Mobile Bot-Netze

Mehr als 200.000 mobile Schädlinge

Die Menge bekannter Malware für Mobilplattformen wächst weiter rasant. Der Antivirushersteller Kaspersky Lab meldet über 200.000 bekannte Mobilschädlinge und spricht von einem exponentiellen Wachstum.

© Kaspersky Lab

Kaspersky Lab meldet über 200.000 bekannte Mobilschädlinge.

Die Zeiten, in denen Malware nur für Windows-Rechner eine Bedrohung darstellte, sind längst vorbei. Mittlerweile hat sich die Online-Kriminalität auf Googles Mobilbetriebssystem Android eingeschossen.

Das illustriert auch die Meldung des Antivirusherstellers Kaspersky Lab, der nach eigenen Angaben inzwischen mehr 200.000 Mobilschädlinge kennt. Der überwiegende Anteil der neueren Schädlinge zielt auf Android und macht über 98 Prozent der Gesamtmenge mobiler Malware aus.

Die Anteile der Java- (J2ME) und Symbian-Malware bestehen aus Altlasten, aus Schädlingen aus der Anfangszeit mobiler Malware. Mehr als 100.000 mobile Schädlinge hat Kaspersky Lab im Jahr 2013 entdeckt, davon allein etwa 50.000 in den letzten beiden Monaten des abgelaufenen Jahres und knapp 20.000 im Oktober.

Das Unternehmen spricht daher auch von einem exponentiellen Wachstum der Schädlingszahlen. Der Vergleich mit Windows-Malware zeigt allerdings, dass die Situation beim PC noch weit schlimmer ist: hier verarbeitet Kaspersky Lab über 300.000 Malware-Dateien am Tag.

Die Tendenz bei der fast ausschließlich aus Trojanischen Pferden bestehen mobilen Malware geht in Richtung Bot-Netze. Bereits jetzt dienen etwa 55 Prozent der bekannten Mobilschädlinge dem Aufbau Android-basierter Bot-Netze.

Die klassischen SMS-Trojaner machen noch etwa 33 Prozent aus, 21 Prozent enthalten eine Hintertür ins System. Mobile Malware ist multifunktional geworden, SMS-Trojaner wurden zu Bot-Malware weiterentwickelt. Dieser Trend dürfte sich 2014 verstärken.

Wie auch im PC-Sektor werden mit Bots verseuchte Smartphones und Tablets durch die Bot-Master an andere Online-Kriminelle vermietet oder verkauft. So werden massenhafte persönliche Daten abgegrifffen, DDoS-Angriffe ausgeführt oder spezielle Schadprogramme nachinstalliert, etwa Adware.

Hauptzweck mobiler Schädlinge ist inzwischen jedoch das Plündern der Bankkonten der Opfer - Datendiebstahl rangiert erst an zweiter Stelle. Die Täter verfolgen die Entwicklung beim Online- und Mobile-Banking genau.

Sie passen ihre Techniken für den Cyber-Bankraub schnell an. Sie überprüfen bei einer Neuinfektion eines Mobilgeräts sofort, ob das Smartphone mit einer Kreditkarte verknüpft ist. Smartphone- und Tablet-Nutzer täten gut daran, ihre Android-Geräte mit geeigneten Schutzprogrammen auszustatten. Solche Apps gibt es inzwischen von allen bekannten Antivirusherstellern, zum Teil sogar kostenlos.

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