Tuning-Tool

CCleaner 5.45 Update: Ärger wegen hartnäckigen "Spionage"-Funktionen

Das schlanke PC-Tuning-Tool CCleaner steht in der Kritik. Das Update 5.45 kommt mit umstrittenen „Spionage“-Funktionen, die sich hartnäckig im System verankern.

© Gajus / shutterstock.com

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Wer zum Update des CCleaner auf Version 5.45 aufgefordert wird, sollte dieses Mal auf eine Aktualisierung verzichten. Die Webseiten „Ghacks“ und „Betanews“ sprechen beide eine Warnung vor der aktuellen Version des PC-Tuning-Tools aus. Der Betreiber Avast hat dem Update laut Changelog u.a. „detailliertere Berichte für Fehlerbehebungen und Produktverbesserungen“ verpasst. Diese bringen jedoch Neuerungen, die bei Nutzern für Ärger und Kritik sorgen.

Konkret lässt sich CCleaner 5.45 nach dem Start nicht einfach per Klick auf das X schließen – das führt nur zur Minimierung des Fensters. Auch per Rechtsklick im Systembereich kommen Nutzer nicht weiter. Eine Beenden-Funktion fehlt, laut Ghacks ist nur ein Stoppen per Task-Manager möglich. In den im Mai eingeführten Privatsphäre-Einstellungen lassen sich Optionen für die Systemüberwachung und das aktive Monitoring zwar deaktivieren, nach einem Neustart von CCleaner 5.45 sind diese jedoch wieder eingeschaltet. Anonymisierte Berichte werden außerdem alle zwölf Stunden erstellt und an Avast geschickt, Avast nennt das „Heartbeat“ – zu Deutsch: Herzschlag.

Passend dazu liefern „Ghacks“ und „Betanews“ je eine Anleitung zum Beenden des CCleaners. Deaktivieren Sie im CCleaner 5.45 das Monitoring. Deaktivieren Sie im Task-Manager unter dem Autostart-Tab anschließend den CCleaner. Löschen Sie den Eintrag nicht, er wird sonst beim Neustart wieder erstellt. Zuletzt schauen Sie in die Liste der laufenden Prozesse und beenden "ccleaner.exe". Wer CCleaner weiter nutzen will, sollte die ältere Version CCleaner 5.44 installieren und etwaige Update-Anfragen ignorieren. Wir werden unseren Download entsprechend nicht aktualisieren, bevor Avast nachgebessert hat.

In einem Foren-Statement hat sich Avast bereits zum Ärger mit CCleaner 5.45 geäußert. Mit dem nächsten Update möchte der Hersteller die neuen Funktionen entschärfen. Das aktive Monitoring und die Heartbeat-Funktion sollen in der Standardbenutzerfläche getrennt und deren Einstellungen separiert werden. Nutzer sollen die Funktionen auch komplett ausschalten können. Außerdem verspricht Avast eine bessere Namensgebung für die Monitoring-Funktionen, die Nutzer besser verstehen können. Das Update soll in den nächsten Wochen erscheinen.

Lesetipp: Windows 10 Spionage abschalten - so geht's

Avast hatte die für CCleaner verantwortliche Firma Piriform Mitte 2017 übernommen. Kurze Zeit später gab es übrigens einen Vorfall, bei dem Cyberkriminelle den Installer von CCleaner mit Malware verseuchten.

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