Team-Collaborations-Tools

Microsoft Teams vs. Slack: Was ist besser? [Vergleich 2020]

Slack möchte den Markt der Team-Messenger dominieren. Microsoft hält mit Teams dagegen. Welches Angebot ist besser? Wir haben sie verglichen.

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Wir haben die Team-Collaborations-Tools Slack und Teams getestet. Lesen Sie, welcher Dienst im Vergleich besser abgeschnitten hat.

Seit seinem Erscheinen 2013 kennt das Team-Collaboration-Tool Slack (Searchable Log of All Conversation and Knowledge) nur eine Richtung: nach oben. Bereits 24 Stunden nach dem Launch hatten sich 8.000 Personen angemeldet; ein Jahr später gab es gut eine halbe Million täglich aktive Nutzer, deren Zahl bis heute auf über zwölf Millionen angewachsen ist.

Angesichts dieses Erfolges dachte man bei Microsoft 2016 darüber nach, Slack für acht Milliarden Dollar zu übernehmen. Der Gedanke wurde verworfen, und die Redmonder brachten im Jahr darauf ein eigenes Produkt auf den Markt: Teams. Keine schlechte Entscheidung, wie es scheint, denn mittlerweile kommunizieren täglich mehr als 20 Millionen Menschen über die Plattform.  Dies ist allerdings auch der Integration ins weit verbreitete Office 365 geschuldet.

Doch welche Suite ist nun für wen die bessere? Wir haben uns die Konkurrenten genauer angesehen.

Beide kostenlos schon gut nutzbar

Wer eines der beiden Programme im Unternehmen oder auch privat nutzen möchte, braucht zunächst nicht einmal etwas zu investieren. Die wichtigsten Grundfunktionen sind bei beiden Angeboten ohne zeitliche Beschränkung in einer kostenlosen Version enthalten.

Bezahlen muss, wer zusätzliche Features benötigt. Bei Slack sind das 6,25 Euro pro aktivem Nutzer und Monat bei jährlicher Zahlung. Firmen mit erweitertenAdministrationsanforderungen zahlen knapp das Doppelte.

Teams lässt sich nur gemeinsam mit den Firmenversionen von Office 365 buchen, beginnend bei den Business Essentials für 4,20 Euro monatlich bei jährlicher Zahlung. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Unternehmen, die Office 365 bereits einsetzen, ohne weitere Kosten auf die Vollversion von Teams zugreifen können.

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Slack präsentiert sich im frischen, modernen Design, das besonders jüngere Menschen ansprechen dürfte.

Vergesslicher Nachrichtenspeicher

Eine der merklichsten Einschränkungen bei der Gratisnutzung von Slack ist, dass der Zugriff auf die Chatverläufe nur die letzten 10.000 Nachrichten des gesamten Teams umfasst. Das klingt zunächst nach recht viel, aber wenn die Firma hauptsächlich über Slack kommuniziert, kann so eine Zahl auch bei kleineren Teams schnell zusammenkommen.

Das kann dann etwa dazu führen, dass wichtige Absprachen nicht mehr nachvollziehbar sind, obwohl sie nicht lange zurückliegen. Für die Speicherung von Dateien stellt Slack gratis 5 Gigabyte insgesamt zur Verfügung. Wer zahlt, bekommt 10 bzw. 20 Gigabyte pro Nutzer.

Microsoft ist hier weit großzügiger. Keiner der Pläne sieht ein Limit für vergangene Chat-Inhalte vor, und auch ohne Gebühr gibt es 2 Gigabyte Speicher pro User plus 10 Gigabyte für gemeinsame Inhalte. Zahlende Kunden erhalten 1 Terabyte pro Organisation und 10 Gigabyte pro Lizenz.

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Das Erscheinungsbild von Teams erinnert an Microsoft OneNote. Es wirkt aufgeräumt, aber etwas nüchtern.

Individuelle Anpassung durch Apps

Teams und Slack als Plattform für die Unternehmenskommunikation sind allein schon äußerst nützlich. Noch besser lässt sich ihr Potenzial im Zusammenspiel mit anderen Diensten ausschöpfen. So lassen sich zum Beispiel Anwendungen wie Outlook, Google Kalender und Evernote einbinden oder Projektmanagement-Tools wie Trello, Asana und Wrike. Auch die Einrichtung eines Twitter-Feeds oder die Anknüpfung von Facebook ist so möglich.

