Internes Dokument:

Facebook weiß nicht, was mit Nutzerdaten passiert

Welche Nutzerdaten kommen wo zum Einsatz? Ein geleaktes internes Dokument zeigt, dass Facebook diese Frage aktuell nicht beantworten kann.

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Facebook hat offenbar mit Problemen bei der "Data Lineage" zu kämpfen.
© Shutterstock - JuliusKielaitis

Facebook kann aktuell nicht eindeutig sagen, wo im internen System gesammelte Daten von Nutzer*Innen zum Einsatz kommen. Das zeigt ein von "Motherboard" geleaktes Dokument. In dem Bericht aus dem vergangenen Jahr machen Techniker von Facebooks Privacy-Team auf das Problem aufmerksam. Das Problem bei der sogenannten "Data Lineage" (Datenherkunft) beschreibt das Dokument wie folgt:

"Wir haben Systeme mit offenen Grenzen aufgebaut. Das Ergebnis dieser offenen Systeme und der offenen Kultur lässt sich gut mit einer Analogie beschreiben: Stellen Sie sich vor, Sie halten ein Fläschchen mit Tinte in der Hand. Dieses Tintengefäß ist eine Mischung aus allen Arten von Nutzerdaten [...] Sie gießen diese Tinte in einen See aus Wasser (unsere offenen Datensysteme; unsere offene Kultur) ... und sie fließt ... überall hin. Wie füllt man diese Tinte wieder in die Flasche? Wie organisiert man sie wieder so, dass sie nur an die erlaubten Stellen im See fließt?"

Mit dem Dokument wollte man intern auch darauf aufmerksam machen, dass es künftig zu Problemen mit Regulatoren auf der ganzen Welt kommen könnte. Diese stellen an Facebook und anderen Plattformen immer stärkere Privatsphäre-Vorgaben. Eine Aussage wie "Wir werden Daten X nicht für Zweck Y verwenden" könne man aber zum aktuellen Zeitpunkt nicht einhalten. Die zweckgebundene Erhebung von Daten, wie sie etwa die DSGVO vorschreibt, wäre so nur schwer einzuhalten.

Laut Facebook sei das Dokument jedoch kein Beweis dafür, dass man sich nicht an Privatsphäre-Vorschriften halte: "In Anbetracht der Tatsache, dass dieses Dokument nicht unsere umfangreichen Prozesse und Kontrollen zur Einhaltung der Datenschutzbestimmungen beschreibt, ist es einfach unzutreffend, daraus auf eine Nichteinhaltung zu schließen. [...] Bei dieser Analogie fehlt der Kontext, dass wir in der Tat über umfassende Prozesse und Kontrollen zur Verwaltung von Daten und zur Einhaltung von Datenschutzbestimmungen verfügen."

via "Vice"

27.4.2022 von Alana Friedrichs

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