Über Webcam angeblich mitgefilmt

Warnung: Erpresser-Mails mit echten Passwörtern

Cyberkriminelle erpressen Opfer mit vorgeblich peinlichen Webcam-Aufnahmen. Als Beweis enthält die Mail ein vom Adressaten verwendetes Passwort.

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Der Passwort-Diebstahl der CyberVor-Hacker macht sich bemerkbar.
Cyberkriminelle lassen dem Mail-Empfänger 24 Stunden Zeit, um Lösegeld in Bitcoin zu überweisen.
© Sergey Nivens - Fotolia.com

Aktuell kursieren besorgniserregende E-Mails von Erpressern. Darin heißt es, dass beim Besuch einer Erotik-Webseite eine Schadsoftware auf den Rechner fand, die die Webcam des benutzten Latops oder des entsprechend ausgestatteten Dekstop-PCs übernehmen konnte. Wie die Cyberkriminellen behaupten, sei das Geschehen vor dem Bildschirm zeitgleich mit der Nutzung der Webseite in einem Split-Screen-Video festgehalten. Dieses leiten die Hacker angeblich an sämtliche Facebook- und Messenger-Kontakte sowie an bekannte Mail-Konten weiter, wenn das Opfer nicht binnen 24 Stunden Lösegeld zahlt.

Sobald der Empfänger die E-Mail öffnet, informiert den Hacker angeblich ein unsichtbares Tracking-Pixel. Ab diesem Zeitpunkt läuft laut Erpresser die Zeit, in der das Opfer in einer gegebenen Beispiel-Mail den Gegenwert von 1.400 US-Dollar in Bitcoin überweisen soll. Wie der Security-Blog Krebs on Security nahelegt, ist die betrügerische E-Mail eine aktuelle Masche. 

Einige Empfänger könnte das Passwort verwirren, das sie es in der Vergangenheit tatsächlich verwendeten und die Kriminellen im ersten Satz erwähnen: “I’m aware that <password> is your password.” Durch Hacker erbeutete Passwörter sind im Darknet leicht zu finden und kaufen. Die in der aktuellen Erpresser-Mail verwendeten Kennwörter sind oftmals über zehn Jahre alt, wie Empfänger solch einer Mail berichten. 

Lesetipp:  Was Sie über sichere Passwörter wissen müssen!

Daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Verfasser der Mail tatsächlich im Besitz eines kompromittierenden Videos sind. Wer seine solche E-Mail empfangen hat, sollte auf keinen Fall Lösegeld an die genannte Bitcoin-Adresse überweisen. Das FBI empfiehlt, die Webcam nach dem Benutzen auszuschalten oder sogar abzukleben. Wer immer noch das in der Mail angeführte Passwort verwendet, sollte es durch ein anderes ersetzen und nie wieder für ein Konto verwenden. 

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16.7.2018 von Alina Braun

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