Microsoft Teams bietet Verbindungen zu über 300 Diensten an. Das ist allerdings kein Vergleich zu Slack, denn hier stehen mehr als 1.500 Verknüpfungen zur Auswahl. Allerdings lassen sich in der Gratis-Version nur bis zu zehn davon gleichzeitig herstellen – bei Microsoft gibt es keine Beschränkung.

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Das Anlegen eines neuen Accounts ist bei Slack mit wenigen Mausklicks erledigt.

Beide Tools ermöglichen neben Text-Chats auch Sprach- und Video-Calls. Slack lässt gratis aber nur 1:1-Gespräche zu, ansonsten können bis zu 15 Personen teilnehmen. Bei Teams lassen sich bis zu 250 Personen einbinden, und zwar in allen Versionen. Screensharing ist hier ebenfalls stets möglich, bei Slack nur für zahlende Kunden.

Praktisch ist die Option, Gäste in die Kommunikation einzubinden. Beide Kontrahenten lassen dies zu, doch wieder ist das Feature nur bei Microsoft in der Gratis-Version vorhanden.

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Ähnlich in der Bedienung

In puncto Bedienung und Nutzerfreundlichkeit sind sich die beiden Angebote recht ähnlich – schon deshalb, weil Microsoft sich bei der Gestaltung von Teams am bereits erfolgreichen Konkurrenten orientiert hat.

Einen Vorteil hat die Suite aus Redmond, wenn es um die Bearbeitung von MS-Office-Dateien geht. Bei Slack müssen diese erst heruntergeladen werden, während Teams direkt auf die zugehörigen Office-Programme zugreifen kann; sowohl auf die Web- als auch auf die Desktop-Versionen. Auch das gemeinsame Arbeiten an den Dokumenten ist damit möglich, bei Slack jedoch nicht.

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Auch für Microsoft Teams gibt es seit Ende letzen Jahres einen Datenspeicherort in Deutschland.

Bei der Ersteinrichtung hat Slack klar die Nase vorn. Hier genügen wenige Angaben und Mausklicks, um loszulegen. Bei Microsoft ist der Registrierungsprozess dagegen sehr aufwändig, und der neue Kunde muss viele persönliche Daten preisgeben.

Für die Plattform-übergreifende Kommunikation haben beide Anbieter neben Web-Apps auch native Desktop-Anwendungen für Windows, Mac und sogar Linux im Programm.  Apps für Android und iOS gibt es ebenfalls. Teams gibt es – kaum verwunderlich – auch noch für Windows Phone. Slack hat den Support für die aussterbende Gerätegattung 2018 eingestellt.

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Sicherheit und Datenschutz

Wird der Unternehmens-interne Informationsaustausch von den falschen Personen eingesehen, kann das großen Schaden anrichten, etwa wenn es sich um Firmengeheimnisse handelt. Eine mehrstufige Authentifizierung verhindert, dass sich Fremde allzu leicht Zugang zum Workspace verschaffen. Unter den kostenlosen Varianten lässt sich diese nur in Slack einrichten.

Ein weiterer, besonders für Firmen wichtiger Punkt: der Speicherort der Daten. Erfreulicherweise haben beide Unternehmen zum Ende des letzten Jahres Server-Standorte in Deutschland eingerichtet. Die Inhalte bereits bestehender Accounts lassen sich auf Wunsch dorthin verlegen.

Welches Angebot ist nun passender?

Welches der Programme das bessere ist, hängt in erster Linie vom eigenen Bedarf ab. Microsoft Teams punktet mit einem enormen Leistungsumfang, der zudem in Firmen, die bereits auf Office 365 setzen, ohne weitere Kosten zur Verfügung steht. Doch auch Gratis-Nutzer müssen nur wenige Einschränkungen hinnehmen.

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Microsoft Teams bietet einen enormen Leistungsumfang auch schon in der Gratis-Version.

Slack​ besticht durch die enormen Integrationsmöglichkeiten anderer Anwendungen. Die Suite kommt zudem im frischeren Design daher. Wer nicht zahlungsbereit ist, muss allerdings einige Abstriche machen.

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Slack punktet vor allem durch eine große Zahl an integrierbaren Apps anderer Anbieter.

Gibt es noch keine Präferenz für eines der Produkte, empfiehlt sich eine Testphase zum Vergleich. Dank der gut nutzbaren, freien Versionen ist es so leicht möglich, herauszufinden, welches Angebot am besten zu den eigenen Anforderungen passt. Für den Wechsel auf eine Bezahl-Version bieten beide Programme ein nahtloses Upgrade. 

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