Dell, Asus, Acer, Toshiba & Lenovo

8 Zoll Tablets mit Windows 8.1 im Test

8 Zoll Tablets mit Windows 8.1 im Vergleichs-Test: Bislang hatte man die Wahl zwischen iPad Mini und Android-Geräten, mit Windows 8.1 kommen neue Alternativen.

8-Zoll-Tablets mit Windows 8.1 sind eine gute Alternative zum iPad mini.

© Dell

8-Zoll-Tablets mit Windows 8.1 sind eine gute Alternative zum iPad mini.

Wir haben 8-Zoll-Tablets mit Windows 8.1 von Dell, Asus & Co. im Vergleichs-Test: Eine neue Generation von günstigen und trotzdem leistungsfähigen 8-Zoll-Tablets tritt an, den Android-Geräten und dem iPad Mini Marktanteile abzunehmen. Mit Preisen ab etwa 250 Euro liegen sie in einem ähnlichen Preisbereich wie vergleichbar ausgestattete Android-Tablets und sind günstiger als das Apple iPad Mini. Als Prozessor kommt bei den 8-Zöllern mit Windows 8.1 grundsätzlich ein Atom aus der neuen Bay-Trail-T-Baureihe mit vier Cores, moderner Out-of-Order-Architektur und integrierter Intel-HD-Grafikeinheit zum Einsatz.

Die Systemleistung der Tablets liegt etwa auf dem Niveau eines 450-Euro-Notebooks mit Intel Core i3 und herkömmlicher HDD. Derzeit werden alle 8-Zoll-Tablets mit Windows 8.1 in der 32-Bit-Version ausgeliefert, da der Connected-Standby-Modus noch nicht mit einem 64-Bit-Windows funktioniert. Er hält Metro-Apps wie Facebook auch aus dem Stromsparmodus heraus aktuell.

PCM-Testlabor: So testen wir

Die Ausstattung hat mit 30 Prozent ein großes Gewicht. Zur Ausstattung zählen etwa die Kapazität von RAM und Massenspeicher sowie die Schnittstellen und die vorinstallierte Software. Da die kleinen Tablets Geräte für unterwegs sind, geht die Mobilitätswertung mit 30 Prozent in die Gesamtnote ein. Sie setzt sich aus der Akkulaufzeit im Battery-Test des PCMark 8 und dem Gewicht der Geräte zusammen. Die Laufzeit wird im Dauerbetrieb mit WLAN gemessen.

Die Leistungswertung (25 Prozent) besteht aus einer ganzen Reihe von Benchmarks: Für die 3D-Leistungsmessung nutzen wir den Cloud-Gate-Lauf im 3DMark, der PCMark 7 dient für die Ermittlung der Systemleistung, Cinebench R11.5 für die CPU-Leistung sowie HD-Tune für die Festplattenperformance. Verarbeitung und Service gehen mit 15 Prozent in die Gesamtwertung ein, hier fließen auch die Qualität von Touchpad und Display ein.

Windows-Tablets

© Archiv

Acer Iconia W4

Nach dem eher missglückten Start mit dem Iconia W3 bringt Acer nun mit dem Iconia W4 ein neues 8-Zoll-Windows-Tablet mit aktuellem Atom Z3740 und vor allem einem ordentlichen IPS-Panel auf den Markt. Der Prozessor arbeitet mit 1,33 GHz Taktfrequenz und maximal 1,86 GHz im Turbo-Boost-Modus. In der Testversion W4-820P mit 32 GByte-Flash kostet das Tablet knapp 300 Euro.

Zur Ausstattung gehört, wie bei den Mitbewerbern, eine Vollversion von Microsoft Office 2013 Home & Student. Damit ist der mit 160 MByte/s recht schnelle Flash-Speicher bereits zur Hälfte belegt. Zwar steht ein Micro-SD-Card-Einschub für eine Speichererweiterung bereit, aber die Transferrate des internen Massenspeichers erreicht keine SD-Karte.

Daher sollte man besser 350 Euro in die 64-GByte-Version des Tablets investieren. Das Iconia W4 ist in ein glattes und mit 1,1 Zentimetern relativ dickes Kunststoffgehäuse mit Aluminium-Optik gehüllt. Der 8-Zoll-Touchscreen liefert 1280 x 800 Bildpunkte. Die Schnittstellen, Schalter und auch die beiden Lautsprecher sind in einer umlaufenden Metallleiste eingelassen. Die Speaker sitzen in der unteren Schmalseite des Tablets und sind daher für den Porträt-Modus des Geräts optimiert.

Lautsprecher

© Acer

Die beiden Lautsprecher liegen beim Acer Iconia W4 unten an der Schmalseite des Geräts, daher bekommt man Stereosound nur, wenn das Tablet im Hochformat gehalten wird.

