VergleichstestAcht Grafikkarten bis 250 Euro im Test
Die Grafikkarte hat einen enormen Einfluss auf die Leistung des PCs. Wir verraten, welche neue Grafikkarte am besten zu Ihrem Rechner passt und welche in unserem Test am besten abgeschnitten hat.
Nicht jeder kann oder will viel Geld in eine neue Grafikkarte investieren. Aus diesem Grund haben wir das Testfeld diesmal weit aufgespannt mit Grafikkarten von 110 bis 250 Euro.
Die vier günstigen Grafikkarten im Test richten sich an Multimedia-Anwender und Gelegenheitsspieler, die auf eine gute und meist flüssige Darstellung Wert legen. Hier sollte man einen nicht zu alten Rechner – etwa mit einem Core-i3- oder Core-i5-Prozessor – sein Eigen nennen, damit sich das Upgrade lohnt.
Die restlichen Karten wenden sich an Anwender, die gerne aktuelle Spiele zocken und diese in sehr guter Bildqualität auf ihrem Full-HD-Bildschirm genießen wollen. Grundlage sollte hier ein PC-System der mittleren oder oberen Leistungsklasse sein, die typischerweise über einen Core-i5- oder Core-i7-Prozessor oder ein entsprechendes Pendant von AMD verfügen.
Ein wichtiger Faktor, ob ein Programm flüssig läuft oder nicht, ist die eingestellte Grafikqualität. Ein hoher Detailgrad zusammen mit optischen Verbesserungen wie Kantenglättung (engl. Antialiasing) fordert von der Grafikkarte mehr Leistung ab. Auch die eingestellte Auflösung ist ein entscheidender Punkt.
Asus GT640-2GD3
Die technischen Daten der Asus GT640-2GD3 klingen vielversprechend. Die Mainstream-Grafikkarte mit GeForce GT 640 basiert auf Nvidias neuester GPU-Architektur (Codename Kepler). Sie unterstützt DirectX 11.1 und besitzt mit 2.048 MByte GDDR3 viel Grafikspeicher. Im Leistungsvergleich stellt sich allerdings schnell eine gewisse Ernüchterung ein. Immer wieder kommt es zu Rucklern beim Spielen, vor allem wenn man höhere Qualitätseinstellungen wählt.
Punkten kann die Karte beim Energieverbrauch. Die Leistungsaufnahme im Windows-Betrieb liegt bei 75 Watt (gemeint ist hier, wie auch im Folgenden, immer die Gesamt-Leistungsaufnahme des Testsystems). Selbst unter Volllast steigt der Verbrauch nur auf 102 Watt – der niedrigste Wert im Testfeld. Ein separater Stromanschluss ist bei der GT640-2GD3 nicht erforderlich. Abgesehen vom DisplayPort bietet die Karte mit VGA, DVI und HDMI alle derzeit üblichen Schnittstellen. Adapter sind nicht erforderlich und liegen folglich nicht bei.
Fazit:
Die technischen Daten der GT640-2GD3 klingen vielversprechend, doch die Performance ist durchwachsen: schnell stößt man hier an die Leistungsgrenzen.
Gesamtwertung: befriedigend 61 %Preis/Leistung: gutPreis: 109 Euro
+ großer Grafikspeicher+ Leistungsaufnahme– Performance, Zubehör
Asus HD7850-DC2-2GD5
Wesentlich besser schneidet mit der HD7850-DC2-2GD5 die zweite Asus-Grafikkarte im Test ab. Sie ist mit dem Radeon HD 7850-Grafikprozessor ausgestattet und kostet mit 250 Euro mehr als das Doppelte der GT640-2GD3. Auch diese Grafikkarte verfügt über einen Videospeicher von 2.048 MByte, der allerdings vom schnelleren Typ GDDR5 ist.
Als Schnittstellen besitzt die Karte DVI, HDMI und zweimal Mini-DisplayPort und ermöglicht den Multimonitorbetrieb zum Arbeiten oder Spielen. Der Kühlung der Karte ist eine Asus-Eigenentwicklung. Da die Kühlkonstruktion deutlich länger ist als das PCB (die Leisterplatte), muss man ein mitgeliefertes Verlängerungskabel für den Stromanschluss verwenden, um die Karte mit dem Netzteil zu verbinden.
