Beeindruckendes Comeback

AMD RyZen 7 1800X: Test-Übersicht zum Intel-Konkurrenten

Der RyZen 7 1800X schlägt sich in Tests sehr gut. Unsere Übersicht fasst Benchmarks und Fazits verschiedener Tester zusammen.

© Josef Bleier

Auch bei uns ist der AMD RyZen 7 1800X schon eingetroffen. Unser Test kommt in absehbarer Zukunft.

Der RyZen 7 1800X ist AMDs neues CPU-Flaggschiff und soll sich gegen Intels Core i7-6900K positionieren. Erste Tests und Benchmarks gibt es seit Donnerstag und sie erfüllen größtenteils die hohen Erwartungen. AMD machte neugierig: Immerhin soll der R7 1800X nur rund 560 Euro kosten, während Sie für das Intel-Pendant weiterhin rund 1.100 Euro zahlen müssen – und das bei annähernd gleicher bis minimal höherer Leistung zugunsten von RyZen. Und auch der Stromverbrauch entspricht weitgehend den Marketingangaben von AMD. Zusammenfassend lässt sich sagen: AMD spielt wieder mit in der oberen CPU-Liga!

Die c’t hat den RyZen 7 1800X in Benchmarks für professionelle Anwendungen getestet. Im Cinebench R15 schlägt AMD den Konkurrenten deutlich – im Single-Thread-Durchlauf leicht und um Multithread-Durchgang deutlich. Auch bei Tests mit den Programmen Blender, Handbrake und VeraCrypt kann sich das RyZen-Flaggschiff vor den Intel-Prozessor setzen. Und der Stromverbrauch ist mit 37 gegenüber 58 Watt im Idle- und 164 gegenüber 207 Watt unter Last auch niedriger. Lediglich in Luxmark, 7-Zip und Sysmark bleibt Intel leicht vorne. Beim Linpack-Benchmark mangelte es seitens des AMD-Prozessors an Kompatibilität.

Das Fazit von c’t ist: AMD ist nun die erste Wahl bei Mehrkern-Anwendungen wie dem Rendern von 3D-Grafiken oder 4K-Videos – immer im Hinblick auf die Preis-Leistung: denn der Intel Core i7-6950K bleibt ungeschlagen. Der Zehnkerner kostet aber auch über 1.700 Euro. Diesen hat AMD nicht im Blick, da er für Ottonormalverbraucher durch den Preis wenig attraktiv ist. AMD hat jetzt nur noch Optimierungsbedarf bei OpenCL-Anwendungen, wie sie der Luxmark simuliert.

Update: Ryzen 7 1800X im Test

Für viele PC-Käufer ist die Spieleleistung von Interesse. Hier schauen wir uns die Tests von PC Games Hardware an. Der RyZen ist dabei zwar durchweg langsamer als der rund doppelt so teure Intel-Chip. Die Werte liegen je nach Spiel aber nur etwa 10 bis 30 Prozent auseinander. In professionellen Anwendungen bestätigt sich das bisherige Bild: RyZen kommt Intel gefährlich nahe und kann den direkten Konkurrenten in einzelnen Benchmarks – vor allem bei den Mehrkern-optimierten Tests - sogar hinter sich lassen. Solange der Großteil der  Spiele noch nicht vollends Gebrauch von vielen CPU-Kernen macht, hat AMD noch das Nachsehen. Das wird sich in Zukunft aber ändern.

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Das Fazit aus den bisherigen Tests ist auf jeden Fall, dass Sie mit einem Kauf des R7 1800X wenig falsch machen können. AMD meldet sich auf dem Markt für High-End-Prozessoren eindrucksvoll zurück und bietet sowohl professionellen Anwendern als auch Spielern eine sehr gute und preislich unschlagbare Alternative zu Intel. Spannend wird zu sehen sein, wie sich die kleineren RyZen-Chips im Preisrahmen von 200 bis 400 Euro schlagen werden. Hier gibt es leider noch keine Tests.

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