Neueste Trends 2014

Die digitale Revolution

2014 könnte eines der bedeutendsten Jahre in der Geschichte des Internets werden. Die Politik kümmert sich - wachgerüttelt durch die Snowden-Affäre - ganz neu um digitale Themen. Viele Unternehmen, die nun schon einige Zeit mit Digitalmarketing experimentieren, bauen erhebliche Teams auf, um das Feld konsequent zu bespielen.

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Die digitale Revolution

Das Internet der Dinge wird zum Alltag und durchdringt dank neuer Endgeräte weitere Bereiche unseres Lebens. Und der Lockruf der Börse könnte einerseits neue Webriesen schaffen, andererseits übertriebene Erwartungen erzeugen. Deshalb blickt nicht nur das IntMag in die Glaskugel, sondern auch hochkarätige Experten, die wir um ihre Meinung zu den Trends des neuen Jahres baten.

Internet of Things: Der Höhepunkt des Hypes

Es war die vielleicht richtungsweisendste Meldung des Jahres - und sie ging völlig unter. Am Silvestertag 2013 verkündete der Hersteller des Fitness-Trackers Fitbit, dass ein maßgeblicher Teil seiner Funktionen künftig auch ohne Kauf seines kleinen Plastiksensors zu haben seien - dank der neuen Ausgabe seiner iPhone-App.

Das klingt nach Fußnote, ist aber tatsächlich der Auftakt für eine Bereinigung in dem Thema, das viele Medien für das heißeste im Jahr 2014 halten: das Internet of Things. Die Verbindung zwischen physischen Objekten und Datenströmen ist in einigen Bereichen bereits Alltag: So sind die Autos der Carsharing-Systeme Drivenow und Car2Go nichts anderes als Connected Objects im Internet der Dinge.

Übersehen wird im Hype jedoch, dass viele der neuen Gerätschaften gar nicht selbst mit dem Web verbunden sind, sondern Surfhilfen brauchen. So sind Fitnessmesser wie der Fitbit bestenfalls per Bluetooth verbunden, einige müssen gar manuell an einen Computer angeschlossen werden, um ihre Daten auszulesen.

Sie alle wird es bald schon nicht mehr geben. Ein Connected Object wird künftig Online-Zugang besitzen, um eine Chance am Markt zu haben - entweder weil es selbst eine Mobilfunkkarte beinhaltet, sich an ein WLAN anschließt oder unmittelbar mit dem Handy verbunden ist. Pseudolösungen über Bluetooth oder Kabel sind viel zu umständlich zu bedienen und deshalb nicht zukunftsfähig.

Rafi Haladjian: "Das Internet of Things wird die Industrie grundlegend ändern."

Das bedeutet nicht, dass die Idee des Internet of Things nur heiße Luft ist: Sie verändert unser Leben jetzt schon und wird dies weiter tun. Nur wird der Hype darum im kommenden Jahr seinen Höhepunkt erreichen: Es wird viel Lärm um reichlich wenig geben.

Wir haben das 2013 schon am Beispiel der Drohnen gesehen: Ein australisches Startup zeigt eine Buchlieferdrohne, dann zieht Amazon nach und schon lässt DHL einen >>Paketcopter<< über den Rhein fliegen. Dass kommerzielle Drohnen in Australien erlaubt sind, in Deutschland und den USA dagegen nicht - mit solchen Details mag sich in den Medien niemand befassen ...

Wearables: Was entscheidet über Top oder Flop?

Seinen Hype-Höhepunkt erreicht auch ein anderes Feld der Connected Objects: Wearables, also Technik, die am Körper getragen wird. Viel wird 2014 als Studie oder Prototyp gezeigt werden und flott durch die Medien wandern. Allerdings haben diese Gerätschaften das Zeug, zum nächsten Kühlschrank mit Internetanschluss zu werden: Auch der wird seit über 10 Jahren auf jeder Funkausstellung gezeigt - nur haben will ihn niemand.

Zwei Produkte werden 2014 determinieren, ob und wie es mit Wearables mittel- bis langfristig weitergeht: Einerseits wird Google seine Online-Brille Glass auf den Massenmarkt bringen. Kaufen dürften sie viele Menschen. Die Frage ist: Werden sie Glass auch dauerhaft verwenden? Oder wandert die Brille flott in den Schrank mit den anderen Gadgets, die nur ein paar Wochen lang unterhaltsam waren? Zum anderen die Apple-Uhr: Ob sie kommt und wann, bleibt völlig offen. Schafft Apple es jedoch, sie zu einem eigenständigen Gerät zu machen (und nicht zu einem Bluetooth- Anhängsel des iPhones), wird sie der allererste Anlaufpunkt für alle Programmierer werden, die Ideen im Bereich von Wearables im Kopf haben.

Fazit: Konsequenzen für Unternehmen

Für Unternehmen bedeutet dieser zwiespältige Trend zweierlei: Einerseits müssen sie sich damit beschäftigen, ob und wie Connected Objects ihr Geschäft verändern. Ein Beispiel dafür ist Haustechnik: Während Vaillant seine Heizungen mit einem klotzigen Wandgerät steuern lässt, ist das Münchener Startup Tado längst vorbeigezogen mit einer funktionsreicheren Heizungsregulierung, die ausschließlich per Mobile App funktioniert.

Dieses Beispiel zeigt, worauf es bei der Beurteilung von Connected Objects ankommt: Welchen Zusatznutzen bringen sie den Käufern? Kann ich meine Heizung steuern, ohne vom Sofa aufstehen und mir ein zusätzliches Gerät an die Wand dübeln zu müssen, so ist dies ein handfester Vorteil. Und mit einem Mal droht Vaillant ein substanzieller Teil des Geschäfts wegzubrechen.

Zweitens können Unternehmen in diesem Feld relativ unaufwendige PR-Coups liefern. Die Medien werden jede visionäre Idee großräumig berichten, selbst wenn dahinter wenig steckt, was wirklichkeitstauglich wäre.

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