Im Vergleich zum AMD-Referenzdesign hat Asus sowohl den Chip-als auch den Speichertakt nur um sehr moderate 10 MHz erhöht. Im Leistungstest liefert die HD7850-DC2-2GD5 tadellose Werte. Alle Spiele wurden in der Full-HD-Auflösung mit hohen Detaileinstellungen flüssig dargestellt.
Fazit:
Die HD7850-DC2-2GD5 überzeugt mit einer sehr guten Spieleleistung unter Full-HD und einem moderaten Stromverbrauch. Das mitgelieferte Zubehör ist knapp bemessen.
Gesamtwertung: sehr gut 82 %Preis/Leistung: gutPreis: 249 Euro
+ hohe 3D-Leistung+ Leistungsaufnahme niedrig– kaum Zubehör
HIS 7770 iCooler 1GB
Die HIS-Karte wird von einem Radeon-HD-7770-Grafikprozessor angetrieben, der mit 1 GHz getaktet ist. Ihm zur Seite steht ein 1024 MByte GDDR5-Speicher mit 1125 MHz. Die Karte verrichtet unauffällig ihren Dienst, was an dieser Stelle positiv gemeint ist: Der Lüfter bleibt ist auch unter Last leise. Außer einem DVI-auf-VGA-Adapter spendiert HIS seiner Karte keine nennenswerten Extras.
Wie alle getesteten HD 7770 liefert auch das HIS-Modell ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Aufpreis gegenüber einer Ge-Force GT 640 macht sich spürbar in der Leistung bemerkbar. Im direkten Vergleich zur gleichteuren MSI-Karte zieht das HIS-Modell den Kürzeren, denn die Leistung ist minimal geringer. Zudem gewährt HIS nur 24 Monate Garantie, bei MSI sind es 36 Monate.
Fazit:
Die HIS 7770 iCooler wendet sich an Spiele- und Multimediabegeisterte mit knappem Budget. Die Kühllösung der Karte ist vergleichsweise leise.
Gesamtwertung: gut 72 %Preis/Leistung: sehr gut Preis: 129 Euro
+ Performance+ Lüfter– Zubehör
MSI R7770-2PMD1GD5/OC
Auf der MSI-Karte mit der kryptischen Bezeichnung R7770-2PMD1GD5/OC verrichtet ein Radeon-HD-7770-Grafikprozessor seinen Dienst, der mit 1020 MHz getaktet ist. Ähnlich wie die HD 7770 Vapor-X erweist sich das MSI-Modell als voll spiele- und multimediatauglich. Über alle Benchmarks gesehen bietet die R7770 sogar die beste Leistung fürs Geld und hat sich unseren Spartipp-Award redlich verdient. Für Gelegenheitsspieler und Zocker mit begrenztem Budget ist die R7770 eine empfehlenswerte Wahl.
Fazit:
Die spiele- und multimediataugliche R7770 von MSI besitzt ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das spartanische Zubehör mag man da gerne verzeihen.
Gesamtwertung: gut 72 %Preis/Leistung: sehr gutPreis: 129 Euro
+ Spieleleistung, Stromverbrauch+ PCIe 3.0, DirectX 11.1– kein Software-Bundle
PNY GTX 560 Ti OC
Wie beim entsprechenden Zotac-Modell ist auch die PNY GTX 560 Ti OC mit einem etwas älteren GF114-Grafikprozesssor versehen, der noch nicht zu Nvidias aktueller Kepler-Generation gehört. Da PNY seine Karte nicht so stark übertaktet wie Zotac, ist die Leistungsaufnahme unter Last niedriger, allerdings immer noch deutlich höher als bei den Radeon-Karten im Test. Bei der Performance zieht das Zotac-Modell an der PNY-Variante deutlich vorbei, sodass man aufgrund des geringen Preisunterschiedes mit dem Konkurrenzmodell besser bedient ist.
