Profi-Bildschirme

4K-Monitor mit 10 Bit: Fazit, Testverfahren & weitere Infos

Erweiterter Farbraum durch 10-Bit-Auflösung 

10-Bit-Monitore zeigen 64-mal mehr Farben als ein 8-Bit-Display und decken einen größeren Farbraum ab. Das macht sie interessant für die Bild- und Videobearbeitung.

Ein Standard-Monitor stellt 8 Bit pro Farbkanal dar und kann damit jede der Primärfarben Rot, Grün und Blau in 256 beziehungsweise 2 hoch 8 Abstufungen erzeugen. Insgesamt ergibt das einen Pool von 16,7 Millionen Farben (256 x 256 x 256 Farben). Bei einem Display mit 10 Bit pro Farbkanal erhöht sich das Farbspektrum auf 1.024 Farben pro Kanal (1.024 x 1.024 x 1.024 oder 2 hoch 10 Farben) und damit insgesamt auf mehr als eine Milliarde Farben (ganz genau: 1.073.741.824 Farben). Ein solcher Monitor kann Farbübergänge damit wesentlich gleichmäßiger wiedergeben als ein Display, das nur mit 8 Bit pro Farbkanal arbeitet.

10-Bit-Monitore: Samsung Farbtiefe

© Samsung

10-Bit-Monitore: Samsung Farbtiefe​

Testverfahren - 10-Bit-Monitore

Jeder Monitor muss sich in fünf Testkategorien beweisen: Bildqualität (70 %), Ausstattung (10 %), Ergonomie (10 %), Energieeffizienz (5 %) und Service (5 %). Für die Beurteilung der Bildqualität messen wir Helligkeit, Kontrast und Farbtemperatur aus zahlreichen Blickwinkeln. 

Zur Analyse verwenden wir das Spektralradiometer CS-2000 von Konica Minolta und die Software CalMAN Studio. Bei der Ausstattung zählen neben den Schnittstellen auch Extras wie Lautsprecher oder USB-Hub. Um bei der Ergonomie-Wertung viele Punkte einzufahren, sollte ein Monitor flexibel aufstellbar, höhenverstellbar sowie dreh- und neigbar sein und ein entspiegeltes Display besitzen.

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PC Magazin Testlabor
Test und Technik

Wie arbeitet eigentlich das Testlabor? Hier geben wir Ihnen einen kleinen Einblick in die Testverfahren und die Methoden, die wir einsetzen.

Die Effizienz bewerten wir anhand der Lichtleistung pro Watt. Auch die Leistungsaufnahme im Betrieb sowie im Standby fließt in die Wertung mit ein. Beim Service bewerten wir die Garantiedauer sowie das angebotene Garantiemodell.

Expertenmeinung

Verraten Sie es nicht weiter, aber bei 10-Bit-Monitoren ist nicht immer alles „echtes“ 10 Bit. Intern rechnen viele nämlich mit 8 Bit und ergänzen die fehlenden 2 Bit mittels Frame Rate Control (FRC). Dazu wird jedes Pixel schnell zwischen zwei Farbtönen hin und her geschaltet, um die gewünschte Mischfarbe zu erzeugen. 

Das ist aber nicht weiter schlimm, denn ein Qualitätsunterschied lässt sich auch bei genauem Hinschauen nicht erkennen. Im Blick sollte vielmehr etwas anderes stehen: Die meisten Inhalte wie Filme sind mit 8 Bit Farbtiefe kodiert und sehen deshalb auf einem 10-Bit-Display nicht besser aus als auf einem 8-Bit-Monitor. Ihre Stärke können die 10-Bit-Displays erst ausspielen, wenn sie mit 10-Bit-Material gefüttert werden.

Fazit 

Größer als 30 Zoll, 4K-UHD-Auflösung und eine Farbtiefe von 10 Bit – die fünf Testkandidaten bringen eine ganz besondere Ausstattung mit, sind aber keine teuren Exoten. Der Preis-Leistungs-Sieger AOC U3277P- WQU (550 Euro), der Philips 328P6VJEB (630 Euro) und der Samsung U32H850 (630 Euro) kosten etwa genauso viel wie ein 4K-Display, das wie sonst üblich nur einen 8-Bit- Farbraum unterstützt. 

Etwas anders sieht es beim Testsieger Benq PD3200U und beim LG 32UD89-W aus, die mit 800 beziehungsweise 920 Euro schon kräftig an der Preisschraube drehen. Deshalb sollte man hier nur zuschlagen, wenn der Monitor auch tatsächlich für Anwendungen eingesetzt wird, die vom 10-Bit- Farbraum profitieren, etwa die Bildbearbeitung. 

Dabei hat der Benq PD3200U eindeutig die besten Karten, weil er als einziger Monitor mit sehr gut voreingestellten Bildparametern punkten kann. Bei allen anderen Testkandidaten gehört eine Kalibrierung dagegen zwingend zum Pflichtprogramm, wenn es um farbverbindliches Arbeiten geht.

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