Vergleichstest

Vier Blu-ray-Player im Test

Blu-ray-Player gibt es für unter 100 bis über 1.000 Euro. Doch wie unterscheiden sich die Preisklassen? Dieser Test zeigt die Differenzen zwischen den beliebtesten Player-Klassen.

Blu-ray-Player im Test

© Josef Bleier, Stefan Rudnick

Blu-ray-Player im Test

Blu-ray-Player im Test

Hochauflösende Spielfilme von Blu-ray-Disc, DVDs, Audio-CDs und das eine oder andere Multimedia-Dateiformat spielen alle Blu-ray-Player ab. Auch die Übertragung von Bild und Ton zum Flat-TV oder Beamer sowie die AV-Anlage sind kein echtes Unterscheidungskriterium zwischen billigen und teuren Blu-ray-Playern: Alle Geräte haben dafür HDMI-Buchsen, analoge Audio- und vor allem Video-Ausgänge treten immer mehr in den Hintergrund. Da fällt es Laien bisweilen schwer nachzuvollziehen, warum ein bestimmter Player doppelt so viel Geld kostet wie ein anderer.

Wir haben vier Geräte mit Listenpreisen zwischen 200 und 600 Euro getestet, um diese Frage zu beantworten: Wodurch tut sich ein Gerät der gehobenen Mittelklasse wie der Marantz UD5007 gegenüber dem ASUS O!Play BDS-700 für 200 Euro hervor? Was kann der 300 Euro teure Pioneer BDP-450 mehr als der laut Preisliste 30 Euro günstigere Panasonic DMP-BDT 320? Letzterer wird laut Online-Preisrecherche sogar bisweilen zum halben Preis des Pioneer angeboten.

Blu-ray-Player: Gehäuse

Nähert man sich den vier Geräten von außen, dann spielen nicht nur technische Aspekte eine Rolle. Der teuerste Player im Test, der Marantz, ist auch das schwerste und größte Gerät. Die Gehäusefront ist zwar nicht massiv, doch immerhin erinnert sie an die Optik klassischer CD-Player von Marantz inklusive der wichtigsten Laufwerkstasten für die Musik-Wiedergabe. Auch das Chassis und das Gehäuse des UD5007 wirken stabil.

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Asus O!play BDS-700
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Der Asus O!play BDS-700 ist schon für 200 Euro zu haben. Der Player akzeptiert besonders viele Medienformate.

Der halb so teure Pioneer ist deutlich kompakter, kann aber haptisch locker mithalten. Seine kantige Front ist aus Aluminium gefertigt, sie fühlt sich angenehm kühl und matt an. Play-, Stop- und Eject-Taste rasten gut ein. HiFi-Fans mögen das.

Panasonic dagegen hat den DMP-BDT320 ähnlich wie aktuelle Smartphones auf minimale Dicke reduziert: Keine drei Zentimeter ist sein Gehäuse hoch, Discs verschwinden in einem modernen Slot-In-Laufwerk. Dünner geht es kaum, solange eine recht klobige Netzwerkbuchse in der Rückseite eingelassen ist. Diese Bauform macht ebenfalls etwas her, zumal die wenigen vorhandenen Tasten (Play, Stop und Eject) als Sensorfelder auf der Oberseite platziert sind.

Der günstige ASUS O!Play (Straßenpreis: um 175 Euro) kommt indes klassisch-schlicht daher, allerdings mit weniger haptischen Reizen als die Geräte von Pioneer und Marantz. Auf der Rückseite des relativ schweren Players kommt aber doch ein Hauch von Glamour auf: Seine Audio- und Video-Cinchbuchsen - als Einziger besitzt er einen YUV-Komponenten-Ausgang - sind vergoldet. Das findet man sonst nur bei den Stereo-Cinch-Ausgängen des Marantz.

Blu-ray-Player: Anschlüsse

Die Art und Zahl der Anschlüsse taugt allerdings kaum, um einen guten von einem besseren Blu-ray-Player zu unterscheiden. So entpuppt sich der Pioneer BDP-450 als eines der Test-Highlights, obwohl er - neben einem USB- und Netzwerk-Anschluss - im Wesentlichen nur zwei HDMI-Ausgänge besitzt.

Sein zusätzlicher Koax-Digitalausgang spielt im Alltag kaum eine Rolle, und Analogbuchsen fehlen. Mit dieser Ausstattung dient sich der Blu-ray-, DVD-, SACD- und CD-Universal-Player vor allem Flat-TVs und AV-Receivern an, die 3D-Bild- oder HD-Audiosignale von all diesen Bild- und Tonträgern in höchster Qualität verarbeiten. Dabei kann man Bild und Ton gemeinsam über einen Ausgang oder über je eine eigene HDMI-Buchse weiterleiten. Der BDP-450 füttert sogar zwei Bildgeräte parallel mit HD- oder 3D-Bildern. 

Der Marantz hat zwar nur einen HDMI-Ausgang, dafür aber auch einen Stereoausgang, den er intern mit hochwertigen Digital-Analog-Wandlern versorgt. So ist der UD5007 auch als klassischer CD- und SACD-Player einsetzbar: Er bot im Test substanziellen, sehr sauberen und räumlichen Stereo-Sound - und verwies die beiden Konkurrenten mit Analog-Ausgängen klanglich klar auf die Ränge.

