Business & IT

Business-Tablets: Von der Couch ins Büro

© Logitech

Mit einem Tastatur-Case ist das Tablet auch auf Reisen gesichert. So bietet etwa Logitech mit dem Create Keyboard eine passende Hülle fürs iPad Pro.

Business-Tablets haben auch klassische PC-Hersteller wie HP oder Dell im Portfolio. Als 2-in-1-Geräte oder Detachables sind sie für Geschäftskunden konzipiert. Tablets wie das iPad haben sich vom Surf-Gerät für Couch-Potatoes auf die Schreibtische in Büros vorgearbeitet. Mit dem Riesen-Tablet, dem iPad Pro 12,9, hat Apple erste Schritte in die Geschäftswelt gewagt. Mit dem kleineren iPad Pro 9,7 sollen auch die Business-Kunden erobert werden, denen das große Tablet zu unhandlich erschien. Mit der satten Leistung von Apples A9X-Prozessoren, mit knackscharfen, hellen, aber dennoch reflexionsarmen Displays, Speicherkapazitäten von bis zu 256 GByte, schnellem Internet auch über integrierte eSIM-Karten, andockbarer Tastatur sowie Eingabestift will Apple das gemeine Notebook vollends überflüssig machen.

Wären da nicht Unzulänglichkeiten wie mehr als bescheidene Anschlussmöglichkeiten und die Software samt Betriebssystem, die Skeptiker auf den Plan rufen, gelänge der Plan vielleicht. Zwar mag es durchaus von Vorteil sein, wenn man auf einem privat und geschäftlich genutzten Tablet nicht viele Möglichkeiten hat, fremde Hardware anzuschließen. Doch hapert es auch bei Firmenanwendungen, die für den produktiven Einsatz im Firmenumfeld gefragt sind. Dass Apple seine Business-Intentionen intensiviert, zeigt sich nicht zuletzt an der vor Kurzem verkündeten Zusammenarbeit mit SAP.

Hingegen bietet Apples mobiles Betriebssystem auch jetzt schon zahlreiche Möglichkeiten der Integration in die Firmen-IT. Ein umfassendes Mobile Device Management (MDM) ist ebenso möglich wie das einfache Verwalten, Trennen oder Verschlüsseln von firmeneigenen und privaten Daten auf iOS-Geräten selbst. So sollen Lösungen, die mit Containern arbeiten, überflüssig sein. Dafür gibt es eine in iOS integrierte native Management-Architektur, die unterschiedlichste Zugriffs- und Verwaltungsmöglichkeiten erlaubt. Mit der geeigneten Firmen-App könnten iPads doch die Büros erobern.

Um Android-Tablets ins Unternehmensnetzwerk einzubinden, hat Google Android for Work (ab Android-Version 5.0) entwickelt. Neben Google Play for Work umfasst es weitere Produktivitätstools. So ist es möglich, über freigeschaltete APIs eine sichere Umgebung zu schaffen und darauf Unternehmens-Apps zu installieren. Unternehmensdaten befinden sich dabei in einem getrennten Arbeitsprofil. Erhältlich ist Google Android for Work über ausgewiesene Enterprise-Mobility-Management-Anbieter. Sie bieten Unternehmen vorkonfigurierte Lösungen für die Einbindung von Android-Geräten in die Firmen-IT.

Viele für den Business-Einsatz ausgewiesene Android-Tablets gibt es derzeit nicht. Kriterien für den Firmeneinsatz erfüllt aber unter anderem Googles Pixel C. Das 10,2 Zoll große, aus Aluminium gefertigte Tablet ist 7 mm schlank und wiegt knapp ein Pfund. Es arbeitet mit dem leistungsstarken Nvidia Tegra X1-Prozessor, 3 GByte RAM, bis zu 64 GByte internem Speicher und dem neuesten Android-Betriebssystem Marshmallow (Android 6.0). Die dazugehörige Tastatur ist zwar leider nicht im Lieferumfang enthalten. Immerhin lässt sie sich mithilfe von Magneten mit einem Handgriff an dem Tablet befestigen. Dabei ist es sogar möglich, das Display in einem Winkel von 100 bis 135 Grad zu neigen.

© Lenovo

Einen Beamer entweder als Zubehör oder bereits im Tablet integriert gibt es von Lenovo.

Einen interessanten Ansatz bei Tablets verfolgt auch der Hersteller BQ. Das neueste Tablet aus der spanischen Schmiede gibt es nicht nur in einer Android-Variante, sondern auch mit Ubuntu als Betriebssystem. Und beide Geräte sind zudem mit einem Verkaufspreis, der bei knapp 200 Euro beginnt, besonders günstig. Beide Varianten des Aquaris M10 bieten einen 10,1 Zoll großes Display mit Full-HD-Auflösung. Angetrieben werden sie vom 1,5 GHz schnellen Vierkern-Prozessor Mediatek MT8163A. Um möglichst lange Akkulaufzeiten zu garantieren, setzt BQ 7.280 mAh starke Akkus ein. Dabei wiegen die Tablets weniger als ein Pfund. Eine Tastatur haben die Spanier den Tablets allerdings nicht gegönnt.

Zu den interessanten Android-Business-Geräten zählt auch Lenovos Yoga Tab 3 Pro. Das 10,1-Zoll-Tablet verfügt über einen integrierten 70-Zoll-Projektor. Ein zusätzlicher Beamer für Präsentationen wird so nicht benötigt.

Theoretisch lässt sich jedes Android-Tablet in Unternehmen einsetzen. Die große Produktpalette der Premium-Hersteller spricht aber eine klare Sprache: In Unternehmen haben Windows-Tablets Vorrang.

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