Fazit:
Die PNY GTX 560 Ti OC eignet sich gut zum Spielen, verbraucht aber viel Strom. Eine kaum teurere Radeon HD 7850 ist zudem spürbar schneller.
Gesamtwertung: gut 77 %Preis/Leistung: gutPreis: 219 Euro
+ Spieleleistung+ 3 Jahre Garantie– Leistungsaufnahme unter Last
Sapphire HD 7770 Vapor-X
Wie andere AMD-Boardpartner hat auch Sapphire mehrere Varianten mit Radeon HD 7770 im Sortiment, recht neu darunter ist die HD 7770 Vapor-X, bei der sowohl Chip als auch Speicher ab Werk mit höheren Taktraten laufen. Die Karte besitzt vier Signalausgänge (2x DVI sowie je 1x HDMI und DP) und unterstützt dank AMD Eyefinity den Mehrmonitorbetrieb mit bis zu vier Bildschirmen. Von allen Radeon HD 7770 im Test liefert die Sapphire-Variante die beste Performance, allerdings verlangt der Hersteller dafür auch einen höheren Preis.
Fazit:
Diese Grafikkarte eignet sich gut für Gelegenheitsspieler. Unter den getesteten Karten mit Radeon HD 7770 bietet die Vapor-X ganz die beste Performance.
Gesamtwertung: gut 73 %Preis/Leistung: sehr gutPreis: 149 Euro
+ ab Werk übertaktet+ Spieleleistung, Stromverbrauch– kein Software-Bundle
Sapphire HD 7850 OC 2GB
Wie Asus hat auch Sapphire seine Radeon HD 7850 mit einer selbst entworfenen Kühlkonstruktion mit zwei Lüftern versehen. Zudem hat Sapphire die Karte bereits ab Werk übertaktet, sodass man sich als unbedarfter Anwender darüber keine Gedanken machen und keinen Garantieverlust befürchten muss. Mit 920 MHz Chiptakt und 1250 MHz Speichertakt bewegt sich Sapphire-Karte weiter weg vom Referenzdesign mit 860 und 1200 MHz. Das macht sich in den Benchmarks bemerkbar, die die HD 7850 OC in der Mehrheit für sich entscheidet.
Die Radeon-HD-7850-GPU (Codename "Pitcairn") ist im derzeit aktuellen 28-Nanometer-Verfahren gefertigt, Nvidas vergleichbare GeForce GTX 560 Ti dagegen noch im 40-Nanometer-Verfahren. Wie effizient AMDs GPUArchitektur ist, zeigt sich bei der Leistungsaufnahme. Selbst bei Volllast verbraucht die HD 7850 OC nur 161 Watt – deutlich weniger als eine GTX 560 Ti.
Die von uns getestete Retail-Version strotzt nicht gerade mit Zubehör, nur ein VGA-Adapter, eine Treiber-CD und ein Crossfire-Connector (für den Multikartenbetrieb) lagen bei. Da kann man ohne schlechten Gewissens zur "Light-Retail"-Version ohne Zubehör greifen, die in den meisten Shops noch etwas günstiger angeboten wird, ansonsten aber baugleich ist.
Fazit:
Die werkseitig übertaktete HD 7850 OC 2GB liefert die beste 3D-Leistung im Testfeld und eignet sich für ambitionierte Gamer, die in 1920 x 1080 spielen wollen.
Gesamtwertung: sehr gut 83 %Preis/Leistung: gutPreis: 249 Euro
+ hohe 3D-Leistung+ Leistungsaufnahme niedrig– kaum Zubehör
Zotac GeForce GTX 560 Ti AMP!
Auf der GeForce GTX 560 Ti AMP! arbeitet mit dem GF114 ein bereits Anfang 2011 vorgestellter DirectX-11-fähiger Grafikchip. Zotac hat den GF114 bereits werkseitig übertaktet, er läuft mit 950 anstelle von 822 MHz. Auch den 1024 MByte umfassenden GDDR5-Grafikspeicher hat der Hersteller von 1002 MHz auf 1100 MHz hochgetaktet. In den Benchmarks liefert die GTX 560 Ti AMP! eine gute Leistung, die vereinzelt den Testsieger übertrifft.
