CPUs und Grafikkarten

AMD RyZen & Vega: Vielversprechender Angriff auf Intel und Nvidia

Nach eher mäßigen Bulldozer-CPUs und der starken Radeon RX 480 für das Mittelklasse-GPU-Segment fordert AMD mit RyZen und Vega erneut Intel und Nvidia.

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AMD stellt mit RyZen seine neuen CPUs vor.
AMD stellt mit RyZen seine neuen CPUs vor. Dazu gibt es Infos zu Vega-Grafikkarten.
© AMD

AMD hat in den vergangenen Tagen mehr Details zu seinen kommenden Grafikkarten mit Vega- und Haupt-Prozessoren mit Zen-Architektur verraten. Vega ist der Nachfolger beziehungsweise eine Erweiterung des AMD-Portfolios aktueller Grafikkarten-Chips mit Polaris-Kern (Radeon RX 480​, RX 470 und 460​). Die neue GPU-Serie hört auf den Namen „Radeon Instinct“ und ist speziell für die Felder Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz entwickelt worden. Eine rohe Rechenleistung von bis zu 12,5 TFLOPs (bei einfacher Präzision, FP32) für die Radeon Instinct MI25 sorgt natürlich auch für entsprechende Leistungszuwächse im Gaming-Bereich.

Neben der MI25 gibt es noch die MI16 und MI8. MI steht für Machine Intelligence, die Zahlen orientieren sich ungefähr am Doppelten der jeweiligen Rohleistung. Als Speicher kommt anstatt GDDR5X-RAM wie bei den Nvidia-High-End-Karten neuer HBM2-Speicher mit bis zu 16 GB Fassungsvermögen zum Einsatz. High Bandwidth Memory 2 liefert Daten mit bis zu 512 GB pro Sekunde aus, GDDR5X kommt bei Nvidias Titan X auf 480 GB und bei der Geforce GTX 1080 auf 320 GB pro Sekunde.

Nvidias schnellster Chip – die Nvidia Titan X​ – kommt bei einem reinen Rohleistungsvergleich „nur“ auf 11 TFLOPs, die weiter verbreiteten Oberklasse-Chips GTX 1080 und 1070 liegen bei diesem Vergleich auf 8,87 und 6,5 TFLOPs. Was das in der Praxis bedeutet, hat AMD in der vergangenen Woche demonstriert. Auf identischen Rechnern mit Intels Core i7-6900K (Broadwell, acht Kerne mit 3,2 Standard- bis 3,7 GHz Boost-Takt) als Hauptprozessor liefen die Ego-Shooter Doom und Star Wars: Battlefront. Im ersten Fall war die Radeon MI25 schneller als die Titan X, im zweiten Fall schafften beide Systeme fast gleich stark über 60 Bildern pro Sekunde in 4K-Auflösung und höchsten Details. AMDs Radeon war dabei in fordernden Szenen etwas besser.

Die Leistungsaufnahme soll unter 300 Watt betragen. AMD machte leider keine genaueren Angaben, etwa zu Temperaturen und Kühlung. Ebenso wenig gibt es Infos zu den in den Test-PCs verbauten Komponenten. Die Preise für die drei Varianten MI8, MI16 und MI25 der Radeon-Instinct-Serie bleiben noch ein Rätsel. Immerhin sollen sie im ersten Halbjahr 2017 erscheinen. Eine Radeon RX 490​ gibt es somit vorerst nicht, wie vorherige Gerüchte vermuten ließen.

AMD: Zen-Architektur bringt RyZen für Desktop-Systeme

Auf einem Event am Dienstagabend hat AMD auch neue Details zu seinen Prozessoren mit Zen-Architektur verraten. Die Desktop-Variante wurde RyZen (Codename: Summit Ridge) getauft und erscheint im ersten Quartal 2017. Server-Pendants mit den Codenamen „Naples“ folgen in Q2 und in der zweiten Jahreshälfte kommen Notebook-Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit unter dem Codenamen „Raven Ridge“. RyZen bietet ebenso wie Intels genanntes CPU-Flaggschiff acht Kerne, die 16 Threads bearbeiten können. Der Basistakt liegt bei 3,4 GHz, die Boost-Frequenz ist unbekannt.

Leistungstechnisch lag AMD in verschiedenen Tests leicht vor Intel. So ließ AMD auf angeblich vergleichbaren Plattformen mit einerseits RyZen und andererseits Intels Core i7-6900K (je ohne Turbo-Modus) ein 4K-Video umrechnen. AMDs Prozessor brauchte 53, Intels CPU nahm sich 57 Sekunden Zeit. Im 3D-Programm Blender lagen beide CPUs in etwa gleichauf. Der RyZen benötigte jedoch rund 5 bis 10 Prozent weniger Strom. Die Ergebnisse sind ohne Tests jedoch mit Vorsicht zu genießen. Es fehlen Details zu den genutzten Mainboards, zum Speicher (AMDs RyZen unterstützt Dual- und Intels Broadwell sogar Quadcore-Channel-RAM) und zu verwendeten Treibern.

Lesetipp: Intel oder AMD - CPU-Kaufberatung

Genau wie bei den Vega-Karten Radeon Instinct fehlt auch für RyZen eine Preisangabe. Ebenso wenig hat AMD verraten, welche Abstufungen kommen werden. Schließlich wandert der Broadwell für weit über 1.000 Euro über die Ladentheke. Der demonstrierte RyZen dürfte sich in ähnlichen Preisgefilden positionieren. Wir werden Sie weiter auf dem Laufenden halten.

14.12.2016 von The-Khoa Nguyen

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