Den unterstützen allerdings noch längst nicht alle Windows-8-Apps. Auch beim Toshiba Encore und beim Lenovo ThinkPad 8 findet man diese Lautsprecheranordnung. Neben der Micro-USB-Buchse steht hier ein Micro-HDMI-Anschluss bereit. Praktisch: Ein USB-Adapterkabel gehört zum Lieferumfang. Der WLAN-Controller unterstützt wie bei den anderen Geräten im Test WLAN-802.11n auf beiden Frequenzbändern und zudem Bluetooth 4.0. Miracast beherrscht das W4 nicht, und auch ein GPS-Empfänger ist nicht an Bord.

Die rückwärtige Hauptkamera ist ebenso wie die Kameras bei den Tablets von Asus und Dell mit einem 5-MP-Sensor ausgestattet, der bei guten Lichtverhältnissen für passable Aufnahmen sorgt, denn ein Blitz fehlt bei den drei Tablets. Die Frontkamera für Skype und ähnliche Programme verfügt über einen 2-MP-Sensor,

Dell und Asus müssen hier mit 1,2 MP auskommen. Mit 2531 Punkten im Systembenchmark PCMark 7 liegt das Iconia W4 knapp an der Spitze des Testfeldes, es profitiert von seinem schnellen Massenspeicher, bei der 3D-Leistung fällt es mit 13760 Punkten im 3DMark Ice Storm dagegen etwas ab. Die Akkulaufzeit bei aktiviertem WLAN liegt mit knapp 7,5 Stunden im PCMark 8 im oberen Bereich, in der Praxis kann man mehr als 10 Stunden mit dem 415 Gramm schweren Iconia W4 arbeiten.

Asus VivoTab Note 8

Die Besonderheit beim Asus VivoTab Note 8 ist der integrierte Wacom-Digitizer, der aus dem 8-Zoll-Tablet einen digitalen Notizblock macht. Der druckempfindliche Stift hat seinen Platz in einem Gehäuseeinschub und ist so immer parat. Da er per Induktion mit Strom versorgt wird, kommt er auch ohne eigene Batterie aus.

Asus Tablet

© Asus, Tablet, VivoTab, Note 8, Wacom-Stift,

Der Wacom-Stift beim Asus VivoTab Note 8 ist präzise und liegt gut in der Hand. Durch die Druckstufenerkennung eignet es sich auch gut zum Zeichnen.

Trotz des Digitizers kostet das Asus-Tablet mit 64 GByte Flash und Windows 8.1 nur knapp 350 Euro. Das leuchtstarke IPS-Panel stellt wie beim Acer 1280 x 800 Bildpunkte dar, als Prozessor kommt ebenfalls der Atom Z3740 zum Einsatz. An Schnittstellen finden sich nur eine Micro-USB-Buchse und einen Micro- SD-Einschub, ein externes Display kann nur drahtlos via Miracast angesprochen werden.

Dafür hat Asus einen GPS-Empfänger eingebaut. Praktisch: Die beiden Lautsprecher auf der Rückseite des Geräts sind so angeordnet, dass man den Stereoeffekt bekommt, wenn man das Gerät im Querformat nutzt. Unpraktisch ist die seitliche und nicht ordentlich gekennzeichnete Windows-Taste. Bei der Leistung schlägt sich das Asus-Tablet gut, bei der Akkulaufzeit liegt es mit sechs Stunden und 17 Minuten nur auf dem vorletzten Platz im Testfeld.

Dell Venue 8 Pro

Dell hat mit dem Venue 8 Pro das erste 8-Zoll-Tablet mit Bay-Trail-T-Prozessor auf den Markt gebracht. Mit einem Preis von 330 Euro ist es auch das günstigste 8-Zoll- Windows-Tablet mit 64 GByte Flash-Speicher. Mit seiner gummierten Rückseite liegt das kompakte Dell-Tablet gut in der Hand, mit neun Millimetern gehört es zu den dünnsten unter den 8-Zoll-Tablets mit Windows 8, das Gehäuse ist aber trotzdem solide und verwindungssteif.

SD Card Slot

© Dell

Der Steckplatz für Micro-SD-Karten ist beim Dell Venue 8 Pro durch eine Kunststoffabdeckung geschützt. Mit einer Dicke von 9 Millimetern ist das Dell neben dem Lenovo das flachste Tablet im Testfeld.

Mit 395 Gramm ist es verhältnismäßig leicht, hält aber abseits der Steckdose im Test trotzdem mehr als sieben Stunden unter Last durch. Die Leistung des Dell Tablets ist insgesamt gut, nur der eMMC-Flash-Speicher ist mit 79 MByte/s Leserate recht langsam. Das IPS-Panel liefert die üblichen 1280 x 800 Pixel mit guter Qualität. Optional gibt es noch einen Stift von Synaptics, den wir allerdings nicht ausprobierten.

Eine Micro-HDMI-Buchse stellt das Venue 8 Pro nicht bereit, unterstützt aber Miracast. Ein GPSEmpfänger fehlt dem Dell dagegen und im Gehäuse ist nur ein Mono-Lautsprecher eingebaut, für Stereosound muss man auf Kopfhörer oder zusätzliche Boxen zurückgreifen. Etwas ungewohnt ist die Position der Windows-Taste auf der oberen Schmalseite des Gehäuses, aber sie ist besser angeordnet als beim Asus VivoTab.

