FinFisher Finspy

Wikileaks veröffentlicht Spy Files 4 mit Details zum Staatstrojaner

Mit Spy Files 4 veröffentlicht Wikileaks Details zum neuen Staatstrojaner Finspy von FinFisher. Dieser wurde als Datenlieferant für Geheimdienste bekannt.

News
VG Wort Pixel
Wikileaks-Logo
Wikileaks: Spy Files 4 enthält Informationen über die Spionage-Software FinFisher und dessen Trojaner Finspy.
© Archiv

Wikileaks hat Details zu FinFishers Staatstrojaner Finspy unter dem Namen Spy Files 4 veröffentlicht. Finspy ist ein ausgefeiltes Programm, das als Trojaner in Windows, Mac OS X, iOS, Android oder Linux eingeschmuggelt nicht nur Daten für Geheimdienste sammelt. Bei Bedarf ist auch eine Übernahme des Gerätes durch den Trojaner möglich.

Bereits 2011 hatte die Enthüllungsplattform Wikileaks auf die Software, die offenbar auch an Unrechtsregimes geliefert wird, hingewiesen. Die jetzt veröffentlichten Informationen stammen aus einem Hacker-Angriff von Anfang August, bei dem rund 40 Gigabyte an Daten entwendet wurden. Wesentlicher Teil des Datensatzes war eine Support-Datenbank.

Zudem publizierte Wikileaks eine Liste von Kunden, die den Trojaner erworben haben. Die meisten FinFisher-Käufer werden nur mit einer achtstelligen Kombination aus Zahlen und Buchstaben angegeben, die keine Rückschlüsse auf die Identitäten zulässt. In einigen Fällen macht eine Verknüpfung mit Support-Anfragen eine Identifizierung dennoch möglich.

Den Auswertungen von Wikileaks zufolge zählen zu den Kunden unter anderem die Mongolei, Katar, Bahrain, Pakistan, Vietnam und Singapur. FinFisher würde damit in deutlich mehr Ländern eingesetzt, als bislang bekannt war. Darüber hinaus finden sich somit unter den Lizenznehmern auch Länder, deren Einhaltung von Menschen- und Bürgerrechten angezweifelt wird und die im Verdacht stehen, Terroristen zu unterstützen. Wikileaks wirft nun Deutschland vor, Lieferant für die Software zu sein, mit der Regimes weltweit Journalisten und Oppositionelle ausspionieren.

Wikileaks schätzt auf Basis der verfügbaren Daten auch den Umsatz: Aus der Zahl der verkauften Lizenzen und dem üblichen Verkaufspreis ergebe sich ein Umsatz in Höhe von rund 47 Millionen Euro.

Wikileaks bezweckt mit der Veröffentlichung nicht nur eine Offenlegung der Software und ihrer Käufer an sich. Vielmehr hoffen die Betreiber der Enthüllungsplattform, dass die weltweite Programmiergemeinde mit Hilfe der Software-Proben eine Möglichkeit findet, Menschen vor dem Trojaner zu schützen und ihn möglicherweise sogar komplett außer Gefecht zu setzen.

Auch interessant

Kee Pass 2, Last Pass 2 & Co.

Passwortmanager im Vergleich

NSA-Affäre

Yahoo mit Strafzahlungen zu Kooperation erpresst

SSL-Lücke war unbekannt

Heartbleed laut Studie nicht vorab ausgenutzt

Operation Treasure Map

NSA-Zugriff bei Telekom und weiteren Providern

17.9.2014 von The-Khoa Nguyen

Weiter zur Startseite  

Mehr zum Thema

Die iPhone-App von Instagram hat eine Sicherheitlücke.

iPhone-App

Instagram mit Sicherheitslücke

Ein Hacker hat bei Instagram eine Sicherheitslücke gefunden. Nach einer abgelehnten Belohnung droht er Facebook mit einem Angriff, um den Druck zu…

Wie genau untersucht Google E-Mail Accounts eigentlich?

Privatsphäre in Gmail gefährdet

Google scannt E-Mails automatisch auf Kinderpornografie

Mit Hilfe digitaler Rasterfahndung im Gmail-Konto wurde ein Texaner wegen des Besitzes von Kinderpornografie angeklagt. Google steht nun in der…

Sexy Frau räkelt sich auf Ledersofa

The Fappening 2

Erneut iCloud-Nacktbilder geleakt, Jennifer Lawrence trifft…

Am Wochenende sind erneut Nacktbilder weiblicher Promis aufgetaucht, die aus deren iCloud-Accounts entwendet wurden. Jennifer Lawrence trifft es dabei…

Das Browser-Tracking ist dank Cookies möglich - auch beim Inkognito-Modus.

Chrome, Firefox & Opera

Nutzer können trotz privatem Modus nachverfolgt werden

Auch wenn User im Internet per Inkognito-Modus unterwegs sind und keine Cookies speichern, können Nutzer nachverfolgt werden.

Facebook-Logo

Verbraucherzentrale reicht's

Facebook wegen neuer Nutzungsbedingungen abgemahnt

Die neuen Facebook-Nutzungsbedingungen verstoßen laut Verbraucherschützern gegen deutsches Recht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband mahnt Facebook…