".book", ".read" & ".author"

Amazon will Top-Level-Domains exklusiv

Im Vorfeld der Freigabe neuer Top-Level-Domains gibt es Streit: Amazon möchte sich die Endungen .book, .read und .author exklusiv übertragen lassen.

© amazon.com

.book, .author & Co.: Amazon beansprucht attraktive URL-Endungen exklusiv.

Der Internetversand-Riese Amazon hat die neuen Top-Domains .book, .read und .author exklusiv für sich beantragt. Amazon, das als Online-Buchhändler vor allem in den USA eine marktbeherrschende Position innehat, möchte nach eigenen Angaben lediglich "neue und innovative Wege, Mechanismen und Plattformen finden, um [seine] Kunden zu erfreuen". Dass "geschlossene Domains zu irgendeiner Form von Marktmacht führen", hält Amazon hingegen für unbewiesen. Mit entsprechenden Vorwürfen sieht sich Amazon derzeit konfrontiert.

Wie schon länger bekannt ist, plant die Icann, Non-Profit-Organisation und erste Instanz für die Namensvergabe im Internet, die Einführung neuer Top-Level-Domains. Darunter befinden sich kommerziell attraktive Namensvorschläge wie .web, .shop oder auch .musik, .sport oder .love. Die Icann (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) will damit die Entfaltungsmöglichkeiten im Netz vergrößern.

Es versteht sich von selbst, dass Buchhändler, Verlage und auch Autoren-Verbände gegen diese Pläne Sturm laufen. Man sieht die Freiheit des Internets in Gefahr und argumentiert, dass die Übertragung von geschlossenen Domain-Namen ("generischer TLDs") an den Online-Riesen nicht im öffentlichen Interesse liege und den Wettbewerb abwürgen könnte. Das Missbrauchspotenzial sei grenzenlos.

Offene Protest-Briefe an die Icann gibt es beispielsweise von Barnes & Noble, einem Amazon-Konkurrenten, oder von Scott Turow, dem Chef der amerikanischen Autoren-Vereinigung der Authors Guild. Die Icann hat sich zu dem Streit bislang nicht geäußert. Sie will die ersten gTLDs am 23.April vergeben.

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