Graph Search

Warum die neue Facebook-Suche Graph Search so schlimm ist

In Facebook gibt es nun eine neue Suchfunktion. Graph Search soll alles finden und Interessen teilen. Wir sagen Ihnen, warum dies so gefährlich ist.

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Viele Menschen geben auf Facebook im großen Stil Details über ihr Privatleben preis. Dies geschieht meist unbedacht und wird daher auch nicht mit den nötigen Schutzmaßnahmen versehen. Das, gekoppelt mit einer Zeit, in der die Datenschutz-Einstellungen bei Facebook standardmäßig sehr niedrig sind und durch diverse Tools, wie dem neuen Graph Search, noch verringert werden, ist dies eine sehr gefährliche Mischung. Mit der neuen Suche lassen sich Anfragen starten wie "Arbeitgeber von Menschen, die die NPD mögen?" oder "Verheiratete Menschen, die Prostituierte mögen".

Dadurch können ganz schnell Informationen an Fremde, Bekannte, Freunde von Freunden oder Arbeitskollegen kommen. Die meisten Menschen wollten niemals, dass andere solch private Informationen über sie erfahren. Beispielsweise würde ein verheirateter Mensch, der Prostituierte mag, kaum wollen, dass dies die eigene Ehefrau oder der eigene Ehemann erfährt. Oder die engen Freunde und Bekannte.

Doch die neue Suchfunktion "Graph Search" spürt genau diese Informationen auf. Wer Jahre zuvor bei einem Bild "Gefällt mir" geklickt hat oder einen Kommentar zu einem peinlichem Bild abgegeben hat, ist hier leicht auffindbar. Da hilft nur das Ändern der Facebook-Privatsphäre-Einstellungen. Es sollte genau überlegt werden, was für Freunde freigegeben wird, für die Öffentlichkeit oder über sich selbst. Im Aktivitätsprotokoll sieht man außerdem, welche Beiträge vorhanden sind oder über die Jahre hinweg kommentiert wurden. Diese können dort gelöscht werden. Datenschützer warnen massiv davor, Daten komplett öffentlich zu machen.

Daher sollten neue wie alte Daten dringend überprüft werden. In den Privatsphäre-Einstellungen kann man außerdem "Möchtest du das Publikum für Beiträge einschränken, die du mit Freunden von Freunden oder öffentlich geteilt hast" klicken. Vorallem die veröffentlichten Fotos sind besonders leicht auffindbar. Wer nicht möchte, dass peinliche Fotos in der Graph-Search-Suchmaschine auftauchen, sollte diese am besten komplett löschen. Auch die sogenannten "Likes" sind mit Vorsicht zu genießen.

Wer überprüfen will, was andere Nutzer von ihm sehen können, kann dies im eigenen Profil unter "Was sehen andere Personen in meiner Chronik" tun.

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