Deren analoge Ausgangsbuchsen könnten sich die Hersteller unter klanglichen Gesichtspunkten sparen: Moderne Flat-TVs besitzen HDMI-Eingänge und nehmen darüber auch Filmton entgegen. Wer Filmton über einen einfachen Stereo-Verstärker hören möchte, der greift die Audiosignale aller Zuspieler am besten direkt am Fernseher ab und nicht über den Blu-ray-Player. Und wer Eigentümer einer modernen AV-Anlage ist, der schickt das Bild zusammen mit dem Ton per HDMI über den Receiver zum Fernsehgerät.

Kaufberatung: Zwei Blu-ray-Komplettsysteme im Test

Klanglich und funktional sind beide Varianten den Stereo-Ausgängen dieser Player überlegen. Beim ASUS etwa eilte der Analogton über den Stereo-Ausgang dem Bild um etwa eine Viertelsekunde voraus. Ältere Stereo-Verstärker ohne Audio-Verzögerungsfunktion (Lip Sync) können den Filmton von diesem Player via Cinch- Ausgang also gar nicht passend zum Bild reproduzieren. Via HDMI bestand die Audio-Video-Diskrepanz nicht.

Kurzum: Nicht die Zahl oder Art der Buchsen entscheidet über die Klasse eines Players, sondern die Qualität der Ausgangssignale. Und da liegen die günstigen und die teuren Geräte im Test auf recht unterschiedlichen Niveaus. 

Blu-ray-Player: Netzwerk

Vom günstigen ASUS bis zum edlen Marantz boten alle vier Testteilnehmer nicht nur unzählige Wiedergabefunktionen für Disc-Medien und USB-Datenträger, sondern auch Netzwerk-Talente satt. Alle unterstützen das Medien-Streaming mit dem DLNA-Standard, den auch alle Netzwerk-Festplatten und Medien-Server-Programme am Computer beherrschen. So lassen sich Videos, Fotos und Musik von diesen Servern innerhalb des lokalen Netzwerkes auf dem Player abrufen und wiedergeben.

Die Player geben allerdings unterschiedliche Medienformate wieder: Der Panasonic spielt etwa übers Heimnetzwerk keine DivX-, MKV- oder AVCHD- Videos ab, der Pioneer streamt via DLNA-Abruf keine Musik im hochauflösenden FLAC-Format. Der Marantz, der ASUS und - abgesehen von seinem FLAC-Manko - auch der Pioneer sind aber trotz ihrer Preisunterschiede ähnlich vielseitige Multimedia-Netzwerker. Der günstige ASUS beeindruckte sogar wie auch der Pioneer mit der Wiedergabe von Flash- Videos im FLV- und SWF-Format.

Der Panasonic kontert mit einem recht großen Angebot an Online-Diensten und Apps, die sich über das VIERA Connect-Internet-Menü aufrufen lassen. Der Marantz bietet hier nur einen Zugang zur TV-gerechten Leanback-Version von YouTube, der Pioneer hat Leanback und den Online-Fotodienst Picasa an Bord, der ASUS beherrscht zudem Webradio und einige weitere Dienste.

Praxis: So sieht YouTube auf dem Fernseher aus

Der ASUS und der Panasonic verfügen über eingebaute Empfangsteile für drahtlose Netzwerke und nehmen so auch ohne LAN-Kabel Kontakt zum Heimnetzwerk auf. Der Pioneer lässt sich per USB-Stick mit der WLAN-Funktion nachrüsten. Im Marantz gibt es das nicht. Hier haben also die billigen Geräte die Nase vorn. 

Testsieger: Marantz UD5007

So verwundert es kaum, dass Blu-ray-Player für knapp über 100 Euro eine mindestens ebenso lange Ausstattungsliste haben wie viel teurere Geräte. Die Feature-Listen zeigen aber keine inneren Werte.

Der Marantz UD5007 ist eben ein sehr guter CD-/SACD-Spieler mit knackigem, räumlichem Klang. Das gilt auch für den Pioneer, dessen Takt-Optimierung PQLS den Digitalklang von CDs, SACDs sowie Filmton von DVD und Blu-ray mit den passenden Pioneer- AV-Receivern sogar noch ein gutes Stück verbessert.

Auch in puncto Bildqualität liegen die beiden Player ebenso wie der Panasonic auf einem hohen Niveau. Im Vergleich dazu merkt man dem ASUS an, dass er deutlich einfacher gestrickt ist: Sein Klang und seine Bildqualität erreichen nur Mittelmaß.

Fazit

Der teuerste Player mit den meisten Punkten - in diesem Fall der Marantz UD5007 - muss nicht für jeden die erste Wahl sein. Wer seine Anlage ausschließlich digital verbindet, ist mit dem Pioneer optimal beraten. Der Panasonic zeigt, dass auch ein Player mit Straßenpreisen unter 200 Euro Top-HD- und -DVD-Bilder auf den Flat-TV zaubern kann.

Tabelle: Testergebnisse im Überblick

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Tabelle: Daten und Messwerte

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