Risiken & Gegenmaßnahmen

Top 10 der größten Internetbedrohungen und Bitkom-Tipps zur Vorsorge

Eine Bitkom-Studie über die zehn größten Gefahren im Internet offenbart als Spitzen-Bedrohung sogenannte Drive-by-Downloads. Danach erst folgen Viren, Trojaner und mehr. Hier finden Sie zudem empfohlene Gegenmaßnahmen.

© Enisa / Bitkom

Eine Bitkom-Studie stellt die Top 10 der Internet-Gefahren und passende Gegenmaßnahmen vor.

In der negativen "Hit-Liste" der Internet-Bedrohungen, die der Branchenverband Bitkom jetzt veröffentlicht hat, liegen die sogenannten Drive-by-Downloads von Schadsoftware ganz vorne. Diese können, vom User unbemerkt, bereits durch den Aufruf manipulierter Webseiten ausgelöst werden. So werden Sicherheitslücken in Browsern ermöglicht. Hier folgen die zehn größten Bedrohungen im Internet und empfohlene Gegenmaßnahmen vom Bitkom.

  1. Drive-by-Downloads: Verbreitung über manipulierte Webseiten. Gegenmaßnahme: Aktuelle Sicherheitsupdates in Browsern und Plugins nutzen.
  2. Trojaner und Würmer: Verbreitung verstärkt über soziale Netzwerke. Aktuelle Antivirenprogramme nutzen, keine zweifelhafte Software installieren.
  3. Attacken auf Datenbanken und Websites:  Betreffen vor allem die Betreiber von Webseiten. Anwender sind betroffen, wenn z.B. ihre Login-Daten gehackt werden. Sie könnten Javascript oder Flash deaktivieren - was aber den Surf-Komfort verringert.
  4. Viren-Baukästen: Diese ermöglichen es, ohne großes Know-How Schadsoftware zu erstellen und Angriffe zu automatisieren.
  5. Botnetze: Computer, die vom entsprechenden Schädling befallen sind, können zu mächtigen Netzwerken zusammengeschaltet und von Cyberkriminellen missbraucht werden. Wer wissen will, ob sein PC zu einem solchen Zombie geworden ist, kann das auf der Webseite www.botfrei.de überprüfen. 
  6. Denial-of-Service-Attacken: Hiermit wird versucht, einzelne Computer oder Dienste im Web lahmzulegen. Sie gehen oft von Bot-Netzen aus.
  7. Phishing: Hier wird versucht, meist mittels E-Mail-Links zu gefälschten Bank-Seiten, an Daten wie PINs oder TANs zu kommen. Auch hier werden verstärkt soziale Netzwerke eingesetzt.
  8. Datenklau und Datenverluste: Hier gab es wieder einige spektakuläre Fälle, wo Nutzerinformationen in großem Stil "verloren" gingen.
  9. Rogueware/Scareware: Es werden Viren in vermeintlich seriösen E-Mails eingesetzt, die sich etwa als Behördenangelegenheit ausgeben. Sie versuchen von den Nutzern mittels krimineller Unterstellungen Zahlungen zu erpressen.
  10. Spam: Spam ist erfreulicherweise zurückgegangen, obwohl immer noch etwa 90 Prozent aller E-Mails aus Spam bestehen. Offensichtlich sind die Spam-Filter der Provider besser geworden, auch konnten einige Bot-Netzte ausgeschaltet werden, die Spam verbreiteten. Dennoch ist für den Anwender weiterhin zu empfehlen, E-Mails mit unbekannten Absendern nicht zu öffnen und auch bei Bekannten genau hinzuschauen - sie könnten gefälscht sein.

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