Lenovo ThinkPad 8

Das ThinkPad 8 von Lenovo ist in der getesteten Ausführung mit einem Preis von 430 Euro deutlich teurer als die anderen 8-Zoll-Tablets, dafür bekommt man aber satte 128 GByte Flash als Massenspeicher und vor allem ein 8,3-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1920 x 1200 Bildpunkten. Der scharfe und leuchtstarke Touchscreen basiert ebenfalls auf einem hochwertigen IPS-Panel, eine Stiftbedienung bietet das ThinkPad 8 allerdings nicht.

Bedingt durch das Display mit größerer Diagonale ist das Tablet etwas länger, breiter und mit 430 Gramm auch schwerer als die 8-Zöller mit HD-Auflösung. Dafür ist es mit neun Millimetern sehr flach, mit seinem Aluminiumgehäuse aber trotzdem solide. Eine weitere Besonderheit des ThinkPad ist die USB-3.0-Buchse, die zu Micro-USB-2.0 kompatibel ist. Zusätzlich sind noch eine Micro-HDMI-Buchse und der obligatorische SD-Card-Einschub vorhanden, hier ebenso wie beim Dell durch eine Kunststoffabdeckung geschützt.

Lenovo ThinkPad 8

© Lenovo

Lenovo hat im ThinkPad 8 eine ordentliche 8-MPKamera und einen LED-Blitz eingebaut. Die anderen Tablets im Test müssen ohne Blitz auskommen.

Die rückseitige Kamera wartet beim ThinkPad 8 sogar mit einem 8-MP-Sensor und einem LED-Blitz auf und liefert gute Bildqualität. Als Prozessor dient im ThinkPad 8 ein Atom Z3770 mit 1,46 GHz. Bei der Systemleistung wird der Vorteil des schnelleren Prozessors teilweise durch den zwar großen, aber dafür mit 83 MByte/s eher langsamen Massenspeicher teilweise wieder aufgefressen: Mit 2507 Punkten im PCMark 7 liegt es knapp hinter dem Acer Iconia W4.

Die 3DPerformance bewegt sich mit 15022 Punkten auf einem ählichen Niveau wie die der Tablets von Asus, Dell und Toshiba, da die Grafikeinheit bei allen Bay-Trail-T-Modellen mit derselben Taktfrequenz von maximal 667 MHz arbeitet.

Toshiba Encore

Das Toshiba Encore gehört mit seinem 11 Millimeter dicken Gehäuse und einem Gewicht von 445 Gramm zu den fülligeren Vertretern der 8-Zoll-Windows-Tablets, liefert dafür aber auch mit mehr als acht Stunden die längste Akkulaufzeit im Test, in der Praxis sind gute 12 Stunden möglich. Das silbrige Kunststoffgehäuse mit seiner geriffelten Rückseite liegt gut in der Hand.

Toshiba Encore

© Toshiba

Der Toshiba Encore verfügt über einen Micro-HDMI-Ausgang für den Anschluss eines externen Monitors, eines Beamers oder an Ihr TV-Gerät im Wohnzimmer.

Das mit 350 Euro recht günstige Toshiba bietet 64 GByte schnellen Flash-Speicher und zieht bei der Schnittstellenausstattung mit dem etwas teureren Acer gleich. Zudem verfügt es sogar noch über einen GPS-Empfänger. Für den 8-Zoll-Touchscreen mit 1280 x 800 Bildpunkten nutzt Toshiba statt eines IPS ein HFFS-Panel, die Abkürzung steht für "High Performance Field Fringe Switching". Die Blickwinkel sind ebenso gut wie bei den Tablets mit IPS-Panel, die maximale Helligkeit etwas geringer. Die rückseitige Kamera wartet wie beim Lenovo mit einem 8-MPSensor auf, allerdings muss sie beim Encore ohne Blitz auskommen.

Fazit

Den Testsieg erringt das Lenovo ThinkPad 8, das als einziges Gerät im Test mit einem Full-HD-Display und einem 128 GByte großen Massenspeicher aufwarten kann. Allerdings ist das ThinkPad 8 mit 600 Euro auch deutlich teurer als die anderen 8-Zoll-Tablets mit 1280er-Auflösung, und es ist bei der Akkulaufzeit das Schlusslicht.

Den Preistipp bekommt das Toshiba Encore für 350 Euro. Es ist zwar relativ schwer, bietet dafür aber eine gute Ausstattung mit GPS und Micro-HDMI-Ausgang. Zudem hält es mit mehr als acht Stunden unter Last sehr lang durch. Für Anwender mit einer Vorliebe für die Stiftbedienung ist das Asus VivoTab Note 8 die erste Wahl. Mit seinem Wacom-Digitizer ist es optimal für OneNote oder als digitaler Zeichenblock geeignet.

Download: Tabelle

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