Vermeintliche Rechnung

Betrugsmasche per Briefpost

Mit dem guten Namen und den Logos bekannter Medienunternehmen und PR-Agenturen versuchen Betrüger derzeit auf dem konventionellen Postweg Geld von Unternehmen zu ergaunern.

News
image.jpg
© Frank Ziemann

Während Spam-Filter und andere technische Maßnahmen den E-Mail-Verkehr immer besser vor unerwünschten Werbesendungen und Betrugs-Mails schützen, ist der klassische Briefkasten weitgehend ungeschützt. Diese Erkenntnis scheint Kriminelle dazu zu bringen für ihre Betrugsmaschen auf den konventionellen Postweg zu setzen.

Der Bochumer Antivirushersteller G Data berichtet über eine Masche, die sich an Unternehmen richtet, die Pressemitteilungen aussenden. Die Unternehmen erhalten fingierte Rechnungen für die vorgebliche Verbreitung ihrer Pressemitteilungen. Die Täter haben offenbar im Internet recherchiert, mit automatischen Tools Daten und Pressetexte auf öffentlich zugänglichen Websites wie den Presse-Portalen großer kommerzieller Mediendienstleister eingesammelt.

Ratgeber: Mehr Bewusstsein für den Datenschutz

Dann senden sie einem Unternehmen einen Brief, der auf eine kürzlich tatsächlich heraus gegebene Pressemitteilung Bezug nimmt. Er ist auf zweifarbigem Geschäftspapier mit rückseitigen AGBs gedruckt und wirkt auch sonst recht professionell. Bearbeitungsnummer und Zahlungsziel sind ebenfalls angegeben. Darin verlangen die Versender, als "Silence Media Network" firmierend, 580 oder 1890 Euro.

Lediglich im Kleingedruckten wird erkennbar, dass es sich nicht um eine Rechnung, sondern um ein Angebot handelt. Bei der Gestaltung haben die Täter für den Text "Press Release Reminder/Offer" als Textfarbe ein Grau gewählt, das nach der digitalen Erfassung und Weiterverarbeitung im Zielunternehmen kaum noch lesbar ist.

Die Täter setzen offenkundig darauf, dass ihre Opfer den Brief für eine Rechnung halten und zahlen. Für die Zahlungsabwicklung wird ein Dienstleister aus den Niederlanden eingespannt. Die Betrüger firmieren laut G Data als "Silence Media Europe Ltd" in Großbritannien, mit Gerichtsstand auf der Insel Zypern.

Bereits früher sind ähnlich aufgezogene Betrugsmaschen per Briefpost bekannt geworden. So haben betrügerische Anbieter etwa Werbeeinträge in bedeutungslosen Branchenverzeichnissen angeboten und dabei ebenfalls versucht den Eindruck einer fälligen Rechnung zu erwecken. Eine genaue Prüfung vermeintlicher Rechnungen kann also bares Geld wert sein.

image.jpg
© G Data

10.1.2013 von Frank Ziemann

Weiter zur Startseite  

Mehr zum Thema

Das Hasso-Plattner-Institut bietet einen Sicherheits-Test an.

Millionen gestohlene Datensätze

HPI-Test: Eigene E-Mail-Adresse auf Identitätsklau testen

Mit seiner E-Mail-Adresse kann man beim Hasso-Plattner-Institut testen lassen, ob eigene Daten Hackern zum Opfer gefallen sind und im Internet…

WhatsApp

Abmahnungen können drohen

Whatsapp-Kerze: Corona sorgt für Kettenbrief-Comeback nach 5…

Ein Whatsapp-Kettenbrief mit dem Foto einer Kerze taucht nach mehr als fünf Jahren wieder auf. Statt Solidarität für Corona-Patienten drohen…

Jeep Cherokee Hack

Sicherheitslücke in Uconnect

Hacker kapern Auto - Jeep über Internet ferngesteuert

Zwei Hackern ist es gelungen, über das Internet die Kontrolle über einen Jeep Cherokee zu übernehmen - während der Fahrt auf einem Highway.

Symbolbild: Sicherheit

Kundenpasswörter im Klartext

Bitdefender gehackt und erpresst - Nutzerdaten gestohlen

Bitdefender-Hack: Der Hacker fordert 15.000 US-Dollar, ansonsten würden Nutzerdaten veröffentlicht. Diese speicherte Bitdefender übrigens im Klartext.

Flash-Lücke entdeckt

Schädlinge über Flash-Werbung

Yahoo-Webseiten lieferten fast eine Woche lang Malware aus

Yahoo-Webseiten lieferten vom 28. Juli bis 3. August Malware über Flash-Werbung aus. Das entdeckte das Sicherheitsunternehmen Malwarebytes.