Beckmann

Snowden-Vertrauter Glenn Greenwald im Gespräch

In der ARD Talkshow Beckmann wurde der Snowden-Vertraute Glenn Greenwald live aus Rio de Janeiro (Brasilien) in die Sendung zugeschaltet. Das Thema der Sendung: "Der gläserne Bürger - Ausgespäht und ausgeliefert?"

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Beckmann Talk-Show "Der gläserne Bürger - Ausgespäht und ausgeliefert?"

Während NSA-Enthüller Edward Snowden noch immer im Transitbereich des Moskauer Flughafens sitzt, herrscht eine weltweite Debatte um das Ausmaß seiner Enthüllungen und den Umgang mit der geheimen Internet-Überwachung.

"The Guardian"-Journalist Greenwald teilt in der Videoschaltung zu allererst mit, dass er weiterhin in engen Kontakt mit Snowden stehe. Greenwald war der erste Journalist, der die brisanten Informationen von Snowden als erstes in die Hände bekommen hat. Er bestätigt, dass er aus Sicherheitsmaßnahmen die Dokumente ständig bei sich trägt. Vermutlich als USB-Stick. Kopien sind woanders versteckt. 

Der Guardian Journalist sagte, dass er mit dem "Spiegel" zusammengearbeitet hat. Ein "Spiegel"- Kollege und er haben 9.000 bis 10.000 Datensätze über Überwachungen der NSA in Deutschland und der EU entdeckt. Die Auswertung dieser Daten sollen schon seit rund sieben Wochen laufen, aber alle konnte er bis jetzt noch nicht sichten. Greenwald: "Manche sind sehr, sehr kompliziert. Wir arbeiten daran."

In der Beckmann Talk-Show wurden weiterhin Fragen thematisiert wie "Fürchtet auch Greenwald um sein Leben?". Der Amerikaner, der zurzeit Dokumente auswertet, die ihm Snowden übergeben hat, sagte dann auch nur: "Es gibt keine Kommunikation, ohne dass die Amerikaner das wissen."  Er berichtet von weiteren, bisher unbekannten Spähprogrammen der USA, von denen auch amerikanische Bürger betroffen seien: "Es gibt noch viele Spionageprogramme, die die Vereinigten Staaten laufen lassen - gegen das amerikanische Volk. Davon weiß das Volk nichts."

Auf Beckmanns Frage, ob es glaubwürdig sei, dass die deutsche Bundesregierung nichts von Prism gewusst haben, antwortet Greenwald: "Ich kann nicht mit Bestimmtheit sagen, ob die deutsche Regierung spezifisches Wissen von diesem Programm hatte. Denn Prism ist nur ein Teil, was die NSA macht."

Der FAZ-Herausgeber Schirrmacher macht in der Runde deutlich, was das spionieren für uns alle bedeutet: "Diese Informationen verraten mehr über einen Menschen als er über sich selber weiß", sagt der Journalist.  Nach der bisherigen Auswertung der Geheimdokumente könne er sagen, dass die deutsche Regierung an diesem Spionagesystem teilnehme, zwar "nicht so wie Großbritannien und die USA, aber im großem Rahmen." Auch gebe es eine "extreme Zusammenarbeit" zwischen der NSA und Privatunternehmen wie Facebook, Google uns Skype.

Hier können Sie sich die Beckmann Talk Show noch einmal in voller Länge ansehen.

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