Beim Stromverbrauch zeigt sich die Karte verschwenderisch, rund 311 Watt wurden mit dieser Karte unter Last aus der Steckdose gesogen – weit mehr als etwa die Radeon HD 7850 von Sapphire mit nur 161 Watt. Beim Drumherum weiß Zotac zu gefallen. Wer sich bald nach dem Kauf registriert, bekommt satte 5 Jahre Garantie auf seine Karte spendiert. Zusätzlich liegt der Verpackung ein Downloadgutschein für eine Vollversion des spannenden Spiels "Assassin’s Creed: Brotherhood" bei.
Fazit:
Dank der hohen werkseitigen Übertaktung treibt Zotac die betagte GeForce GTX 560Ti-GPU zur Höchsleistung an. Ausstattung und Garantie sind vorbildlich.
Gesamtwertung: gut 79 %Preis/Leistung: gutPreis: 229 Euro
+ 3D-Leistung, lange Garantiezeit+ gute Spielevollversion enthalten– Leistungsaufnahme unter Last
Testsieger: Sapphire HD 7850 OC
Mit der Sapphire HD 7850 OC bekommen spielebegeisterte Anwender eine Karte an die Hand, die praktisch keine Wünsche offenlässt. Ihre Spiel- und Softwarebeschleunigung ist sehr gut. Lobenswert ist zudem die energieeffiziente Bauweise der Radeon-GPU, die in vielen Fällen ein zusätzliches Aufrüsten des PCs mit einem stärkeren Netzteil ersparen dürfte.
Wem die angegebenen 250 Euro der regulären Retail-Version zu viel sind, kann bedenkenlos zur günstigeren "Light-Retail"-Version ohne Zubehör greifen.
Grafikkarte
Batman: Arcam City
Crysis 2
Stalker: Call of Pripyat
Asus GT640-2GD3
22 fps
29 fps
62 fps
Asus HD7850-DC2-2GD5
64 fps
85 fps
185 fps
HIS 7770 iCooler 1GB
37 fps
52 fps
104 fps
MSI R7770-2PMD1GD5/OC
41 fps
53 fps
111 fps
PNY GTX 560 Ti OC
59 fps
89 fps
157 fps
Sapphire HD 7770 Vapor-X
44 fps
57 fps
119 fps
Sapphire HD 7850 OC 2GB
67 fps
88 fps
192 fps
Zotac GeForce GTX 560 Ti AMP!
65 fps
93 fps
166 fps
Hinweis: gemessener Mittelwert in fps (Bilder pro Sekunde); höhere Werte sind besser; alle Benchmarks in der Auflösung 1920 x 1080 ohne Antialiasing (Kantenglättung)
Die beiden teuren Grafikkarten im Test, die Sapphire HD 7850 OC 2GB und die Asus HD7850-DC2-2GD5 haben erwartungsgemäß die Nase vorn. Sie sind jedem Spiele-Fan, der sein System mit einer zeitgemäßen Grafikkarte aufrüsten will, derzeit wärmstens zu empfehlen. Die GeForce GTX 560 Ti AMP! von Zotac und die GTX 560 Ti OC von PNY sind zwar etwas günstiger, aber doch spürbar langsamer und weisen eine deutlich höhere Stromaufnahme auf.
Im günstigen Preissegment unter 150 Euro liefern die Sapphire HD 7700 Vapor-X, die MSI R7770-2PMD1GD5/OC und die HIS 7770 iCooler 1GB eine überzeugende Leistung, die für die meisten Anwender ausreichen dürfte. Hier sollte man sich im Klaren sein, dass für zukünftige Spiele mit gesteigerten Anforderungen möglicherweise nicht genügend Leistungsreserven vorhanden sind. Schon jetzt arg zu kämpfen hat dagegen die letztplatzierte Asus GT640-2GD3.