunde, schicken also 10, 8 oder 6 Milliarden Lichtstrahlen pro Sekunde aus und berechnen, wie jeder sichtbare Bildpunkt physikalisch korrekt auszusehen hat. Dazu kommen je nach Karte übrigens noch 4.352, 2.944 und 2.304 Shader-Kerne, die für klassische 3D-Berechnung zum Einsatz kommen.

Einer der Hauptvorteile von Raytracing liegt vor allem in der deutlich vereinfachten Entwicklung und der Gestaltung von Spielegrafik. Designer geben eine Szene vor und vergeben verschiedene Eigenschaften für die darin enthaltenen Elemente - das sind bspw. Spielfiguren, Fahrzeuge, Landschaften, vereinzelte Vegetation und vieles mehr. Die Entwickler setzen eine Lichtquelle - etwa die Sonne - und die Ausleuchtung der komplette Szene entspricht dank KI der Realität. Entwickler müssen beispielsweise nicht mehr mit starren Lichtkegeln als Quelle arbeiten und bei Reflexionen oder indirekter Beleuchtung mit "unsichtbaren" Lichtquellen tricksen, um etwa im Schatten liegende Bereiche realitätsnah ausleuchten zu können. Das reduziert den Aufwand immens - und sorgt gleichzeitig für ein stimmigeres Bild im Spiel.

Die RTX-Technik nutzt DirectX Raytracing. Microsofts Windows 10 bietet also vollen Support, genau wie einige Spielehersteller und andere Unternehmen. Abgesehen von Raytracing-Features verspricht Nvidia aber auch, dass die Geforce-RTX-20xx-Karten die ersten seien, die Blockbuster-Games in 4K mit 60fps und HDR darstellen können.

Geforce RTX: Die technischen Daten


Geforce RTX 2080 Ti
Shader-/Cuda-Kerne4.352
Takt / Boost1.350 / 1.635 (OC, Founders Edition) / 1.545 MHz (Basis-Version)
Speicher11 GB GDDR6
Geschwindigkeit / Anbindung / Bandbreite14 Gbps / 352 Bit / 616 GB/s
Leistungsaufnahme / Stromanschlüsse
260 Watt (FE) / 250 (Standard) / 2x 8 Pin

Geforce RTX 2080
Shader-/Cuda-Kerne2.944
Takt / Boost1.515 / 1.800 (OC, FE) / 1.710 MHz (Basis)
Speicher8 GB GDDR6
Geschwindigkeit / Anbindung / Bandbreite14 Gbps / 256 Bit / 448 GB/s
Leistungsaufnahme / Stromanschlüsse
225 Watt (FE) / 215 (Basis) / 6 + 8 Pin

Geforce RTX 2070
Shader-/Cuda-Kerne2.304
Takt / Boost1.410 / 1.710 (OC, FE) / 1.620 MHz (Basis)
Speicher8 GB GDDR6
Geschwindigkeit / Anbindung / Bandbreite14 Gbps / 256 Bit / 448 GB/s
Leistungsaufnahme / Stromanschlüsse175 Watt (FE) / 185 (Basis) / 8 Pin

Lohnen sich Geforce RTX 2070, 2080 oder 2080 Ti?

Die Frage ist zu diesem Zeitpunkt eigentlich einfach zu beantworten: Wollen Sie Echtzeit-Raytracing-Effekte mit hohen Bildraten so früh wie möglich nutzen, führt wohl kaum ein Weg am Kauf vorbei. Für ein paar wenige, aber relevante Spiele ist bereits ein RTX-Support angekündigt.

Darunter sind unter anderem Battlefield 5 und Shadow of the Tomb Raider, die Nvidia mit Demo und / oder Trailer präsentierte. Die RTX-Karten sind (laut Nvidia) bis zu sechs Mal schneller bei Raytracing-Games als die Geforce 1080 Ti, die jedoch auch ohne KI-gestützte RT-Kerne auskommt. Bei konventionellen Games seien die neuen Karten laut Blog doppelt so schnell. Das muss sich aber erst noch zeigen.

