Darauf müssen Sie beim Kauf achten

Vollformatsensor

Vollformatsensor: für Profis

Wem das Geld in der Tasche brennt, der sollte nicht nach Megapixeln gieren, sondern nach einer DSLR mit Vollformatsensor. Der ist etwa 36 x 24 mm groß, die Sensoren verteilen sich hier also auf eine Fläche, die fast der eines Kleinbildfilms entspricht.

Diese Bauweise lässt es zu, normale Objektive mit ihrem kompletten Brennweitenbereich zu nutzen: Ein Weitwinkel mit zehn Millimeter Brennweite arbeitet tatsächlich mit diesem angegebenen Wert, während dasselbe teure Objektiv durch die Brennweitenverlängerung vieler DSLRs eine Brennweite von nur noch 15 bis 16 Millimetern hätte, also einen Teil ihrer Weitwinkligkeit einbüßen würde.

Vollformat-DSLRs schaffen bessere selektive Schärfen als normale DSLRs und sind daher begehrt. Doch je größer die Sensorfläche, die fehlerfrei produziert werden muss, desto teurer auch die Produktion. Aktuelle Vollformatkameras wie die Canon EOS 5D Mark II (21,1 MP) oder die Sony Alpha 900 (24,6 MP) liegen immer noch bei weit über 2000 Euro - ohne Objektiv.

Für sein neues Flaggschiff D3x mit 24,5 Megapixeln verlangt Nikon gar 7000 Euro. Doch zeigen sich erste Erosionserscheinungen. Die Nikon D700 zum Beispiel knipst zwar mit "nur" 12,1 Megapixeln, erfüllt dafür den Traum von der Vollformatkamera für knapp 2000 Euro.

Mehr Dynamik und HDR-Automatik

Spiegelreflex-Trends

© Olympus

Der beste Sensor nimmt weniger Helligkeitsunterschiede wahr als ein Mensch. Die Kamera kann entweder den Sonnenuntergang gut darstellen (der Strand bleibt dunkel) oder den Strand hell zeigen. Neue DSLRs beheben das Problem der stets zu hellen oder dunklen Bereiche, indem sie mit Funktionen wie "Active D-Lighting" (Nikon) die dunklen Bereiche des Bildes aufhellen.

Doch nicht alle Fotos sehen mit einer Spitzlichter- und Schattenkorrektur automatisch besser aus. Ganz im Gegenteil verlieren etliche Bilder ihren Charme. Daher sind solche Funktionen mit Vorsicht zu genießen, auch wenn sie bald Standard sind.

Auch HDR-Fotografie sorgt für mehr Dynamik. Dabei knipst der Fotograf vereinfacht gesagt dasselbe Bild zwei Mal: ein Mal korrekt für den Sonnenuntergang belichtet und ein Mal korrekt für den Strand. Per Bildbearbeitung fügt er dann die optimal belichteten Bereiche zu einem durchgehend ansehnlichen Bild zusammen. Die hier zukunftsweisende Pentax K-7 erspart dem Fotografen diese Arbeit. Sie knipst Belichtungsreihen und erzeugt daraus bereits in der Kamera ein HDR-Bild.

Bildstabilisierung für alle!

Jeder Fotograf zittert mal und produziert so unscharfe Schüsse. Typisch ist das im Telebereich, wo der verringerte Lichteinfall längere Verschlusszeiten erzwingt. Um das Bild zu stabilisieren, gehen die Hersteller zwei Wege. Canon, Nikon und Panasonic setzen auf Bildstabilisierung im Objektiv: Ein oder mehr beweglich gelagerte Linsenelemente gleichen aktiv Ruckelbewegungen aus. Vorteil: Im Sucher sieht der Fotograf das bereits stabilisierte Bild.

Olympus, Pentax, Sony und Samsung lagern den Bildsensor beweglich und kompensieren Vibrationen im Gehäuse. Vorteil: Alle Objektive profitieren von der Stabilisierung, denn sie steckt im Body.

Bildstabis wirken keine Wunder, aber als Faustregel gilt, dass sich ein bis drei Blendenstufen gewinnen lassen. Bei schlechten Lichtverhältnissen und großen Brennweiten ist das viel wert. Bei Sonnenschein und kurzen Brennweiten bringt eine Stabilisierung wenig, weil die Belichtung ohnehin kurz ausfällt. Wer ein Stativ verwendet oder die Kamera aufsetzt, sollte die Stabilisierung übrigens deaktivieren, da sie in diesem Fall das Bild verschlechtern kann.

Erfreulich, dass Anbieter wie Canon und Nikon neuerdings schon den Kit-Objektiven ihrer Einstiegsklasse einen einfachen Bildstabilisator spendieren. Die neueste Generation in teureren Objektiven ist sogar in der Lage, eine vertikale Zitterbewegung auszugleichen, ohne die horizontale Bewegung zu beeinflussen. Das ist zum Beispiel wichtig, wenn die Kamera bei sich bewegenden Objekten manuell nachgeführt wird, etwa bei Autorennen.

Große Displays sind im Kommen. Warum sie praktisch sind und ob Video-DSLRs reiner Firlefanz sind, lesen Sie auf Seite 3...

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