Vergleichstest

Vier AV-Receiver um 1.000 Euro im Test

Gleichmacherei war gestern: Neue Anforderungen, neue Lösungsansätze und ein gewisser Kostendruck führen zu vier äußerst eigenständigen AV-Receivern, obwohl zwei auf einer Plattform basieren. Das macht die Auswahl zur Ansichtssache.

AV-Receiver

© Hersteller/Archiv

AV-Receiver um 1.000 Euro im Test

Vier AV-Receiver im Test

Wer nachhaltig in sein Home Theater investieren will, also für lange Zeit mit seinem Equipment Spaß haben möchte, aber dennoch die Kosten im Auge behält, der wirft beim Receiver-Kauf ein Auge auf die Klasse um 1.000 Euro. Hier erhält man potente Endstufen, reichhaltige Ausstattung und Anschlussmöglichkeiten.

Dazu zählen zwar auch Netzwerk-Funktionen und eine zünftige Bildverarbeitung, aber die gibt es schon in den kleineren Modellen von Denon, Marantz, Pioneer und Yamaha. Und was Anschlüsse in den Bereichen Analog-Audio und -Video betrifft, gab es früher viel mehr fürs gleiche Geld.

Schaut man sich allerdings die veränderten Nutzergewohnheiten an, verlangt der Verzicht keine Opfer. Im Gegenteil: Die Hersteller - allen voran Denon mit dem AVR-2313 und Marantz mit dem SR 6007 - geizen nicht einfach mit Buchsen und Schaltern, sie öffnen sich vielmehr mit einer sinnvollen Straffung des Ausstattungsumfangs und der damit verbundenen Komplexität neuen Käuferschichten.

Hier ist weniger wirklich mehr und führt zu einer Differenzierung unter den Anbietern. Schließlich wollen Pioneer und Yamaha ausgesprochene Heimkino-Freaks ebenso erreichen wie ambitionierte Laien.

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Denon AVR-2313
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Denon AVR-2313, 1.000 Euro, bei Amazon kaufen

Warum Pioneer beim Generationenwechsel allerdings den von Beamer-Besitzern geschätzten zweiten HDMI-Ausgang eingespart hat, bleibt ein Geheimnis der Produktplaner. Ebenso kann man extern nur Mutmaßungen über die Kostensituation in der AV-Branche anstellen, wenn man sich die Sparmaßnahmen an den Gehäusen der Receiver genauer ansieht. Hier findet sich bei allen vier Herstellern in der jüngsten Generation an den Frontplatten ihrer Geräte kaum noch Metall. Auch die Qualität der Deckel und andere Details lassen Sparmaßnahmen erkennen.

Praxis: Steuer-Apps für AV-Receiver

Das meiste Aluminium zieren die Konstruktionen von Marantz und Yamaha. Vor allem haben die das Design prägenden doppelten Drehregler auf den Frontplatten des SR 6007 und des RX-A1020 noch die beste Haptik in diesem Umfeld. Da fällt vor allem der Pioneer mit seinem besonders großen, einfach anmutenden Kunststoff-Lautstärkeregler gegenüber den beiden besten Geräten ab.

Dafür klappte hier im Test bei der Quellenwahl das Zusammenspiel zwischen dem wie bei allen anderen Receivern schlecht einrastenden Drehknopf und dem Wechsel im Display reibungslos. Dagegen schoss man beim Denon des Öfteren mal über den gewünschten Eingang hinaus, weil die Anzeige teils etwas hinterherhinkte.

Klassisch oder modern?

Ein Effekt, mit dem sich der Marantz-Besitzer kaum herumschlagen muss: Kunststück: Der SR 6007 hat nur ein winziges Bullauge mit wenig Text. Das drängt meist nur per Laufschrift darauf, das OSD zu verwenden. Einerseits konsequent, weil die mit dem klassisch anmutenden Gerät angepeilten Musik-Puristen gewöhnlich keine Front-Displays sehen wollen. Dafür dürfen sie, sobald es etwas tiefer in die Einstellungen geht oder Netzwerk-Musik auf dem Programm steht, gleich den Fernseher anwerfen. 

Immerhin kann niemand behaupten, Denon, Marantz, Pioneer und Yamaha böten für 1.000 Euro dasselbe in Grün. Jeder verwirklicht sein eigenes, köstliches Diät-Rezept. Und für Käufer zählt mehr denn je das persönliche Nutzungsprofil statt der vollen Punktzahl. Treffen Sie Ihre Wahl!

Standpunkt

Der Denon ist das Universalgenie, das es Musik- und Kinofreunden Recht macht und sich bestens für Anfänger und Profis eignet. Der audiophil angehauchte Marantz zielt nicht zuletzt wegen seiner spartanischen Frontplatte mit wenig informativem Display auf Musik-Liebhaber. Yamaha und Pioneer sprechen mit ihren gesamten Konzepten insbesondere ambitionierte Film-Freaks an.

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