Gaming-GPU

AMD Radeon RX 590 gestartet: Preiswerte Grafikkarten für 1080p

AMD hat den Release der Radeon RX 590 gestartet. In Tests mit verschiedenen Grafikkarten entpuppt sich eine attraktive Mittelklasse-GPU für Spiele in 1080p.

Radeon RX 590: Release und Preis

© AMD

AMD hat mit der Radeon RX 590 einen neuen Grafikchip gestartet. Er basiert auf dem Polaris-20-Chip (bisherige Radeon-RX-500-Serie).

Der Release der Radeon RX 590 ist erfolgt. AMDs neuer Grafikchip steckt zum Start nur in verschiedenen Custom-Modellen, ein Referenzmodell ist nicht vorgesehen. Die Radeon RX 590 soll die Lücke zwischen der Radeon RX 580 und der RX Vega 56 abdecken. Preislich liegen aktuell rund 200 Euro und in Sachen Leistung über 30 Prozent zwischen den bislang verfügbaren Chips. Ebenso möchte AMD dem Konkurrenten Nvidia mit der überaus beliebten Geforce GTX 1060 (6 GB) Paroli bieten.

AMD hat für die Radeon RX 590 den Fertigungsprozess verfeinert, die Technik ansonsten größtenteils beim alten Stand belassen. So bleiben die Anzahl der Compute Unites (je 36), Shader (2.304), Textureinheiten (144) und ROPs (32) identisch. AMD ist jedoch von 12- auf 14-Nanometer-Fertigung umgestiegen. Der Chip bietet nun 1.469 MHz (1.545 MHz im Boost) statt 1.257 MHz (1.340 MHz), verbraucht aber auch bis zu 225 Watt. Die RX 580 gönnte sich „nur“ 185 Watt.

Die Preise für erste Angebote liegen bei rund 300 Euro mit Ausschlägen sowohl nach unten als auch nach oben. So kostet ein einfaches Modell von XFX (Radeon RX 590 Fatboy) bei Mindfactory nur 259 Euro, ist aber noch nicht verfügbar. Ähnlich sieht es beispielsweise aus für eine hochgezüchtete Asus-Karte (Radeon RX 590 ROG-Strix) für 334 Euro bei Alternate.

Radeon RX 590: Ablöse für Geforce GTX 1060

Tests beispielsweise von PCGH, Golem oder Gamestar kommen zu einem einstimmigen Ergebnis. Die Radeon RX 590 lässt eine Geforce GTX 1060 im Mittel leicht hinter sich. Der Vorsprung gegenüber einer Radeon RX 580 liegt durchschnittlich bei etwa 10 Prozent. In verschiedenen Benchmarks in 1080p-Auflösung und maximalen Details schafft die RX 590 FPS-Werte zwischen 40 und 60. Wer bei dieser Auflösung bleibt, der hat mit der Radeon RX 590 mit 8 GB RAM eine starke GPU, die noch für einige Zeit ausreichend Leistung im Bereich von 300 Euro liefert. Wer auf mehr FPS beispielsweise für 144-Hz-Monitore schielt, sollte sich in der Oberklasse umschauen.

Lesetipp: Grafikkarten-Kaufberatung - darauf müssen Sie achten

Preislich interessant ist zum Start der RX 590 die AMD-Rabattaktion „Raise the Game“. Beim Kauf einer Radeon RX 590 bei einem teilnehmenden Shop bekommen Sie bei Verfügbarkeit Download-Codes für das Gruselspiel Resident Evil 2, den Action-Titel Devil May Cry 5 und (!) den Online-Shooter The Division 2.

Radeon RX 590: Beim Kauf auf Spiele-Bundle achten

Wer nach Schnäppchen Ausschau hält, findet zwar teilweise schon RX-580-Modelle knapp über 200 Euro. Während der Aktion gibt es beim Kauf einer passenden alten Grafikkarte jedoch nur zwei Spiele dazu. Nvidia hat aktuell keine vergleichbare Aktion. AMD müsst die Liste auf der Webseite noch für Deutschland vervollständigen. Mindfactory oder beispielsweise Caseking und Notebooksbilliger sind dabei. Bei Alternate sind die Angaben (noch) uneindeutig. Achten Sie bei anderen Anbietern auf entsprechende Banner und Hinweise.

Was spricht gegen die Radeon RX 590?

AMD schielt vor allem auf Besitzer einer Nvidia Geforce GTX 970, die ein Upgrade bislang scheuten. Der direkte Nachfolger – eigentlich die Geforce GTX 1070 – startete ab 500 Euro. Die 1060 kam später, schlug aber anfangs mit deutlich über 300 Euro zu Buche. Es spricht wenig gegen die Anschaffung einer Radeon RX 590 – lediglich der hohe Stromverbrauch kann einige Spieler stören: Mit 225 Watt unter Last ist die Radeon RX 590 etwa auf dem Niveau einer Geforce GTX 1080 Ti unterwegs, die auch bei vielen Spielen für 4K-Auflösung ausreicht.

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