Wir machen Technik einfach
Vergleich

Verträge online kündigen: Aboalarm, Volders & Co. im Test

Verträge zu kündigen ist oft mühsam. Online-Dienstleister wie Aboalarm, Volders, contractix oder kündigen.de versprechen Unterstützung. Ein Vergleichstest von Daniel Pöhler, Finanztip.

Verträge online kündigen

© Smit / Shutterstock

Verträge kündigen bedeutet Papierkrieg - das war einmal. Einfacher geht es online.

Wer Verträge über die Jahre einfach laufen lässt, verschenkt wahrscheinlich viel Geld. Denn während sich die Unternehmen große Mühe geben, Neukunden mit Sonderangeboten anzulocken, bleiben die Konditionen für Stammkunden meist unverändert. Wollen Sie von Rabatten und gesunkenen Preisen profitieren, sollten Sie Ihre Verträge durchsehen und gegebenenfalls kündigen. Viele Unternehmen melden sich dann von selbst und bieten einen besseren Tarif an. Und wenn nicht, wechseln Sie eben zu einem günstigeren Anbieter. Allerdings machen es die Unternehmen den Kunden nicht immer leicht mit der Kündigung. Oft ist die Angabe, wohin das entsprechende Schreiben geschickt werden soll, schwer zu finden. Und manchmal behaupten die Anbieter am Ende sogar, die Kündigung sei nie angekommen.

Kündigungsdienstleister im Internet

Eine Lösung sind Kündigungsdienstleister im Internet. Damit werden Sie unliebsameVerträge mit wenigen Mausklicks los. Sie müssen Ihre Kündigung nicht mehr selbst formulieren, sondern greifen auf automatisch erstellte Schreiben zurück. Die Dienstleister können Ihnen auch den Gang zur Post oder den Faxversand ersparen und die Kündigung direkt für Sie verschicken. Sie erhalten einen Beweis, dass die Kündigung zugestellt worden ist. Darüber hinaus bieten manche Dienste eine Erinnerungsfunktion an, mit der Sie keine Kündigung mehr versäumen sollen. Wir haben sieben Kündigungsdienste unter die Lupe genommen und die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und Datenschutzbestimmungen juristisch geprüft. Außerdem haben wir die Unternehmen unter anderem zu Umfang und Aktualität ihrer Anbieter-Datenbank befragt.

Daniel Pöhler / Finanztip

© Daniel Pöhler / Finanztip

Experte für Mobilität und digitale Themen bei Finanztip​. Finanztip ist ein gemeinnütziges Verbraucherportal für Finanzen in Deutschland.

Datenschutz geht vor

Auf den Portalen müssen Sie sensible Daten wie Namen und Adresse eingeben. Anders geht es nicht, denn die Dienstleister könnten sonst nicht in Ihrem Namen kündigen. Andere Dienste – zum Beispiel Gewinnspiele – sind in der Vergangenheit negativ aufgefallen, weil sie sensible Datensätze weiterverkauft haben. Der Schutz Ihrer Daten vor Weitergabe zu Werbezwecken ist ein wichtiges Kriterium.

Deshalb haben unsere Rechtsexperten die AGB der Kündigungsdienste geprüft. Wir empfehlen keinen Kündigungsdienst, in dessen AGB eindeutige Angaben zum Datenschutz fehlen. Unsere juristische Prüfung bestanden haben Aboalarm, Contractix, kündigen.de und Volders. Unter diesen vier Anbietern haben sich zwei Empfehlungen herauskristallisiert.Der beste Kündigungsdienst ist Aboalarm Aboalarm ist seit 2009 tätig und hat damit von allen verglichenen Plattformen die meiste Erfahrung. Nach eigenen Angaben enthält die Datenbank 16.500 Unternehmen und umfasst damit mehr Einträge als die meisten anderen untersuchten Kündigungsdienste.

Verträge online kündigen

© Screenshot

Aboalarm bietet kostenlose Kündigungsvorlagen an. Eine Registrierung ist nicht nötig. Der Versand von Faxen oder Briefen erfolgt nur gegen eine Gebühr.

Nur Contractix listet noch mehr Firmen auf. Aboalarm erklärte auf Finanztip​-Anfrage, eine Redaktion prüfe die Daten regelmäßig auf Richtigkeit. Kündigungswillige können Aboalarm schnell und unkompliziert nutzen; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wenn der Nutzer seine Kündigung von Aboalarm versenden lässt, wird sie per Fax oder Brief übermittelt – je nachdem, was der angeschriebene Anbieter fordert. Das Versandprotokoll lässt sich als PDF-Datei herunterladen. Damit können Sie beweisen, dass die Kündigung zugestellt wurde, falls das gekündigte Unternehmen dies abstreitet.

Verträge online kündigen

© Screenshot

Contractix bezeichnet sich selbst als „Vertragsoptimierer“. Im Test unterstützte der Dienst die meisten Anbieter, zeigte aber Schwächen beim Datenschutz und der Preistransparenz.