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Neben den kommenden Blockbustern wird beispielsweise auch die Unreal Engine 4 Unterstützung für Raytracing bieten. Titel wie Fortnite basieren darauf, Infos zu einem RTX-Patch für den Battle Royale Shooter gibt es aber noch nicht. Dafür bekommt Playerunknown's Battlegrounds (PUBG) wie einige andere Spiele noch Unterstützung für Nvidias Deep-Learning-basiertes Super-Sampling (DLSS), das die Auflösung per KI hochschraubt und für ein schärferes Bild sorgt. Die vollständige Liste finden Sie weiter unten im Artikel.

Echtzeit-Raytracing gilt unter Spieleentwicklern als der Heilige Gral der Computergrafik. Wie breit (oder nicht) das Ganze genutzt wird, lässt sich aber jetzt noch nicht sagen. Schließlich müsste AMD und somit der kolportierte Hersteller für die Technik von Playstation 5 und Xbox One 2 ebenso mitspielen, damit Entwickler früh genug verstärkt auf Raytracing setzen. Wenn die Technologie für die kommende Konsolengeneration noch kein Thema sein wird, dann wird es Echtzeit-Raytracing in Spielen eher schwer haben.

Interessanter ist aktuell die Performance in klassischen Rasterisation-basierten Spielen. Es muss sich noch zeigen, ob die Geforce-RTX-Reihe besondere Leistungssprünge um den Faktor 2 ermöglicht - wie von Nvidia behauptet. Können Sie sich noch gedulden, bis die Raytracing-Technologie in Spielen breit genug eingesetzt wird, können Sie mit dem Kauf noch locker warten. Mindestens sollten Sie jedoch unabhängige Tests abwarten und angesprochene Punkte wie die "Rasterisation-Leistung" berücksichtigen, bevor Sie eine Kaufentscheidung fällen.

  • Update vom 23.08.2018: Nvidia hat zur Geforce RTX 2080 Benchmark-Tests veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorgänger soll die Performance mindestens um 50 Prozent

Raytracing-Spiele und DLSS-Games

Nvidia nennt folgende Spiele, die Echtzeit-Raytracing einsetzen. Die Unterstützung kann je nach Titel erst später per Patch folgen. Das gilt auch für die zweite Liste der Spiele, die das KI-basierte Super-Sampling nutzen.

  • Assetto Corsa Competizione
  • Atomic Heart
  • Battlefield 5
  • Control
  • Enlisted
  • Justice
  • JX3
  • MechWarrior 5: Mercenaries
  • Metro Exodus
  • ProjectDH
  • Shadow of the Tomb Raider

Folgende Spiele nutzen DLSS:

  • Ark: Survival Evolved
  • Atomic Heart
  • Dauntless
  • Final Fantasy XV
  • Fractured Lands
  • Hitman 2
  • Islands of Nyne
  • Justice
  • JX3
  • Mechwarrior 5: Mercenaries
  • Playerunknown’s Battlegrounds
  • Remnant: From the Ashes
  • Serious Sam 4: Planet Badass
  • Shadow of the Tomb Raider
  • The Forge ArenaWe Happy Few

Geforce RTX: Komplettes Event und Spiele-Trailer im Stream

Die komplette Nvidia-Präsentation vom Montagabend können Sie bei Ustream anschauen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen die Trailer zu den genannten Spielen Battlefield 5 und Shadow of the Tomb Raider. Im erstgenannten Video stehen Reflexionen im Vordergrund, bei Shadow of the Tomb Raider passenderweise Schatten. Weitere Trailer vom Nvidia-Event finden Sie auf dem offiziellen Youtube-Kanal "Nvidia Geforce".

Raytracing-Trailer: Battlefield 5

Quelle: EA
Der Raytracing-Trailer zu Battlefield 5.

Raytracing-Trailer: Shadow of the Tomb Raider

Quelle: Square Enix
Der Raytracing-Trailer zu Shadow of the Tomb Raider.

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