Digitale Fotografie - Test & Praxis

ColorFoto Kompakte - neues Testverfahren 1.5

Aufmerksame Leser haben es schon gemerkt. Auf ColorFoto-Seiten gab es eine Umstellung bei den Kompaktkameras: diese werden nun nach einem neuen Testverfahren,

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Aufmerksame Leser haben es schon gemerkt. Auf ColorFoto-Seiten gab es eine Umstellung bei den Kompaktkameras: diese werden nun nach einem neuen Testverfahren, 1.5, gemessen. Warum die Veränderung? Im Testalltag haben wir immer wieder festgestellt, dass hohe Auflösung und niedriges Rauschen noch kein Garant für eine gute Bildqualität sind, gerade bei höheren Empfindlichkeiten. Wer häufiger mit unterschiedlichen Kompaktkameras fotografiert, staunt immer wieder über die stark schwankende Bildqualität bei höheren Empfindlichkeiten: Zu oft rechnen schlecht justierte Rauschfilter mit dem Rauschen auch die feinen Details aus den Bildern heraus. Das Ergebnis ist dann dieser verwaschene matschige Bildeindruck. Um dieses Phänomen messtechnisch besser zu erfassen, ändern wir unser Testverfahren für Kompaktkameras in zwei wesentlichen Punkten:

1. Wir führen die Texturmessung als Maß für die Feinzeichnung nun auch bei Kompaktkameras ein: Die Texturmessung hat sich im letzten Jahr bei SLR-Kamera-Tests bewährt und basiert auf einem niedrigkontrastigen Schwarzweiß-Muster, bei dem die Helligkeitsdifferenzen benachbarter Felder einer Gauß-Verteilung entsprechen. Wenn nun ein Rauschfilter mit dem Rauschen auch Bilddetails löscht, gleicht es die Helligkeit benachbarter Felder an. Dabei handelt es sich um einen nichtlinearen Eingriff, der die Gaußverteilung stört. In ein Diagramm eingetragen ergibt sich eine größere Häufigkeit geringerer Helligkeitsunterschiede und so eine spitzere Kurve für das Bild gegenüber dem Original. Die Wölbung dieser Kurve (Kurtosis) ist ein zuverlässiges Maß für die nichtlinearen Eingriffe des Rauschfilters und die Detailverluste.

2. Als zweite Maßnahme stellen wir mit der Testversion 1.5 die Punkteberechnung um: Neben Farbdarstellung und Kontrastumfang (Lichter- und Schattenzeichnung) sind Auflösung, Rauschen und Feinzeichnung die entscheidenden Kriterien für ein gutes Bild. Zwei dieser Punkte auf Kosten des dritten zu optimieren, ist vergleichbar einfach, führt aber zu unbefriedigenden Bildergebnissen. Alle drei in einer optimalen Balance zu halten, ist das entscheidende Kunststück. Bei Kompakten addieren wie deswegen nicht mehr die Punkte für Auflösung, Rauschen und Feinzeichnung, sondern normieren alle drei Werte auf das gleiche Maximum und multiplizieren sie anschließend. So zieht ein schlechtes Teil-Ergebnis das Gesamtresultat herunter, und Sieger wird die Kamera mit der ausgewogensten Abstimmung und den besten Bildern. Zu den weiteren Neuerungen gehören Kontrastwerte wie bei Objektiven - und dafür weniger Auflösungswerte sowie eine von 3000 auf 300 Lux reduzierte Helligkeit beim Autofokustest. 50 bereits veröffentlichte Modelle wurden nachgetestet und umgestellt. Mit Heft 11/2009 kommen neue dazu. Natürlich bleiben die älteren Tests weiterhin abrufbar. Diese finden sie über Reiter "Testdaten" in der Head-Navigation oder unter "Kompaktkameras/Alle Produkte" sowie natürlich über Volltext-Suche.

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An "1.5" rechts neben dem Kamera-Bild erkennen sie das neu Testverfahren. Tests nach 1.4 sind unter "Testdaten" oder "Kompakte/Alle Produkte" weiterhin abrufbar.

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