Für Versand und Protokoll berechnet Aboalarm nur 99 Cent, sofern Sie eine der Apps dafür verwenden. Die Programme sind für alle gängigen Systeme erhältlich: Android, iOS, Windows und Amazon Kindle Fire. Wer über die Website kündigt, muss je nach Zahlungsmethode tiefer in die Tasche greifen und bezahlt 2,99 Euro (PayPal, Kreditkarte, Amazon) oder 4,99 Euro (Lastschrift, Handyrechnung).

Volders ermöglicht  kostenlosen Fax-Versand

Volders ist 2014 mit dem Namen Vertragslotse gestartet und damit der jüngste Anbieter im Vergleich. Das Start-up ist der einzige unter den betrachteten Dienstleistern, der Kündigungen per Fax kostenlos versendet. Ohne Registrierung ist das jedoch nicht möglich; mit Versand der Kündigung wird automatisch ein Nutzerkonto erstellt. Alternativ versendet Volders Kündigungsschreiben gegen Gebühr per einfachem Brief (2,50 Euro) oder per Einschreiben (5 Euro). Wenn Sie ein kostenloses Fax versenden wollen, achten Sie darauf, dass nicht der Briefversand eingestellt ist, bevor Sie auf absenden klicken.

Verträge online kündigen

© Screenshot

Volders bietet neben kostenlosen Kündigungsvorlagen auch einen kostenlosen Fax­-Versand an. Allerdings lässt sich der Dienst nur nach einer Registrierung nutzen.

Nutzer erhalten in jedem Fall eine kostenlose Versandbestätigung. Wurde als Versandmethode Fax gewählt, steht dem Nutzer anschließend das Sendeprotokoll als Nachweis in seinem Account zum Download zur Verfügung. Im Fall eines Briefs oder Einschreibens informiert Volders den Nutzer per E-Mail über den Versand der Kündigung. Bei einem Einschreiben enthält diese E-Mail zusätzlich die Sendungsnummer zur Nachverfolgung bei der Deutschen Post. Kosten in Höhe von 2,50 Euro werden fällig, falls der Nutzer das Sendeprotokoll zusätzlich per Post erhalten möchte.  Der Umfang der Datenbank ist mit 13.000 Einträgen sehr ordentlich, reicht aber nicht ganz an Aboalarm heran. Eine App gibt es für iOS, nicht jedoch für Android und Windows. Die Volders-Website sieht aber auf fast allen mobilen Geräten gut aus und steht der App in nichts nach. Neben der reinen Kündigungsfunktion bietet Volders eine umfangreiche Vertragsverwaltung an.

FAZIT:

Wer einen Vertrag loswerden möchte, dem können Kündigungsdienste Unterstützung bieten. Neben den Preisen sollte man dabei auch den Datenschutz beachten. Die folgende PDF gibt mehr Details zum Vergleich.


Verträge mit wenigen Mausklicks loswerden

  • Es lohnt sich meist, Verträge zu kündigen. Oft gibt es bessere Angebote, sodass sich ein Wechsel auszahlt. Manchmal meldet sich auch der bisherige Anbieter nach einer Kündigung und bietet bessere Konditionen an.
  • Mit Dienstleistern im Internet können Sie passende Kündigungsschreiben in wenigen Minuten erstellen und durch den Dienst sofort an die richtige Adresse schicken lassen.
  • Wir haben Kündigungsdienste verglichen und empfehlen vor allem Aboalarm. Für den Versand per Fax oder Brief berechnet der Dienst rund 1 Euro bis 5 Euro.
  • Für Sparfüchse empfehlenswert ist Volders. Der Fax-Versand ist dort kostenlos. Verträge, die nach dem 30. September 2016 abgeschlossen wurden, können Verbraucher grundsätzlich einfach per E-Mail kündigen. Ausnahmen sind zum Beispiel  Arbeits- und Mietverträge.​
  • Mehr zum Thema

    TVöD Office Standard
    Online-Fachinformationssystem

    95,0%
    Haufe TVöD Office Standard verspricht umfassende Informationen zur Personalarbeit im öffentlichen Dienst. Wir haben die…
    Devolo DLAN Hotspot
    Störerhaftung per VPN umgehen

    Devolo stellt den DLAN Hotspot für Unternehmen vor, die Gästen einen WLAN-Zugang anbieten möchten: Ein VPN-Service schützt vor rechtlichen Problemen.
    SIEM-Lösungen gegen Sicherheitslücken
    Tipps & Tricks

    Seit Januar 2016 liefert Microsoft keine Sicherheitsupdates für Internet Explorer 8 bis 10 mehr aus. Wir zeigen, wie Sie mit dem IE dennoch sicher…
    Die digitale Revolution
    Cebit 2016

    Auch auf der Cebit 2016 ist das "Internet of Things" (IoT) ein zentrales Thema. Ein Telekom-Vorstand äußerte sich auf der Messe zur Zukunft der…
    EU
    Ratgeber Recht

    Wir erklären, wie sich Unternehmen auf die 2018 in Kraft tretende EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vorbereiten müssen.