Browser

Firefox kann bald PDFs direkt anzeigen

Mozilla hat seit einigen Monaten das Projekt pdf.js vorangetrieben. Das Ergebnis wird ein PDF-Reader - integriert im Browser - sein, der auf HTML5 basiert und nur auf Webtechniken setzt. Jetzt kann man das neue Tool als Add-on testen.

News
VG Wort Pixel
Firefox kann bald PDFs direkt anzeigen
Der SEO-Fuchs
© Mozilla

Im Sommer 2011 wurde von Mozilla-Entwickler Andreas Gal ein ehrgeiziges  Projekt angekündigt: einen PDF-Reader zu programmieren, der in den Browser integriert ist, und nur auf Web-Techniken und freien Code setzt. Das Rendern von Text wurde nicht als Problem angesehen, da ein Browser genau für die Bedürfnisse, die ein PDF-Reader stellt, von Hause aus gerüstet ist: Text rendern, Linien zeichnen, Bilder anzeigen. Fraglich war, ob die APIs der Tools SVG und canvas ausreichend optimiert sind.

Browser nutzen meist Code-Plugins proprietärer PDF-Reader. So setzt Google Chrome Code-Teile des Foxit Reader ein. Für Mozilla war das keine Lösung, da Firefox auf Open Source setzt. Mittlerweile ist pdf.js auf Basis von HTML5 und Javascript so weit gediehen, dass man den PDF-Reader gefahrlos als Add-on in Firefox testen kann.

Der PDF-Reader kann PDF-Dateien aus dem Netz oder von der lokalen Festplatte darstellen. Nach dem Klick auf eine PDF-Datei auf einer Website öffnet sich diese recht schnell direkt in einem neuen Tab. Am linken Rand lassen sich in einer Leiste (die beim Überfahren mit der Maus erscheint), die Seiten des Dokuments entweder als Grafik oder als Inhaltsverzeichnis darstellen und direkt anwählen. Die Leiste am Kopf beherbergt die weiteren Bedienelemente: Von links nach rechts finden sich Tabs zum Vor- und Zurück-Navigieren, die Anzeige der Seitenzahl der gerade aktiven Seite und die Gesamtanzahl, Vergrößern / Verkleinern samt Anzeige der Prozentzahl, ein Tab zum Drucken des Dokuments und, ganz links, ein Eingabefeld zum Navigieren zu lokalen PDF-Dateien.

Der PDF-Reader im Firefox beherrscht nicht alle Features des Acrobat Readers. Das ist eher als Vorteil zu sehen, da der Adobe Reader des öfteren Sicherheitslücken in den erweiterten Funktionen aufwies. Funktionen zum Bearbeiten des Dokuments fehlen völlig. Wer ein PDF bearbeiten will, wird sinnvollerweise das Dokument herunterladen und lokal mit dem Tool seiner Wahl bearbeiten.

Für das schnelle Betrachten eines PDF-Dokuments ist pdf.js vollkommen ausreichend. Die Darstellung von Grafiken muss allerdings noch verbessert werden. Für einen ersten Blick auf das Look & Feel reicht es allerdings schon aus. Wer gerne testen möchte, kann sich das Add-on installieren und sofort das erste PDF in Augenschein nehmen.

Mozilla PDF-Reader
Die Oberfläche von pdf.js
© fthommes

31.10.2011 von Ferdinand Thommes

Weiter zur Startseite  

Mehr zum Thema

Vertrauen in HTML5 wächst

Webstandard

Vertrauen in HTML5 wächst

Das Vertrauen in HTML5 als Webstandard wächst anscheinend in der Branche. Das lassen zumindest Meldungen der letzten Tage von Adobe und Microsoft zu…

Microsoft sagt dem IE6

Langer Abschied

Microsoft sagt dem IE6 "Goodbye"

Unter dem schönen Motto "The US Says Goodbye to IE6" und mit einer richtigen Torte feierte Microsoft gestern das endgültige Dahinwelken des…

image.jpg

Browsermarkt

Mozilla arbeitet an Firefox für Windows 8 Metro

Mozilla arbeitet an einer speziellen Version von Firefox für die in Windows 8 verwendete Metro-Oberfläche. Die Kacheloberfläche von Metro erlaubt…

Browserstatistik Europa

Browserstatistik

Google Chrome holt zu Mozilla Firefox auf

Jeder fünfte europäische Internet-Nutzer surft mit Google Chrome. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie des Webanalyse-Anbieters AT Internet,…

image.jpg

Browser-Sicherheit

Google verbessert Sicherheit bei Chrome Add-ons

Google führt derzeit schrittweise eine Content-Security-Policy (CSP) ein, ein System zur Verbesserung der Sicherheit bei Browsererweiterungen. Ab…