Neue Abmahn-Welle

Tausende Filesharing-Abmahnungen durch Spam-Mails verschickt

Eine neue Abmahn-Welle kommt auf Deutschland zu. Bei den gefälschten Abmahnungen zu Filesharing handelt es sich allerdings um Trojaner.

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Neue Abmahn-Welle: Filesharing-Abmahnungen per Spam-Mails verschickt

Per E-Mail werden derzeit tausende gefälschte Abmahnungen verschickt, die den Betroffenen illegales Filesharing vorwerfen. In den Schreiben befindet sich neben einer Zahlungsaufforderung von bis 500 Euro auch ein Trojaner versteckt in einer ZIP-Datei.

Rechtsanwalt Christian Solmecke wies darauf hin, dass man diese auf keinen Fall öffnen sollte - kein seriöses Unternehmen würde dies von Abgemahnten verlangen. Die Abmahnung ließe sich leicht erkennen: So sei ein solches Schreiben per E-Mail zwar ebenfalls wirksam, doch in der Praxis äußerst unüblich.

Auch das Fehlen einer Unterlassungserklärung sollte stutzig machen. Bei echten Abmahnungen wird diese stets verlangt. Außerdem deute die Zahlungsfrist von 48 Stunden auf betrügerischen Verhalten hin. Zwar seien diese Fristen bei Abmahnungen zum Teil sehr kurz, doch ein Zeitraum von zwei Tagen ist sehr unüblich.

Eine Gemeinsamkeit der Betrugs-Mails ist die Forderung von 200 bis 500 Euro. Diese Summe stützt sich auf §19a im Urheberrechtsgesetz. Unterschrieben werden die Fake-Abmahnungen vermeintlich von echten Anwaltskanzleien, die sich mit diesem Sachverhalt beschäftigen. Die ersten Kanzleien wie Sasse + Partner haben sich bereits von den gefälschten Abmahnungen distanziert und zum Teil auch Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet.

Die Fake-Abmahnungen sind bereits die zweite größere Abmahnwelle, die Deutschland innerhalb weniger Monate erreicht. Im Dezember 2013 versandte die Kanzlei Urmann + Collegen mehr als 10.000 Abmahnungen wegen angeblich illegalen Streamings auf der Porno-Plattform RedTube. Die Kanzlei hat mittlerweile ihr Mandat niedergelegt.

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