SETI mit Gamern in einem Boot

Ethereum-Mining: Grafikkarten-Dürre erschwert Suche nach Außerirdischen

Das Mining von Ethereum und Co. sorgt weiterhin für einen schwierigen Grafikkarten-Markt. Nicht nur Gamer gehen leer aus, sondern auch SETI-Forscher.

Ethereum-Mining

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Steigt der Ethereum-Kurs wie seit Dezember, hat das Folgen für den Markt der Computerspieler - und nun auch für die Forschung.

Das Mining von Kryptowährungen wie Ethereum, Zcash und anderen Altcoins macht Grafikkarten seit Monaten extrem teuer, vielerorts sind gefragte GPUs auch vergriffen. Haben seit Sommer 2017 fast durchweg vor allem Gamer Probleme, eine ausreichend starke Grafikkarte zu humanen Preisen zu ergattern, beklagen sich nun Wissenschaftler. Das SETI-Forschungszentrum in Berkley bekommt keine Grafikkarten, um gesammelte Daten schnell und effizient auszuwerten.

Wie die BBC berichtet, will das Forschungszentrum in Berkley Radioteleskope in Green Bank (USA) und Parkes (Australien) mit neuen Grafikkarten ausrüsten. Es gebe das Geld und auch die Händler. Doch Letztgenannte können keine Grafikkarten liefern, wie Dan Werthimer des SETI-Projektes sagt. „Das begrenzt unsere Möglichkeiten bei der Suche nach Außerirdischen.“ Wie viele Grafikkarten gebraucht werden, ist unbekannt. Werthimer sagte aber, dass an einigen Radioteleskopen rund 100 Grafikkarten mit der Datenanalyse beschäftigt sind.

Im Sommer 2017 stiegen die Preise von Grafikkarten im mittleren bis oberen Leistungsbereich, Modelle für rund 250 stiegen auf 400 Euro, Modelle für 400 kratzten und kratzen mittlerweile wieder an der 600-Euro-Marke. Lediglich zu Weihnachten 2017 schien eine Entspannung in Sicht – als der Bitcoin und so gut wie alle anderen Kryptowährungen gefallen waren. Seit Jahresbeginn geht es im Gesamten wieder aufwärts, abgesehen von einem Einbruch Anfang Februar, von dem sich viele Währungen wieder zu erholen scheinen – wie vor allem aktuell der Litecoin-Kurs.

SETI steht für Search for Extraterrestrial Intelligence und startete 1960 mit verschiedenen Projekten. Das Ziel ist die Suche nach außerirdischen Zivilisationen. Forscher hoffen, durch das Analysieren elektromagnetischer Frequenzen im Weltraum Hinweise auf Leben außerhalb der Erde zu entdecken. Dafür sind neben Radioteleskopen vor allem Grafikkarten notwendig, um die aufgezeichneten Daten auszuwerten. Chips von aktuellen Grafikkarten eignen sich im Gegensatz zu typischen CPUs durch eine hohe Parallelisierung von Aufgaben besonders gut für aufwändige Berechnungen.

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